Die Hitzewelle in Deutschland hält an. Die meisten zieht es in ihrem Urlaub an den Süden: Italien steht hoch im Kurs, Griechenland mit seinen unzähligen Inseln oder Kroatien mit der Blauen Adria. Wer damit wenig anfangen kann und spontan umbuchen will, für den haben wir sechs garantiert hitzefreie Reiseziele.

Dabei reicht die Auswahl von 19 Grad bis hin zu elf Grad Celsius. Keine Sorge: Für manche Ziele, müssen Sie nicht einmal weit weg fliegen. Mit dem Auto kann es mitunter auch gehen.  

19 Grad Celsius: Australien

21.07.2018, Australien, Sydney: Die Umweltschutzorganisation "Sea Shepherds" steht anlässlich einer Pressekonferenz im Overseas Passenger Terminal, vor der Oper in Sydney. Der indische Industriekonzern Adani treibt seine Pläne für den Bau eines umstrittenen Kohlebergwerks in der Nähe des Great Barrier Reef in Australien voran. Umweltschützer befürchten, dass die Grube das weltberühmte Korallenriff vor der Küste von Queensland beeinträchtigen wird. Foto: Jeremy Ng/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ |
Die Oper in Sydney in der untergehenden Abendsonne. | Bild: Jeremy Ng (AAP)

Am Hörnle vertrocknet das Gras, der Wasserstand im Bodensee ist so niedrig, um nass zu werden müsste sich der Badende schon flach ins Wasser legen. Nicht so in Australien. Wo sich der Urlauber eigentlich sengende Hitze, rot schimmernden Sand und knorrige vertrocknete Bäume vorstellt, ist gerade Winter.

Kühle Temperaturen am Ayers Rock

Der Kontinent zwischem dem Indischen und Pazifischen Ozean weist momentan Durchschnittstemperaturen von 16 bis 22 Grad Celsius auf, zumindest an der Küste.

Im Landesinneren, genauer: am bekannten Ayers Rock, rollt bei 24 Grad Celsius kein Strohballen durch die Prärie. Für alle Naturburschen schon mal eine gute Nachricht.

Kulturelle Vielfalt in Melbourne und Sydney   

Der siebtgrößte Kontinent ist aber auch etwas für Städteliebhaber. Ein Besuch sind die Metropolen Melbourne und Sydney allemal wert: Laut des Australischen Statistikbüros ABS siedelt sich die Mehrheit der Zugwanderten in den Megacities an.

Kulturelle Vielfalt ist also gegeben, genauso eine Vielzahl allgemein bekannter Sehenswürdigkweiten, wie das Sydney Opera House.

18 Grad Celsius: Norwegen

Zum Themendienst-Bericht von Bernd F. Meier vom 20. Mai 2014: Das Bücherdorf liegt abgelegen am Fjærlandsfjord. 
(Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.)  Foto: Bernd F. Meier | Verwendung weltweit
Das Bücherdorf liegt abgelegen am Fjærlandsfjord in Norwegen. | Bild: Bernd F. Meier (dpa-tmn)

Wer das Wort Backpacking hört, denkt meist an junge Menschen mit prall gefüllten Rucksäcken auf den Rücken, die sich ihren Weg durch Städte und Landschaften Lateinamerikas oder Asiens bahnen. Doch weit gefehlt: Das geht auch im Norden Europas.

Das Auto kann zuhause stehen bleiben

Zwischen Oslo, Bergen und Trondheim liegt es: das Fjordland in Norwegen. Das lässt sich, natürlich nicht nur von reisefreudigen jungen Menschen, sondern auch von Urlaubern allen Alters bereisen.

Der Vorteil: Ein eigenes Auto ist nicht nötig. Dabei gibt es viel zu sehen: Karge Gebirgslandschaften, zum Teil schneebedeckte Berggipfel und mit etwas Glück: Moschusochsen.

Die Reise ist ein Mix aus allen Verkehrsmitteln

Die komplette Reise kann mit Eisenbahn, Fähre, Bus und Schiff zurückgelegt werden. Das wohl wichtigste Detail: Der Blick auf das Thermometer verrät allen hitzescheuen Urlaubern, dass sie in Norwegen genau richtig sind. Das Quecksilber klettert nur leicht über 20 Grad Celsius.

16 Grad: Alaska

Der Berg Denali, bis 2015 Mount McKinley, aufgenommen in Alaska (USA).
Der Berg Denali, bis 2015 Mount McKinley, aufgenommen in Alaska (USA). | Bild: epa Gary Kemper (EPA)

Jetzt nähern wir uns mit großen Schritten der 10-Grad-Marke und zwar in Alaska. Nordwestlich von Kanada gelegen, ist Alaska der größte und am dünnsten besiedelte US-Bundesstaat. Was an Einwohnern fehlt macht Alaska mit Nationalparks wett: Immerhin zählt dieser Teil der USA ganze acht große Nationalparks.

Der amerikanische Traum ist hier ein anderer

Der amerikanische Traum hat in Alaska nichts mit finanziellem Erfolg verbunden mit sozialem Aufstieg zu tun, sondern eher: ein Traum für Camper. An den großen Straßen gibt es Campingplätze mit Strom und Wasserversorgung. Wild campen ist auch erlaubt, solange die Natur keinen Schaden nimmt.

Diese ist auch dementsprechend unberührt. Selbst am wichtigsten Touristenziel - Nordamerikas höchstem Berg, dem Denali - ist die Wildnis drumherum nicht von Touristen überlaufen. Und die gute Nachricht für alle Hitzegeschädigten: Der Sommer in Alaska ist kurz, die Temperaturen schwanken zwischen 15 und 19 Grad Celsius. 

14 Grad Celsius: Island

ARCHIV - 28.06.2017, Island, Rangarping eystra: Touristen besichtigen den Wasserfall «Seljalandsfoss». (zu dpa ««Inselträume»: Islands mutige Menschen und unverfrorene Trolle» vom 24.07.2018) Foto: Daniel Naupold/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
Touristen besichtigen den Wasserfall Seljalandsfoss in Island. | Bild: Daniel Naupold (dpa)

Was verbinden Menschen normalerweise mit Island? Geysire, Elfen und Trolle. Während die beiden Fabelwesen eher in der Welt der Fantasie gehören, sind heiße Quellen durchaus auf Island zu finden.

Kurze Sommer, lange Winter

Das Naturschauspiel der Geysire macht Island unter anderem zu einem begehrten Reiseziel. Darüber hinaus hat der vulkanreiche und zweitgrößte Inselstaat Europas noch viel mehr zu bieten, nämlich: Island hat im Gegensatz zum Rest des Kontinents kurze Sommer und lange Winter.

Sommer, dass heißt für isländische Verhältnisse recht kühl, nämlich 12 bis 15 Grad Celsius. Und da kommen die anfangs erwähnten heißen Quellen ins Spiel.

Für Naturliebhaber ein Muss

Nein, nicht die aus dem Erdreich schießenden heißen Wasserfontänen, sondern eine der unzähligen auf natürlichem Weg entstandenen heißen Quellen.

So ist Island für alle Hitzemuffel eine gute Reiseoption: Weite unberührte Natur, nicht zu überlaufen von Touristen und wer nicht gänzlich auf Wärme verzichten mag, da schaffen die heißen Bäder Abhilfe.

Und wer weiß: Vielleicht lässt sich bei dem ein oder anderen Wasserfall doch noch mal ein Troll blicken. Auch Fabelwesen müssen sich abkühlen. 

11 Grad: Baffin Island (Arktis)

Zum Themendienst-Bericht von Verena Wolff vom 16. Mai 2017: Die Gemeinde Iqaluit auf Baffin Island hat nur 8000 Einwohner - dort beginnt die Expedition. (Archivbild vom 9.8.2016/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Verena Wolff/dpa-tmn | Verwendung weltweit
Die Gemeinde Iqaluit auf Baffin Island hat nur 8000 Einwohner - dort beginnt die Expedition. | Bild: Verena Wolff (dpa-tmn)

Eisbären, Vögel und Wale: Das bekommen Fotografen bei einer Expedition rund um Baffin Island - die fünftgrößte Insel der Welt - in der kanadischen Arktis vor die Linse.

Im Hochsommer Temperaturen knapp über Gefrierpunkt

Baffin Island liegt überwiegend nördlich des Polarkreises und ist von Iqaluit oder Resolute Bay im Territorium Nunavut zu erreichen. Die wenigen Orte auf Baffin Island sind überwiegend von Inuit bewohnt.

Die Tour um Baffin Island herum findet nur einmal pro Jahr im Hochsommer statt. Die Temperaturen steigen dann meist knapp über den Gefrierpunkt.

Eis soweit das Auge reicht

Zum Vergleich: Im Winter kann die Temperatur unter minus 50 Grad Celsius fallen. Im Hochsommer werden außerdem Fahrten durch die Nordwestpassage angeboten. Wer Eis und Abgeschiedenheit mag, kommt an diesem Ort der Welt voll auf seine Kosten.

Mit Material von dpa