So reagieren Freunde und Verwandte: Skepsis gegenüber alkoholfreiem Wein

Freunde und Verwandtschaft wissen schon länger, dass bei mir an bleifreien Tagen keine Promille ins Glas kommen. Gut finden es alle, und viele sagen: "Du hast recht. Man sollte wirklich nicht einfach nebenher Alkohol trinken..." Nur beim Hinweis auf den alkoholfreien Wein, den es an diesen Abenden gibt, schütteln sich die meisten. Ach, echt, kann man das denn trinken, fragte meine Mutter zweifelnd. Ja, man kann!

Für Redakteurin Beate Schierle bleibt das Weinglas während der Fastenzeit leer.
Für Redakteurin Beate Schierle bleibt das Weinglas während der Fastenzeit leer. | Bild: Gora, Aldo

Meine ersten Tage: Es braucht mentale Stärke

Die waren einfach, weil ich das Ganze ja schon länger mache. Während des Selbstversuchs kam ein gewisser Mutwille bei mir auf. Warum immer nur zwei Tage? Warum nicht mal drei oder vier? Klar wird: Der Verzicht ist eine mentale Sache. Wenn man sich sagt: Du, heute Abend und morgen trinkst du nichts, ist das gar kein Problem.

Die Schwierigkeiten: Das Gläschen Gigondas

Nur einmal wurde ich schwach. Die Genuss-Messe in Radolfzell am 24. März war doch zu viel der Versuchung. Wie soll man auch widerstehen, wenn einem am französischen Stand ein Gläschen Gigondas aufgenötigt wird (für Nicht-Weintrinker: ein herrlicher Südfranzose aus einem Dörfchen oben im Rhonetal, bei dem die Sonne aus jedem Tropfen scheint). Da bin ich der Versuchung dann erlegen. Ohne schlechtes Gewissen allerdings. Es war ja Gott sei Dank ein Sonntag. Da dürfen auch kirchlich geprägte Faster eine Ausnahme machen.

Die Vorteile: Die Sinne kommen stärker zurück

Nur das, was es nicht immer gibt, weiß der Mensch zu schätzen. Das hat sich auch bei diesem Selbstversuch gezeigt. Nach der mehrtägigen Weinpause rieche und schmecke ich bewusster, was für einen Wein ich da im Glas habe. Dazu hat alkoholfreier Wein zwei Drittel weniger Kalorien, und man kann mit ihm mit genau so schön den Feierabend einläuten wie mit "richtigem" Wein. Der Kopf bleibt klar, wenn es wieder wärmer wird. Auch bleifreier Hugo schmeckt klasse. Und erst die ganzen feinen Tonics! Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Wenn der Wein schon in kleineren Mengen genossen werden soll, dann kaufe ich lieber noch eine Kategorie besser. Das kostet. Gespart ist also nix...

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