• Fußball-Freuden: Im Jahr 2014 war die Euphorie groß, als Deutschland im Endspiel gegen Argentinien Fußballweltmeister wurde – zwei Turniere nach dem „Sommermärchen“ von 2006. Den Gastgeber Brasilien hatte die Elf zuvor mit einem sensationellen 7:1 aus dem Turnier gekickt. 2018 war die Schmach dann umso größer, als Deutschland bei der Fußball-WM in Russland schon in der Vorrunde ausschied.
     
Bastian Schweinsteiger aus Deutschland jubelt mit dem WM-Pokal auf der Fanmeile nach dem Sieg im Finale der Fußball-WM 2014 in Brasilien zwischen Deutschland und Argentinien.
Bastian Schweinsteiger aus Deutschland jubelt mit dem WM-Pokal auf der Fanmeile nach dem Sieg im Finale der Fußball-WM 2014 in Brasilien zwischen Deutschland und Argentinien. | Bild: Alex Grimm/dpa/Getty/DFB
  • Terror und Flüchtlingskrise: Die Anschläge von IS-Terroristen in Paris (Bataclan, im November 2015) und Nizza und auf den Weihnachtsmarkt in Berlin (2016) erschütterten die Bürger. Sie boten Stoff für Streit und Hetze rechter Parteien wie der AfD. Wegen des Syrien-Kriegs flohen immer mehr Menschen nach Europa. Am 4. September 2015 kamen zunächst Hunderte Flüchtlinge mit Erlaubnis der Bundeskanzlerin aus Ungarn nach Deutschland. Es folgten Zigtausende.
     
Polizisten und Rettungskräfte stehen vor der Gedächtniskirche in Berlin. Im Dezember 2016 richtete Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ein Blutbad an.
Polizisten und Rettungskräfte stehen vor der Gedächtniskirche in Berlin. Im Dezember 2016 richtete Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ein Blutbad an. | Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Mode und Männer: T-Shirts mit Slogan kamen zurück und Knöchel erlebten an hochgekrempelten Hosen ihre Entdeckung. Der neue Menschentypus Hipster ist ein Phänomen. Viele Großstadtmänner zeigen sich gern mit einem Bart. Andererseits wurden Geschlechterbilder immer fließender – siehe Conchita Wurst als bärtige Dragqueen. Deutschland schaffte es, die Norm der Heterosexualität zu durchbrechen und die Ehe für alle – also auch Lesben und Schwule – einzuführen.
     
Conchita Wurst, Gewinnerin des Eurovision Song Contest (ESC), 2015.
Conchita Wurst, Gewinnerin des Eurovision Song Contest (ESC), 2015. | Bild: Daniel Reinhardt
  • Hygge: In den eigenen vier Wänden zelebrierten viele den „Hygge“-Trend (dänisch für: gemütlich, geborgen). Die Autorin Marie Kondo half beim Aufräumen – in ihren Büchern führt der Weg zum Glück über ein ordentliches Zuhause. Wer verreiste, buchte seine Unterkunft bei Airbnb und schlief in Privatwohnungen statt Hotels. Beim Urlaub boomten einerseits Dreck machende Kreuzfahrtschiffe und Städte-trips per Flugzeug. Andererseits war von „Flugscham“ die Rede.
     
Jetzt wird es gemütlich: Hygge war das Zauberwort der 2010er-Jahre.
Jetzt wird es gemütlich: Hygge war das Zauberwort der 2010er-Jahre. | Bild: Kachelofenverband Sommerhuber
  • Fernsehen 2.0.: Sieger des Jahrzehnts war ein alter Bekannter: der Sonntagskrimi „Tatort“, der in ungeahnte Quotenhöhen stieg. Daneben stiegen im Ansehen weltweit US-Serien, die als das neue Erzählmedium schlechthin gelten. Streaming-Dienste wie Netflix wurden wichtiger. Das sogenannte Binge-Watching (Komagucken vieler Folgen am Stück) breitete sich aus. Liveshows zogen dagegen weniger. Das ZDF stellte 2014 nach 33 Jahren den Samstagabend-Klassiker „Wetten, dass..?“ ein.
     
Netflix und andere Streamingdienste wie amazonprime werden bei vielen Menschen immer beliebter.
Netflix und andere Streamingdienste wie amazonprime werden bei vielen Menschen immer beliebter. | Bild: Alexander Heinl/dpa
  • Politische Überraschungen: Manches geschah für die verdutzten Europäer über Nacht. Am 9. November 2016 stand nachts überraschend der Immobilien- und TV-Promi Donald Trump als Sieger der US-Präsidentenwahl fest. Mancher meinte morgens beim Radiohören, das müsse ein Irrtum sein. Nicht nachts, aber dennoch überraschend kam für die Europäer der Entscheid der Briten, die EU zu verlassen: am 23. Juni 2016. Auf den Vollzug warten alle noch heute. Mancher sehnt sich nach einem Ende.
     
Befürworter des Brexit halten Plakete hoch mit den Aufschriften „Never defy the people again“ (Bietet den Bürgern nie wieder die Stirn) und „Make this nation glorious“ (Macht diese Nation prächtig).
Befürworter des Brexit halten Plakete hoch mit den Aufschriften „Never defy the people again“ (Bietet den Bürgern nie wieder die Stirn) und „Make this nation glorious“ (Macht diese Nation prächtig). | Bild: KIRSTY WIGGLESWORTH/AP/dpa
  • Trendige Tiere: Fast überall war das trendige Fabelwesen Einhorn zu sehen – auf Kindergeburtstagen, Popfestivals, Anti-Nazi-Demos, Pullis, Jutebeuteln. Der kindische Modetrend hatte etwas mit Ironie und Realitätsflucht zu tun: Einhörner stehen für Friede und Freude, betonten Experten. Man möchte fast ergänzen: Eierkuchen! Auch Flamingos kamen gut an, etwa als große Schwimmtiere. Sie sind im Wasser nicht immer leicht zu entern und bieten insofern auch für die Zuschauer etwas.
     
Selina Daum aus dem Odenwald macht mit ihrer Familie Urlaub am Bodensee und hat viel Spaß mit ihrem schwimmenden Einhorn.
Selina Daum aus dem Odenwald macht mit ihrer Familie Urlaub am Bodensee und hat viel Spaß mit ihrem schwimmenden Einhorn. | Bild: Gisela Keller
  • Flirten im Netz: Zur Partnersuche oder einfach nur für Sexdates setzten sich mobile Dating-Apps durch. Bei Tinder sortiert man Flirt-Vorschläge nach Attraktivität. Jemand uninteressant? Foto nach links verschieben! Jemand sexy? Foto nach rechts wischen! Mancher findet das menschenunwürdig, andere zucken nur die Achseln. Was soll‘s? Das Smartphone-Spiel „Pokemon Go“ mit virtueller Monsterjagd in realer Umgebung war angesagt, ebenso wie die Klugscheißer-App „Quizduell“. <dpa)
     
Flirten per Whatsapp oder Tinder? Heutzutage kein Problem mehr!
Flirten per Whatsapp oder Tinder? Heutzutage kein Problem mehr! | Bild: jos_persona - stock.adobe.com