Einen Eindruck davon, wohin sich der Wald im Nationalpark im Lauf der Jahrzehnte entwickeln könnte, können sich Besucher jetzt schon verschaffen: Der Bereich um den Wilden See im Raum Ruhestein entwickelt sich der Lebens- und Naturraum Wald seit 100 Jahren ungestört von menschlichen Eingriffen. Die geführte Rundtour zum Wilden See ist neben dem Lotharpfad und den Allerheiligen-Wasserfällen einer der Touristenmagnete im Programm des Nationalparks und führt mitten hinein in die Kernzone, in der es bereits „eine Spur wilder“ – Slogan des Nationalparks – zugeht.

Kernzone umfasst derzeit knapp ein Drittel 

Die Kernzone umfasst derzeit knapp ein Drittel der Nationalparks-Gesamtfläche. Innerhalb der nächsten 30 Jahre muss sie auf 75 Prozent der Gesamtfläche ausgedehnt werden. Besucher werden – auf ausgewiesenen Wegen – auch weiter dauerhaft Zutritt zur Kernzone haben. Der Eintritt in den Nationalpark ist kostenlos und soll es auch dauerhaft bleiben. Die Beschilderung der Nationalparkgrenzen ist derzeit noch nicht ganz abgeschlossen, auch die Informationstafeln sind noch nicht flächendeckend angebracht.

Der Nationalpark bietet über das ganze Jahr hinweg für Besucher jeden Alters und Interesses Veranstaltungen und Führungen an, die von Natur- und Wildnispädagogen oder den derzeit 30 Rangern des Nationalparks geleitet werden, von morgens um fünf Uhr – „Der Tag erwacht“ bis zur „Sternenführung“, die um 22 Uhr startet. An den Veranstaltungen im ersten Jahr 2015 nahmen rund 11500 Besucher teil, 2016 waren es bereits knapp 25 000.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Wildnispädagogik für Kinder und Jugendliche. Dafür stehen Mitarbeiter aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachrichtungen zur Verfügung. Der Nationalpark arbeitet im Bildungsbereich mit einer Vielzahl von Partnern zusammen, darunter sind Hochschulen, Schulen, Kindergärten, Schulämter und Regierungspräsidien, Naturschutz-, Umwelt- und Wanderverbände und weitere Bildungsträger. Derzeit gibt es 19 Kooperationsschulen und 15 Kooperationskindergärten aus der Nationalparkregion sowie die Programme „Jugendranger“ und „Naturentdecker“.

Ziel ist auch, das Angebot des Naturschutzzentrums barrierefrei zu machen – von rollstuhl- oder rollatorgerechten Waldwegen bis hin zur Führung mit Gebärdendolmetscher. Das Informations- und Besucherzentrum soll ab 2020 die Möglichkeiten erhöhen. Aufgaben und Ziele des Nationalparks sind im Nationalparkplan festgehalten. Übergeordnete Aufgabe ist dabei laut Direktor Thomas Waldenspuhl, den ungestörten Entwicklungsprozess des Nationalparks zu schützen. „Ein Experiment mit offenem Ausgang“, sagt Waldenspuhl.

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