Mit Temperaturen weit über 30 Grad sorgt der Sommer in Baden-Württemberg für große Trockenheit. Der Donnerstag war mit 35,8 Grad in Mannheim der wärmste Tag des Jahres im Land.

Die Hitze macht vor allem auch Seen und Flüssen zu schaffen. Auf dem Oberrhein können Schiffe nur noch mit halber Ladung fahren; der Energieversorger EnBW hat die Leistung eines Kraftwerksblocks in Karlsruhe gedrosselt, um die Erwärmung des Flusswassers nicht weiter zu beschleunigen.

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Von dem Niedrigwasser betroffen seien vor allem kleine und mittlere Gewässer, teilte die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg mit. Von Februar bis Juni seien im Südwesten nur rund zwei Drittel des zu erwartenden Niederschlags gefallen. An rund 45 Prozent der Pegel sei der Wasserstand bereits unter den niedrigsten Wert eines durchschnittlichen Jahres gefallen.

Anwohner auf der Höri müssen Wasser sparen

Der Bodensee-Pegel in Konstanz lag am Freitagmorgen bei 3,37 Metern und damit 67 Zentimeter unter dem üblichen Mittelwert für Juli. Im Untersee bei Radolfzell sank der Wasserstand auf 2,89 Meter, dem bisher niedrigsten Stand in einem Juli. Am Rhein bei Karlsruhe lag der Wasserstand zwischen 3,90 und 4 Metern und damit 15 Zentimeter über dem jährlichen Niedrigwasserstand.

24.07.2018, Niedersachsen, Sarstedt: Badegäste schwimmen im Freibad (Luftaufnahme aus Ultraleichtflugzeug). Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Abkühlung gesucht: Badegäste schwimmen im Freibad in Niedersachsen (Luftaufnahme aus Ultraleichtflugzeug). | Bild: Julian Stratenschulte

In der Gemeinde Öhningen auf der Bodensee-Halbinsel Höri ist der Trinkwasserverbrauch erheblich gestiegen – mit der Folge, dass die Bewohner jetzt Wasser sparen müssen. Damit das Wasser zum Trinken und Waschen nicht ausgeht, dürfen die Bewohner nicht mehr ihren Rasen sprengen, ihr Schwimmbecken befüllen und müssen auf das Waschen ihrer Autos mit Trinkwasser verzichten.

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Für die kommenden Tage rechnet die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) wegen des trockenen Wetters mit weiter sinkenden Wasserständen. Einzelne Schauer könnten zwar zu lokalen Anstiegen führen, an der Situation aber nichts ändern.

In Niedersachsen bekommen Kühe durch eine Wasserdusche im Stall eine Abkühlung.
Kühe bekommen durch eine Wasserdusche im Stall eine Abkühlung. | Bild: Holger Hollemann

Bei tagelanger Hitze und Sonnenschein erwärmte sich das Wasser des Rheins inzwischen auf Werte um 25 Grad. Der Energieversorger EnBW drosselte laut einer Unternehmenssprecherin die Leistung eines Kraftwerksblocks in Karlsruhe. So wird der Eintrag von Wärme in den Fluss über das Kühlwasser reduziert.

„Ich rechne schon nächste Woche mit der Tragödie“

Wegen der hitzebedingten hohen Wassertemperaturen im Rhein ist nach Expertenmeinung ein großes Fischsterben kaum noch abzuwenden. „Ich rechne schon nächste Woche mit der Tragödie“, sagte der Geschäftsführer des schweizerischen Fischereiverbandes, Philipp Sicher. Zwischen Schaffhausen und dem Untersee müsse mit Tausenden toten Fischen gerechnet werden.

Der Rhein habe dort schon 25 Grad Wassertemperatur. 27 Grad sei für die Fische tödlich.

Auf Schweizer Seite seien in den vergangenen Wochen etwa an Zuflüssen kälterer Bäche sechs Kaltwasserbecken als Zufluchtsort für die Fische ausgebaggert worden. Mehr könne man nicht tun.

Waldbrand bei Potsdam

In vielen Regionen Deutschlands – besonders im Norden und Osten – herrscht höchste Waldbrandgefahr. In der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam gingen rund 90 Hektar Kiefernwald in Flammen auf. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an.

In Brandenburg kam es im Juli durch die Düre zu einem großflächigen Waldbrand.
In Brandenburg kam es im Juli durch die Düre zu einem großflächigen Waldbrand. | Bild: dpa

Dort leben rund 2800 Einwohner. Am Freitagmorgen hatten die Einsatzkräfte den Brand dann unter Kontrolle gebracht. Nach Angaben der örtlichen Feuerwehr und des Kreises Potsdam-Mittelmark vom Freitagmorgen waren die Flammen in dem teils durch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg verseuchten Gebiet allerdings noch nicht ganz gelöscht. Eine zeitweise befürchtete Evakuierung des kleinen Orts erwies sich als unnötig.