Bei der Suche nach der verschwundenen Berliner Schülerin Rebbeca ist die Polizei erneut einer Spur in Brandenburg nachgegangen. Mitglieder der Mordkommission, Kriminaltechniker sowie 14 Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) setzten am Mittwoch ihre Untersuchungen in einem Wald 50 Kilometer südöstlich von Berlin fort, wie ein Polizeisprecher sagte.

„Das läuft auf unbestimmte Zeit.“ THW-Kräfte setzten ein Bodenradargerät ein, wie ein Fotograf berichtete. Damit kann man Auffälligkeiten im Erdreich erkunden.

Flugblätter mit Bilder der vermissten Rebecca aus Berlin. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus.
Polizisten bei der Suche nach der vermissten Rebecca in einem Waldstück bei Storkow (Oder-Spree). | Bild: Christoph Soeder

Ob bei dem Ort Rieplos wie an den vier vorangegangenen Such-Tagen im Wald auch wieder Hunde eingesetzt werden, konnte die Polizei nicht sagen. „Alles weitere wird sich zeigen, je nachdem, was sich vor Ort ergibt“, hieß es.

Von weiteren Aktionen an anderen Orten sei nichts bekannt. An dem Wald bei Rieplos waren die Spezialisten bereits am Dienstag im Einsatz. Kriminaltechniker hatten dort Spuren auf dem Boden am Waldrand untersucht. Einsatzkräfte hielten auch eine Abbildung, vermutlich von Reifenspuren, zum Vergleich in der Hand.

Mutter spricht von einer Internet-Bekanntschaft

Unterdessen hat Rebeccas Mutter von einer Internetbekanntschaft ihrer Tochter gesprochen. „Es gab da wohl tatsächlich jemanden. Einen Max oder Maxi“, sagte die Frau nach einem Bericht der Zeitschrift „Bunte“ (Online-Ausgabe) vom Mittwoch auf die Frage, ob die Jugendliche vielleicht einen Mann im Internet kennengelernt habe und dies für sich behalten wollte.

Rebecca war am 18. Februar in den frühen Morgenstunden aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verschwunden. Nun wird sie gesucht.
Rebecca war am 18. Februar in den frühen Morgenstunden aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verschwunden. Nun wird sie gesucht. | Bild: Patrick Pleul

Ob die Mutter auch der Polizei von ihrem Verdacht berichtete, ist unklar. Man werde Einzelheiten, die die Angehörigen in Medien äußern, nicht kommentieren, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Spekulationen, dass Rebecca möglicherweise jemanden treffen wollte, hatte es auch seitens ihrer Familie schon früher gegeben.

Die Polizei verdächtigt Rebbecas Schwager eines Tötungsdelikts, er sitzt in Untersuchungshaft. Die Angehörigen der Vermissten hatten indes mehrfach in Interviews bekräftigt, sie hielten den 27-jährigen Deutschen für unschuldig.

Die Mordkommission wertet derzeit weiter die insgesamt 1300 Hinweise aus, die in den rund drei Wochen seit Rebeccas Verschwinden eingingen.

Hundeführer der Polizei suchen in einem Waldstück bei Kummersdorf nach Rebecca.
Hundeführer der Polizei suchen in einem Waldstück bei Kummersdorf nach Rebecca. | Bild: Paul Zinken

Etwa zwei Kilometer nördlich des derzeitigen Suchortes verläuft die Autobahn von Berlin nach Frankfurt (Oder). Dort war das Auto des verdächtigen Schwagers am Tag des Verschwindens und am nächsten Tag erfasst worden.

Bereits von Donnerstag bis Samstag hatten eine Hundertschaft Polizisten sowie Experten mit Leichensuchhunden großflächig einen Wald unweit der Autobahn durchsucht. Gefunden wurde dort nichts. Im Vergleich dazu wirkt die aktuelle Suche gezielter.

Rebecca war am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers. Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ, sondern getötet wurde. Öffentlich begründeten Ermittler dies etwa mit einer Analyse der Router-Daten und Rebeccas Telefonverhalten. Der Schwager sitzt in Untersuchungshaft.

(dpa)