Spreng- und Brandbomben haben die historische Innenstadt in ein Ruinenfeld verwandelt: Blick auf Friedrichshafen nach dem britischen Luftangriff im April 1944
Spreng- und Brandbomben haben die historische Innenstadt in ein Ruinenfeld verwandelt: Blick auf Friedrichshafen nach dem britischen Luftangriff im April 1944 | Bild: Archiv Südkurier
  • Friedrichshafen: Der erste Angriff erfolgte im Juni 1943, dann nochmals im Oktober 1943 auf den Rüstungsbetrieb Luftschiffbau Zeppelin. Ein vernichtender Angriff erfolgte am 28. April 1944, als eine Mischung aus Spreng- und Brandbomben die ganze Innenstadt verwüstete. Dabei starben 136 Menschen, fast 400 wurden verwundet.
Links und rechts dieser Straße in Friedrichshafen stehen nur noch die niedrigen Reste von Häusern. Was beim Brand nach unten fiel, wurde bereits zu Schutthügeln aufgetürmt.
Links und rechts dieser Straße in Friedrichshafen stehen nur noch die niedrigen Reste von Häusern. Was beim Brand nach unten fiel, wurde bereits zu Schutthügeln aufgetürmt. | Bild: Archiv Südkurier
  • Donaueschingen: Im Vergleich dazu noch tödlicher waren die Angriffe amerikanischer Bomber auf die Baar-Stadt Ende Februar 1945. Dabei starben 339 Menschen, viele davon Soldaten. Dutzende von Häusern wurden zerstört.
  • Singen: Am 25. Dezember 1944, dem ersten Weihnachtsrfeiertag, flogen 38 zweimotorige US-Bomber vom Typ Martin B-26 Marauder einen schweren Angriff, bei dem 37 Menschen starben und fast 60 verletzt wurden. Zwischen Okotber 1944 und April 1945 erlebte die Stadt sechs Luftangriffe. Vermutlich blieben die Singener Rüstungsunternehmen Maggi, Georg Fischer und Aluminium-Walzwerke – und damit deren Umfeld – nur von Bomben verschont, weil diese Unternehmen schweizerischen Eigentümern gehörten. Um so schwerer waren die Zerstörungen in der Innenstadt Singens.
  • Konstanz: Da auch hier viel kriegswichtige Industrie angesiedelt war, hätte eine Bombardierung nahegelegen. Sie erfolgte aber nicht, weil die Schweiz auf den versehentlichen Angriff auf Schaffhausen reagierte. Im September 1944 wurde hier die Pflicht abgeschafft, eine Stadt zu verdunkeln, um einen Angriff zu erschweren. So blieben auch im benachbarten Kreuzlingen die Lichter brennen. So hielt man es dann auch in Konstanz. Hinzu kam, dass sich die Regierung in Bern bei den Alliierten dafür einsetzte, Konstanz nicht anzugreifen. (mic)