Teufelsfiguren

Ein Federa-Hannes, eine Rottweiler Narrenfigur, springt beim Rottweiler Narrensprung durch die Luft. Er zählt zu den Teufelsfiguren.
Ein Federa-Hannes, eine Rottweiler Narrenfigur, springt beim Rottweiler Narrensprung durch die Luft. Er zählt zu den Teufelsfiguren. | Bild: Patrick Seeger/dpa

Ursprung: Wurde vermutlich im 15. Jahrhundert etabliert. Einer der frühsten fastnächtlichen Maskengestalten.

Merkmale: Orientiert sich an der christlichen Teufelsdarstellung: Hörner, Fratzen, Reißzähne, Tierköpfe.

Beispiele: Wilfinger Teufel, Rottweiler Federehannes, Aulendorf-Teufel.

 

Weißnarren

Der Villinger Narro mit seiner charakteristischen Halskrause.
Der Villinger Narro mit seiner charakteristischen Halskrause. | Bild: Hans-Jürgen Götz

Ursprung: Die Weißnarren stammen aus dem Barockzeitalter. Sie sind besonders charakteristisch für die schwäbisch-alemannische Fastnacht. Kerngebiet dieser Figuren ist die Baar. Sie besitzen eine bis ins 17. Jahrhundert reichende Tradition.

Merkmale: Weißes Leinengewand, barocke Pluderhose, mit Ölfarben bemalte Gewänder, bis zu acht über Brust und Rücken gekreuzte Lederriemen mit schweren Schellen, Glattlarven aus Holz.

Beispiele: Bräunlinger Stadthansel, Villinger Narro, Donaueschinger Hansel, Hüfinger Hansel.

 

Blätzle-, Spättle und Flecklenarren

Die Hänsele in Überlingen.
Die Hänsele in Überlingen. | Bild: Stefan Siemund

Ursprung: Diese Figuren waren früher einfach und billig herzustellen. Man hat verschiedene Stoffreste zu einem Häs zusammengenäht. Deshalb wahrscheinlich die große Verbreitung.

Merkmale: Setzt sich aus einer Vielzahl gleich- oder mehrfarbiger Stofffetzen zusammen, die unterschiedliche Formen annehmen können.

Beispiele: Waldshuter Hansele, Überlinger Hänsele.

 

Hexen

Eine Tiengener Schlosshexe späht ihr Opfer aus.
Eine Tiengener Schlosshexe späht ihr Opfer aus. | Bild: Theresia Rüdiger

Ursprung: Noch sehr junger Typus, in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht vermutlich 1933 in Offenburg etabliert. Unter Jugendlichen besonders beliebt.

Merkmale: Hakennasiges Gesicht, Kopftuch, Rock, altmodische Unterwäsche, farbige Ringelstrümpfe.

Beispiele: Löffinger Hexen, Pfullendorfer Hexen, Aulendorfer Eckhexen.

 

Lokale Sagengestalten

Die Kaujohle ist ein wichtiger Bestandteil der Fastnacht in Markdorf.
Die Kaujohle ist ein wichtiger Bestandteil der Fastnacht in Markdorf. | Bild: Lang, Andreas

Ursprung: Dieser Typus ist relativ jung und basiert auf populärem örtlichem Erzählgut.

Merkmale: Unterschiedlich, je nach Herkunft.

Beispiele: Radolfzeller Kappedeschle, Schwenninger Hölzlekönig, Markdorfer Kaujohle.

 

Tierfiguren

Die Eselsfigur tritt gerne mit erotischen Anspielungen auf.
Die Eselsfigur tritt gerne mit erotischen Anspielungen auf. | Bild: Hans-Jürgen Götz

Ursprung: Erste Berichte über Tierwesen bei der Fastnacht stammen aus dem 16. Jahrhundert.

Merkmale: Masken in verschiedenen tierischen Variationen.

Beispiele: Villinger Butzesel, Haslacher Storch, Messkircher Katzen, Tettnanger Rote Spinne, Ludwigshafener Seehase.

 

Strohgestalten

Der Hoorige Bär gehört in Singen zu den Traditionsfiguren der Poppelezunft. Jedes Jahr werden die Häser aus Erbsenstroh neu aufgenäht.
Der Hoorige Bär gehört in Singen zu den Traditionsfiguren der Poppelezunft. Jedes Jahr werden die Häser aus Erbsenstroh neu aufgenäht. | Bild: Tesche, Sabine (Archiv)

Ursprung: Wie auch die Blätzle-, Spättle- und Flecklehäs waren die Strohgestalten in früheren Zeiten eine günstige Möglichkeit sich zu verkleiden. Heute nur noch selten.

Merkmale: Die Menschen werden von Kopf bis Fuß dicht mit Stroh eingebunden.

Beispiele: Singener Hooriger Bär.

 

Hemdglonker

Der Hemdglonkerumzug, wie ihn sich Narrizella, Polizei und Radolfzeller Bürger wünschen: Friedlich, familienfreundlich und offen für alle, die mitfeiern wollen. Dafür haben die Verantwortlichen am Sicherheitskonzept gefeilt. Archivbild: Gerald Jarausch
Der Hemdglonkerumzug, wie ihn sich Narrizella, Polizei und Radolfzeller Bürger wünschen: Friedlich, familienfreundlich und offen für alle, die mitfeiern wollen. Dafür haben die Verantwortlichen am Sicherheitskonzept gefeilt. Archivbild: Gerald Jarausch | Bild: Jarausch, Gerald

Ursprung: Wie auch die Blätzle-, Spättle-, Flecklehäs und Strohgestalten waren sie in früheren Zeiten eine günstige Möglichkeit, sich zu verkleiden.

Merkmale: Lange weiße Kittel, oft mit Mehl bestäubte Gesichter.

Beispiele: Konstanzer Hemdglonker.

 

Bajass

Die Bajass-Narren der Krakeelia Waldkirch tragen die Stadtfarben gelb und blau. Mit den Eselsohren ist die Tracht jedoch näher an der mittelalterlichen Kostümierung als an der typisch italienischen.
Die Bajass-Narren der Krakeelia Waldkirch tragen die Stadtfarben gelb und blau. Mit den Eselsohren ist die Tracht jedoch näher an der mittelalterlichen Kostümierung als an der typisch italienischen. | Bild: Zentralarchiv der VSAN, Bad Dürrheim

Ursprung: Kultureinfluss aus Italien. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eingewandert. „Pajasso“ war der Spaßmacher.

Merkmale: Typisches Kostüm: Weiter, weißer Pluderanzug mit Halskrause und Spitzhut. Eine Sonderentwicklung ist das Kostüm in Waldkirch.

Beispiele: Waldkircher Bajass, Steiner Bäjass (Schweiz).

 

 

Fastnächtliche Ordnungshüter

Polizeiblätz der Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft.
Polizeiblätz der Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft. | Bild: Scherrer, Aurelia

Ursprung: Dirigiert die Narren auf den Straßen und verkündet den Beginn der Fastnacht.

Merkmale: Schelle, oft Uniform und Holzgewehr oder Säbel.

Beispiele: Singener Narrenbolizei, Stockacher Narrenbüttel, Konstanzer Polizeiblätz.