München – Es ist vorbei: Die kanadische Küstenwache hat die Suche nach dem in der Labrador See vermissten Sänger Daniel Küblböck eingestellt. Insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hatten zusammengerechnet 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht, wie ein Sprecher der Küstenwache im kanadischen Halifax mitteilte. Doch von dem ehemaligen Popsternchen fehlte jede Spur: „Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden“, sagte Cough.

Kübelböck war zwei Tage nach seinem 33. Geburtstag mit dem Kreuzfahrtschiff "Aidaluna" von Hamburg aus zu einer 17-tägigen Fahrt nach New York aufgebrochen. Nach Angaben der Crew ist er am Sonntag in den frühen Morgenstunden von Bord gesprungen. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser traf die kanadische Küstenwache schließlich die Entscheidung, die Suche vor Neufundland einzustellen. Zunächst hatte die "Aidaluna" kehrt gemacht und war zum mutmaßlichen Ort seines Verschwindens zurückgekehrt, bis die Küstenwache die Suche übernommen hatte. Die Reederei erklärte, sie sei in Gedanken bei der Familie des Vermissten.

Während die Schauspielschule in Berlin, an der der seit seiner Erwachsenenadoption unter dem Namen Kaiser-Küblböck arbeitende Sänger seit 2015 studierte, sich „zutiefst bestürzt und geschockt“ über dessen Verschwinden äußerte, wies sie Spekulationen zurück, der Ex-TV-Star sei dort gemobbt worden. In einem angeblich von Küblböck stammenden Eintrag soll er darüber geklagt haben. Seit Ende Juli hatte der sonst auf sozialen Medien sehr aktive Sänger weder auf Facebook noch auf Instragram neue Posts veröffentlicht.

Der aus Niederbayern stammende Küblböck war Anfang der 2000er Jahre zu Prominenz gekommen. Als schriller Kandidat der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ und danach als Kandidat des RTL-Dschungelcamps gehörte er vorübergehend zu den bekanntesten Fernsehstars. In den danach folgenden Jahren unternahm er verschiedene Aktivitäten als Künstler und Geschäftsmann, zuletzt machte er eine Schauspielausbildung.

Der Fernsehmoderator und frühere Mentor Küblböcks, Dieter Bohlen, zeigte sich schockiert über das Verschwinden seines einstigen künstlerischen Zöglings. „Es tut mir natürlich wahnsinnig leid, ich bin total geschockt“, sagte der „DSDS“-Moderator in einer von ihm im Internet verbreiteten Videobotschaft. In der ersten Staffel der Show war Küblböck vor gut 15 Jahren bundesweit bekannt geworden. Bohlen sagte, er habe sich schon damals sehr gewundert, wie schnell Küblböck in seinen Launen geschwankt sei. Er sei auf der einen Seite ein „lustiges Kerlchen“ im Fernsehen gewesen, bei ihm zu Hause sei er aber auch „unheimlich traurig“ gewesen. Für Kritik von Internetnutzern sorgte Bohlen mit dem Pullover, den er in dem Video trägt. Das Kleidungsstück trägt die Aufschrift „Be one with the ocean“ – sei eins mit dem Ozean. Später entschuldigte sich Bohlen in einem weiteren Video dafür. "Daniel war ein Freund", betonte er: "Ich habe ihn wirklich lieb gehabt."