1. Für Trump könnte es eng werden. US-Präsident Donald Trump ist felsenfest davon überzeugt, dass er im November nächsten Jahres wiedergewählt wird. Doch jetzt läuft er Gefahr, sein bestes Argument zu verlieren. Zwar liegt die Arbeitslosenquote derzeit nur bei 3,7 Prozent, doch rechnen immer mehr Experten damit, dass es in der US-Wirtschaft 2020 oder 2021 zu einer Rezession kommen wird. Und so etwas mögen die Wähler auch in den USA gar nicht: Neben der Parteizugehörigkeit der Kandidaten sind für sie vor allem die Arbeitsmarktlage und die Konjunktur entscheidend, wenn sie ihren Stimmzettel ausfüllen. Das wusste einst auch Ex-Präsident Bill Clinton, der es so formulierte: „It‘s the economy, stupid!“, was übersetzt in etwa heißt: Es kommt vor allem auf die Wirtschaft an, ihr Dummerchen.
    Bild: Jim Watson/afp
  2. Die Douglasie rettet den Wald. Zumindest ein bisschen. Wo die Erd­erwärmung Tanne und Fichte dahinrafft, kann sie länger überleben. Heimisch ist sie aber nicht zwischen Kirchzarten und dem Kinzigtal, sondern zwischen Kalifornien und Kanada. Erst im 19. Jahrhundert kam sie nach Europa, ist kein Teil unseres natürlichen Ökosystems – aber ein fremder Baum ist halt immer noch besser als gar kein Baum. So pflanzte Agrarminister Peter Hauk diese Woche symbolisch eine Douglasie in den Südschwarzwald. Aber: Die Douglasie allein wird den Wald nicht erhalten. Das kann nur der Mensch, das können nur wir selbst: Indem wir unseren CO2-Ausstoß rasch senken und den Klimawandel noch bremsen. Dann haben auch die Schwarzwald-Symbole Tanne und Fichte noch Chancen.
    Bild: Peter Rosa
  3. Der Soli ist 30 Jahre nach dem Mauerfall Geschichte. Viele fragen sich: Ist die große Koalition handlungsfähig? Die SPD wollte die Steuern senken, als sie die Koalition einging. Nun löst sie das Versprechen ein Stück weit ein. Für 90 Prozent der Steuerzahler entfällt der Solidaritätszuschlag, der keine Steuer war, aber häufig als solche empfunden wurde. Eine Belastung weniger, das ist vor allem das Werk von Finanzminister Olaf Scholz. Der SPD-Politiker löst damit eine alte Forderung ein, den Soli nach den harten Jahren nach der Vereinigung abzuschaffen. Was bisher nicht geschah. Nun wird er gekippt zum 1. Januar 2021. Nicht alle, aber die meisten werden davon befreit. Ein Beispiel: Ledige Arbeitnehmer zahlen keinen Soli mehr, wenn sie weniger als 74 000 Euro jährlich brutto verdienen.
    Bild: Jens Büttner/dpa
  4. Auch Frauen können Sexismus. Zu Zeiten, in denen überempfindliche Gemüter bei jeder kleinsten Bemerkung die Flöhe husten hören, mag man gar nicht mehr hinhören: Sexismus in der Literaturkritik? So ein Unsinn! Doch jene Autorinnen, die das beklagen, haben mehr zu bieten als bloßen Protest: nämlich dichterische Kompetenz. So drehen sie einfach den Spieß um und schreiben selbst Kritiken. Unter dem Twitter-Hashtag „Dichterdran“ beurteilen sie ihre männlichen Kollegen gnadenlos nach rein optischen Kriterien, loben ihre „sinnliche Ausstrahlung“ oder die „eisblauen Augen“, während das literarische Werk gerade mal ein gönnerhaftes „apart“ oder „erfrischend“ abbekommt. Siehe da: Das wirkt tatsächlich ganz schön entlarvend. Eins zu null für die Frauen.
    Bild: Bernhardt, Alexander
  5. Die SPD kann aus dem Vollen schöpfen. Keiner will SPD-Chef werden? Von wegen. Kurz vor Bewerbungsschluss kommen sie alle aus ihren Ecken. Zuletzt warf noch die SPD-Linke Hilde Mattheis gemeinsam mit Dierk Hirschel, Chefökonom der Gewerkschaft Verdi, den nicht vorhandenen Hut in den Ring. Sie fordern nichts weniger als einen „radikalen Neustart“, will heißen Hartz IV weg, Mindestlohn auf 12 Euro und ein Ausbau des Sozialstaats. Damit wäre dann wohl so ziemlich alles vertreten im Rennen um das Spitzenamt. Endlich mischt mit Olaf Scholz auch ein echter Spitzengenosse mit. Wobei, so richtig vom Hocker reißt der die Basis wohl auch nicht. Ein Scholz-Zug ist da nicht in Sicht. Aber: Leere Hypes wie den um Martin Schulz braucht sowieso keiner.
    Hilde Mattheis (SPD), DL21-Bundesvorsitzende, und Dierk Hirschel (SPD), DL21-Vorstandsmitglied, beantworten auf einer Pressekonferenz zu ihrer Kandidatur für den SPD-Vorsitz Fragen von Journalisten. Der Verein “Forum Demokratische Linke 21„ (DL 21) hatte sich im Juni 2000 als Gruppierung innerhalb der SPD gegründet.
    Hilde Mattheis (SPD), DL21-Bundesvorsitzende, und Dierk Hirschel (SPD), DL21-Vorstandsmitglied, beantworten auf einer Pressekonferenz zu ihrer Kandidatur für den SPD-Vorsitz Fragen von Journalisten. Der Verein “Forum Demokratische Linke 21„ (DL 21) hatte sich im Juni 2000 als Gruppierung innerhalb der SPD gegründet. | Bild: Wolfgang Kumm/dpa
  6. Der Klimawandel verschont auch die Royals nicht. Es ist ja nicht so, dass die Royals mit Prinz Andrew in Sachen Epstein derzeit nicht schon genug Probleme hätten. Jetzt bringen auch noch Prinz Harry und seine Frau Meghan neue Negativschlagzeilen ins Haus. Während sich das Paar gerne öffentlichkeitswirksam als Klimaretter darstellt, hält ihm die britische Boulevard-Presse jetzt vor, unnötig mit Privatjets in der Gegend herumzufliegen. Erst ging es nach Ibiza, wo Meghan ihren 38. Geburtstag feierte, danach zum Drei-Tages-Trip zu Familienfreund Elton John nach Südfrankreich. Imagemäßig ein Desaster, und in diesen Zeiten hätte sich das Adelspaar denken können, dass das schnell auffällt. Zumal andere für eine noch viel längere Reise sogar aufs emissionsfreie Segelboot umsteigen.
    Prinz Harry und Herzogin Meghan besuchen die Familie Woodley auf der von einer schweren Dürre betroffenen Farm von Mountain View. Britische Boulevardmedien hatten das royale Glamour-Paar, das gerne in sozialen Netzwerken zum Klimaschutz aufruft, der Heuchelei bezichtigt. Grund waren Berichte über mehrere Flüge des Paars in Privatjets innerhalb weniger Tage.
    Prinz Harry und Herzogin Meghan besuchen die Familie Woodley auf der von einer schweren Dürre betroffenen Farm von Mountain View. Britische Boulevardmedien hatten das royale Glamour-Paar, das gerne in sozialen Netzwerken zum Klimaschutz aufruft, der Heuchelei bezichtigt. Grund waren Berichte über mehrere Flüge des Paars in Privatjets innerhalb weniger Tage. | Bild: Chris Jackson/dpa