Die Entscheidung von ARD und ZDF, ihr Programm wegen des Brandes in der Kathedrale Notre-Dame in Paris nicht zu ändern, hat Kritik hervorgerufen. Das Erste zeigte am Montag ab 20.15 Uhr die BBC-Dokumentation „Wilde Dynastien“ mit einer Folge über Tiger. „Millionen Menschen fiebern mit der Kirche Notre Dame in Paris", twitterte etwa Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet. „Warum muss man CNN einschalten während die ARD Tierfilme zeigt?“

ARD-Chefredakteur rät zu mehr Sachlichkeit

Der ehemalige Leiter des ARD-Hauptstadtbüros Berlin, Ulrich Deppendorf, meldete sich ebenfalls via Twitter zu Wort.„Warum gab es keinen ARD-Brennpunkt zum Brand von Notre Dame, neben dem Eiffelturm das Symbol Frankreichs? Schwer nachzuvollziehen."

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Die Sender wiesen die Kritik zurück. ARD-Chefredakteur Rainald Becker nutzte gleichfalls Twitter: „Rate zu etwas mehr Sachlichkeit. Das Erste ist kein 24h Nachrichtenkanal und Gaffer TV machen wir auch nicht.“

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Tatsächlich war der Brand bei den öffentlich-rechtlichen Sendern durchaus ein Thema: Die „heute“-Redaktion habe schnell auf die Eilmeldungen dazu reagiert, sagte ein ZDF-Sprecher. In der Sendung um 19.00 Uhr habe die Moderatorin die Zuschauer bereits gegen 19.15 Uhr darüber informiert, dass in der Kirche ein Feuer ausgebrochen sei. „Um 21.45 Uhr ging das "heute journal" mit einer umfassenden Berichterstattung zu den Ereignissen rund um die Kathedrale auf Sendung“, so der ZDF-Sprecher.

Auch die „Tagesschau“ vor der Tier-Doku hatte über den Brand berichtet, wie ein Sprecher von Das Erste sagte. Die aus diesem Anlass etwas verlängerten „Tagesthemen“ um 22.15 Uhr habe das Thema dann ausführlicher aufgegriffen. Außerdem habe es ein „Tagesthemen extra“ um 23.35 Uhr gegeben sowie drei Laufbänder mit aktuellen Informationen, die etwa in der Talksendung „hart aber fair“ und in der Doku nach den „Tagesthemen“ zu sehen waren. (dpa)