Mit großem Bedauern hat sich Prinz Harry (35) in einer ersten öffentlichen Rede zum weitgehenden Rückzug von royalen Pflichten geäußert. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen und er habe sie nach monatelangen Gesprächen getroffen, sagte Harry in einer Rede vor Mitarbeitern der Hilfsorganisation Sentebale in London.

Ein klares Bekenntnis zu seiner Frau

„Als Meghan und ich geheiratet haben, waren wir aufgeregt, hoffnungsvoll und wir wollten etwas Sinnvolles tun... Deshalb macht es mich traurig, dass es so weit gekommen ist.“ Es habe aber keine andere Möglichkeit gegeben, sagte Harry auf der Veranstaltung der Hilfsorganisation für junge HIV-Infizierte in Afrika.

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Die Rede wurde auf dem Instagram-Profil des Paares gepostet. Kommentatoren werteten sie in britischen Medien auch als klares Bekenntnis zu Meghan (38). Die Herzogin von Sussex wurde zuvor in Großbritannien von Kritikern für Harrys neue Zukunftspläne verantwortlich gemacht.

Alles ganz anders vorgestellt

Sie hätten sich das Ganze anders vorgestellt, sagte Harry. Die Entscheidung, sich von ihrer Rolle zurückzuziehen, hätten sie nicht leichtfertig getroffen. Ihre Hoffnung sei es gewesen, die bisherigen Aufgaben für die Queen, das Commonwealth und das Militär fortzuführen, aber dabei auf öffentliche Gelder zu verzichten. „Leider war das nicht möglich“, sagte der Prinz.

Es ist kein Geheimnis, dass Prinz Harry (2. von rechts), hier 2016 beim Abschluß seiner Offiziersausbildung, als Lieblingsenkel der Queen gilt.
Es ist kein Geheimnis, dass Prinz Harry (2. von rechts), hier 2016 beim Abschluß seiner Offiziersausbildung, als Lieblingsenkel der Queen gilt. | Bild: James Vellacott, dpa

Er lasse nun alles hinter sich, was er gekannt habe, in der Hoffnung auf ein friedvolleres Leben. „Was ich aber klarstellen möchte ist: Wir gehen nicht weg“, sagte er. Er liebe Großbritannien.

Betrag für Renovierung ihres Hauses wollen Harry und Meghan zurückzahlen

Harry und Meghan hatte vor anderthalb Wochen überraschend – und offenbar ohne vorher die Queen zu informieren – verkündet, sich weitgehend von seinen royalen Verpflichtungen zurückziehen und finanziell auf eigenen Füßen stehen zu wollen. Daraufhin begannen fieberhafte Beratungen im Königshaus an deren Ende der Buckingham-Palast am Samstag mitteilte, dass Harry und seine Frau Meghan nicht mehr den Titel „Königliche Hoheit“ tragen und keine öffentlichen Gelder mehr erhalten werden. Die Steuermittel für die millionenteure Renovierung ihres Hauses wollen sie zurückzahlen.

Harry und William bei einem Gedenkgottesdienst 2017. Sie sollen sich zuletzt nicht mehr viel zu sagen gehabt haben.
Harry und William bei einem Gedenkgottesdienst 2017. Sie sollen sich zuletzt nicht mehr viel zu sagen gehabt haben. | Bild: Martin Keene, dpa

Die finanziellen Vereinbarungen schmerzten ihn nicht, versicherte Harry. Er bedauere aber sehr, dass er im Rahmen der Einigung mit Elizabeth II. seine militärischen Titel und Schirmherrschaften abgeben müsse, die er durch seinen zweimaligen Dienst als Soldat in Afghanistan erworben hatte. Seine Hoffnung sei gewesen, nach dem Verzicht auf öffentliche Gelder weiterhin „der Queen, dem Commonwealth und meinen militärischen Vereinigungen dienen“ zu können, sagte der Prinz. Doch dies sei nicht möglich gewesen.

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Die Entscheidung für den Rückzug von den royalen Pflichten habe er „nicht leichtfertig“ getroffen, betonte Harry. Sie sei nach monatelangen Gesprächen und jahrelangen „Herausforderungen“ gefallen. „Wir hoffen auf einen Vertrauensvorschuss“, warb der 35-Jährige um das Verständnis seiner Landsleute. Zugleich bekundete Harry seinen „höchsten Respekt“ für die Königin. Er sei ihr sowie der übrigen Familie „unglaublich dankbar“ für die Unterstützung, die sie ihm und Meghan in den vergangenen Monaten gegeben hätten.

Charles will Harry Geld zuschießen

Harrys Vater Prinz Charles will es offenbar nicht nur bei moralischer Unterstützung belassen. Der Thronfolger plant laut einem Bericht des „Daily Telegraph“, seinem jüngeren Sohn zumindest vorerst regelmäßig Geld zuzuschießen. Allerdings brauchen Harry und Meghan dies wahrscheinlich nicht: Der Prinz soll ein riesiges Vermögen von seiner verstorbenen Mutter Diana geerbt haben, Meghan verdiente vor der Hochzeit als Schauspielerin Millionen.