Ein drei Tonnen schwerer Sandsteinklotz hat sich am Samstag gegen 20.30 Uhr bei Weigheim an einem dicht bewaldeten Hanggebiet gelöst und ist auf die Autobahnspur in Richtung Stuttgart gestürzt. Der Felsblock kam erst an der betonbewehrten Begrenzung der Fahrbahnmitte zum Stillstand. Kurze Zeit später krachte ein Porsche auf das massive Hindernis.

Bild: Bernhardt, Alexander

Der Wagen zerschellte und soll, so heißt es weiter von der Polizei, sofort in Flammen aufgegangen und ausgebrannt sein. Nach Informationen des SÜDKURIER soll ein Mann in dem Sportwagen mit Rottweiler Kennzeichen gesessen haben. Der Fahrer habe sich nicht aus seinem Wagen befreien können, hieß es.

Video: Bartler, Wihelm

Kein Steinschlag-Gebiet

An der Autobahn, die bis Sonntagabend teilweise komplett gesperrt war, gab es nur eine Frage: Wie kann sich ein derart großer Stein plötzlich lösen und auf die Fahrbahn stürzen? Aus Retterkreisen hieß es dazu, dass lediglich in Gebieten mit erhöhter Steinschlaggefahr die Straßenumgebung regelmäßig kontrolliert werde. „Dieser Abschnitt hier ist aber kein Steinschlag-Gebiet“, sagte ein Behördenvertreter.

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Die Unglücksstelle befindet sich genau gegenüber des Autobahnparkplatzes Weigenbach West. Der Unglücks-Stein liegt wahrscheinlich schon seit dem Bau der Bodenseeautobahn in den 70-er Jahren in dem Hang. Mit einer Neigung von bis zu 30 Grad gilt das Gelände als nicht übermäßig steil. Ob sich klimatisch bedingte Erosionsprozesse hier neuerdings besonders bodenzersetzend auswirkten, soll in den kommenden Wochen untersucht werden. Große und kleine Bäume wachsen hier und scheinen die Straße fast wie ein Bannwald abzupuffern. Trotzdem donnerte der Fels-Riese am Samstagabend bergab auf die auch an Wochenenden viel befahrene Hauptverkehrsader durch den Schwarzwald.

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Am Sonntag untersuchten Experten einer Spezialfirma und Geologen den Hang. Dieser steigt von der Straße teils mit natürlicher Felsformation an bis auf etwa 60 Meter über der Fahrbahnhöhe. Auf halber Höhe wurde ein zweiter lockerer Quader gefunden.

Video: Bartler, Wihelm
Mit Hydraulikgerät wurde dieser angehoben und zur Straße abgesenkt. Elf Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks sicherten die Arbeiten ab, die Autobahn war deshalb nachmittags über Stunden noch einmal weiträumig voll gesperrt. Vormittags waren die beiden Fahrspuren Richtung Bodensee teilweise offen.

Bild: Bartler Wilhelm