1. Stephen Hawking war als Forscher eine Ausnahme-Gestalt. Stand er als solche im 20. Jahrhundert allein? Keineswegs. Es gab eine Reihe von großen Wissenschaftlern, deren Name so bekannt war (und ist) wie der von Popstars und großen Politikern. Dazu gehören neben Albert Einstein der Amerikaner Thomas Edison, Wilhelm Conrad Röntgen, Robert Koch, Niels Bohr, Werner Heisenberg, Max Planc und Robert J. Oppenheimer.
  2. Aber warum wurde Hawking so populär, obwohl Laien seine astrophysischen Forschungen gar nicht verstehen? Zunächst spielte seine Krankheit sicher eine Rolle: Ein Mann, der schließlich völlig unbeweglich im Rollstuhl sitzt und nur noch über einen Sprachcomputer kommuniziert, lässt seinen Geist in kosmische Dimensionen vordringen und will die letzten Geheimnisse des Universums ergründen. Die Körperlosigkeit und Freiheit von Intelligenz wird hier greifbar. Dann war faszinierend, dass da ein gebrechlicher Mann die kosmischen Schwerkraft-Monster – die Schwarzen Löcher – in den Blick nahm und ihre Eigenschaften nur durch Nachdenken erklären konnte. Genau so war es auch bei Einstein, der für seine Theorien zur Relativität nur Papier und Bleistift benötigte. 
  3. Gibt es denn zu Schwarzen Löchern keine Messdaten? Nein, denn ihre Masse ist so groß und verdichtet, dass ihnen nicht einmal Licht und auch keine andere Strahlung entweichen kann. Entstanden sind Schwarze Löcher aus sterbenden Sternen, die unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert und in einem mathematischen Punkt zusammengestürzt sind, der sogenannten Singularität. Laut Hawking saugen diese Massezentren nicht nur kosmische Materie ein, sondern sie verdampfen schließlich. Das dauert jedoch viel länger als das Universum alt ist (rund 13 Milliarden Jahre).
  4. Wenn ein Scharzes Loch langsam zerfällt – was soll's? Das Problem ist, dass der Zerfall in der sogenannten Hawking-Strahlung so lange dauert, dass er zumindest mit den heutigen Mitteln nicht zu beobachten ist. Das kann sich durchaus einmal ändern, und dann bekommt Hawking den Physik-Nobelpreis vielleicht posthum verliehen. So lange kann man aber ein anderes Problem wälzen, das Hawking auch umtrieb: Wenn ein Schwarzes Loch Materie (und damit Information) schluckt und dann verdampft, vernichtet es scheinbar Information. Aber geht die Information eines Lexikons wirklich verloren, wenn ein Brand das Buch vernichtet? Für dieses Dilemma fand Hawking eine geniale Lösung: "Die Information geht nicht verloren, sie wird nur nicht in brauchbarer Weise zurückerstattet." So könne man den Rauch und die Asche des verbrannten Lexikons aufbewahren, was sich aber "sehr schwer lesen" lasse.
  5. Wie stellte sich Hawking den Ursprung des Universums vor? Für ihn war keine göttliche Schöpfung im Spiel. Nur eines war klar: Das Universum hat einen Anfang, wie es auch Einstein postuliert hat. Das Problem war nur, dass in der Singularität des Urknalls alle bekannten Naturgesetze versagen, auch Einsteins Theorie. Hawking griff zu einem Modell und verlegte den Anfang des Universums und damit der Zeit auf den Südpol einer Kugelfläche. Und so wie die Kugelfläche keinen Rand hat, ist auch das Universum in sich geschlossen. Diese "Kein-Rand-Bedingung" erklärte Hawking zum Schlüssel der Schöpfung, die spontan aus dem Nichts entstanden sei.

Hier finden Sie ausgewählte Twitter-Stimmen zum Tod von Hawking.