Aus noch unbekannter Ursache kam ein SUV in Berlin-Mitte von der Straße ab, überfuhr einen Ampelmast und geriet auf einen Gehweg, bevor er einen Baustellenzaun durchbrach, wie eine Polizeisprecherin am Samstag sagte.

Polizei geht von „tragischem Verkehrsunfall“ aus

In dem Auto saßen nach Angaben der Polizei drei Menschen, sie alle wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Bei den vier Toten handele es sich um Passanten, die auf dem Gehweg von dem Auto erfasst wurden. Unter ihnen war nach Angaben der Feuerwehr auch ein Kleinkind. Konkrete Angaben zum Unfallhergang machte die Polizei zunächst nicht. Es müssten erst die weiteren Ermittlungen abgewartet werden. Hinweise auf eine vorsätzliche Tat gibt es nach Angaben eines Sprechers nicht, die Behörden gehen von einem tragischen Unfall aus.

Feuerwehrleute und Sanitäter stehen vor der Unfallstelle auf der Straße.
Feuerwehrleute und Sanitäter stehen vor der Unfallstelle auf der Straße. | Bild: Paul Zinken

Im Internet blühen Spekulationen

Medienberichten zufolge war unter den Toten auch die Großmutter des getöteten Kleinkindes. Dessen Mutter und ein weiteres Kind hätten überlebt. Ausdrücklich bat die Polizei auf Twitter: „Bitte unterlassen Sie Spekulationen aus Rücksicht auf die Angehörigen.“ Zuvor war in dem Onlinedienst unter anderem über ein illegales Autorennen spekuliert worden. Dazu sagte ein Polizeisprecher: „Es gibt derzeit keine Erkenntnisse, dass ein zweites Fahrzeug involviert war.“

Mahnwache am Unfallort

Mehrere Organisationen riefen für Samstagnachmittag zu einer Mahnwache am Ort des Unfalls an der Invalidenstraße Ecke Ackerstraße auf. „Wir sind entsetzt“, erklärte Ragnild Sörensen von Changing Cities. Vier Menschen seien getötet worden – „wegen Rasen. Durch ein einziges Auto“. Roland Stimpel von Fuss e.V. forderte „Schluss mit dem Tempowahn“. Auch wenn Einzelheiten noch nicht bekannt seien, sei klar: „Jeder Stundenkilometer mehr ist eine zusätzliche Gefahr.“ Heiner von Marschall vom Verkehrsclub Deutschland (VCD Nordost) kommentierte: „Wie lange noch wollen wir das in unserer Stadt so einfach hinnehmen?“ jpf/yb