1. Baden-Württembergs Bienen können hoffen. Das Innenministerium in Stuttgart hat den Antrag für ein Volksbegehren für Artenschutz geprüft und für verfassungsgemäß befunden. Das ist ein erster großer Erfolg für die Urheber, zwei Imker aus Stuttgart. Nun werden sie erneut Stimmen sammeln: 770 000 Unterschriften benötigen sie, um das Anliegen in Form eines Gesetzentwurfs einbringen zu können. Die Initiatoren fordern darin unter anderem, dass die Hälfte aller landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet wird sowie den weitgehenden Verzicht auf Pestizide. Hinter dem Vorstoß stehen auch Nabu sowie BUND. – Stark sind die Bedenken gegen diesen geplanten Umbau der Landwirtschaft: Winzer und viele Obstbauern argumentieren, dass sie dann nicht mehr konkurrenzfähig sind. (uli)
    Eine Biene zieht Nektar aus einer gelben Wiesenblume.
    Eine Biene zieht Nektar aus einer gelben Wiesenblume. | Bild: Fabian Sommer
  2. Ein getöteter Auerhahn sorgt bis nach New York für Entsetzen. Es war die wahrscheinlich dümmste Schnapsidee der Woche: Zwei junge Betrunkene erschlugen auf dem Rückweg von einem Fest am Feldberg einen Auerhahn. Er habe sie attackiert, sagen sie, was kein Experte so richtig glauben konnte. Stattdessen dominierte Entsetzen über die sinnlose Tötung des sehr seltenen und streng geschützten Vogels. In der Region war der getötete Hahn bekannt, „Heini“ hatte man ihn mal getauft. Mancher berichtete, schon einmal ein Selbstporträt mit ihm gemacht zu haben. Andere beschrieben ihn als ruhigen Zeitgenossen, andere nannten ihn verhaltensauffällig. Die Geschichte war so eigenartig und traurig, dass selbst die große New York Times ihr einen Online-Artikel widmete. (dod)
    Ein Auerhahn. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht und werden streng geschützt.
    Ein Auerhahn. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht und werden streng geschützt. | Bild: Michael Reichel
  3. Nicht alles, was Donald Trump macht, ist Mist. Ja, der alte weiße Mann im Weißen Haus verzapft viel Unsinn, seine geistige Gesundheit wurde schon häufiger infrage gestellt. Aber bei seiner Reform des Einwanderungsgesetzes tritt er in die Fußstapfen einiger seiner Amtsvorgänger. Der Ansatz, dass jene, die langfristig in den USA leben wollen, nicht dauerhaft vom Staat und dessen Sozialsystemen abhängig sein sollen, ist keine Trump‚sche geistige Verwirrung. Auch in Europa wird Ähnliches praktiziert – trotz Freizügigkeit innerhalb der EU: Wer in ein anderes EU-Land zieht, dort aber nie gearbeitet hat, hat zunächst auch keine Ansprüche auf Sozialhilfe. Schon unter Bill Clinton bekam übrigens nur eine Green Card, wer nachweisen konnte, dass er sich sechs Monate über Wasser halten kann. (mim)
    Donald Trump fordert eine Reform des US-Einwanderungssystems.
    Donald Trump fordert eine Reform des US-Einwanderungssystems. | Bild: Evan Vucci (AP)
  4. Geld macht doch glücklich. Als der Bar-Besitzer Guglielmo Poggi im norditalienischen Lodi von dem Rekord-Lottogewinner hörte, der bei ihm den entscheidenden Schein gezogen hatte, musste er nicht lange überlegen. Kurzerhand schaltete er den Fernseher aus, erhob sich vom Sofa und ging samt Ehefrau Marisa und Tochter Sara zurück zur Bar und öffnete wieder. Dort versammelten sich schon einige, die ebenfalls von dem Rekordgewinn von 209 Millionen Euro gehört hatten. Es gab schließlich etwas zu feiern. Poggi schenkte Frei-Prosecco aus und seine Bar Marino war kurzerhand wieder voll. Der Gewinner zeigte sich zwar nicht – zumindest nicht offiziell – doch das tat der spontanen Party keinen Abbruch, den Millionen-Gewinn eines Unbekannten zu betrinken. (dba)
    Stolz zeigt Sara, Tochter des Bar-Besitzers Poggi, den Gewinner-Schein.
    Stolz zeigt Sara, Tochter des Bar-Besitzers Poggi, den Gewinner-Schein. | Bild: Laura Gozzini
  5. Bei der deutschen Wirtschaft ist Wachstum nicht mehr garantiert. Seit der Finanzkrise ging es mit der deutschen Wirtschaft ständig bergauf. Die Auftragsbücher der Unternehmen waren gut gefüllt, die Aktienkurse stiegen und die Arbeitslosigkeit sank – in einigen Landkreisen sogar bis zur Vollbeschäftigung. Doch nun scheint der lange Zyklus des Aufschwungs an seine Grenzen zu stoßen. Im zweiten Quartal dieses Jahres ist die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent geschrumpft. Im dritten Quartal könnte es weiter bergab gehen. Einige Firmen haben schon Kurzarbeit angemeldet und mehrere Konzerne – darunter SAP, Bayer und Siemens – wollen Mitarbeiter entlassen. Schuld sind vor allem die internationalen Querelen wie der Brexit und der von Donald Trump angezettelte Handelsstreit. (td)
    Ein ZF-Mitarbeiter baut in Friedrichshafen ein Getriebe zusammen.
    Ein ZF-Mitarbeiter baut in Friedrichshafen ein Getriebe zusammen. | Bild: Felix Kästle
  6. Woodstock war auch nicht besser als andere Festivals. Manche behaupten sogar, dass es musikalisch bedeutungslos war. Die damals wichtigsten Bands, die Beatles und die Rolling Stones, waren jedenfalls nicht dabei. Aber über Musikgeschmäcker lässt sich nicht streiten. Unstrittig hingegen ist die Menge an Müll, die das Publikum zurückließ. Sie war gigantisch. Zeugt das nun von (noch) fehlendem Umweltbewusstsein oder von jugendlicher Gutgläubigkeit? So nach dem Motto: Mama wird‘s schon wegräumen. Heute versuchen Festivals wie das Southside, mit grünen Projekten den Müllberg irgendwie kleinzurocken. So gesehen dürfte das Bewusstsein für die Umweltprobleme inzwischen gewachsen sein – die Probleme durch Klimaerwärmung oder Mikroplastik allerdings auch. (esd)
    Mit dem Auto anreisen und Müllberge hinterlassen –  das war Woodstock.
    Mit dem Auto anreisen und Müllberge hinterlassen – das war Woodstock. | Bild: ANNIE BIRCH