Großer Empfang für Rosalinda: Kleine und große Pippi-Langstrumpf-Fans waren nach Karlsruhe gekommen, um die Ankunft des berühmten Stars aus dem Fernsehfilm „Pippi in Taka-Tuka-Land“ (1970) mit viel Applaus, Pippi-Liedern und Blitzlichtgewitter zu feiern. Der unter seinem Filmnamen Rosalinda bekannte hellrote Ara ließ den Trubel sichtlich gelassen auf einem Baumstamm im zoologischen Stadtgarten über sich ergehen.

Weil dem 49-jährigen Tier wegen einer zu kleinen Voliere im schwedischen Malmö die Einschläferung drohte, hatte der Karlsruher Zoo dem Vogel Asyl angeboten und sich gegen Hunderte Konkurrenz-Zoos etwa aus Finnland, Spanien und Kanada durchgesetzt. Als er erfuhr, dass das Tier nicht mehr in dem Malmöer Tierpark bleiben darf, hatte der Leiter des Karlsruher Zoos, Matthias Reinschmidt, sich an seine dortigen Kollegen gewandt. „Wir freuen uns riesig über Rosalinda“, sagte Reinschmidt, der als Papageien-Experte gilt. Aras könnten bis zu 55 Jahre alt werden, sagte Reinschmidt. Er hoffe, dass der Senior aus Schweden im schönen badischen Klima seinen „dritten Frühling“ genießen könne. Hier stehen einem Pärchen eine geräumige, über zehn Meter breite, mehr als sieben Meter lange und bis zu fünfeinhalb Meter hohe Voliere zur Verfügung. Geplant sei, den Filmstar mit weiteren Aras zu vergesellschaften.

Der als "Rosalinda" aus einem Pippi-Langstrumpf-Film berühmt gewordene Ara Douglas im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Der als "Rosalinda" aus einem Pippi-Langstrumpf-Film berühmt gewordene Ara Douglas im Zentrum der Aufmerksamkeit. | Bild: Uli Deck (dpa)

Rosalinda ist eigentlich ein Männchen

Der Leiter des schwedischen Tierparks, Frank Madsen, brachte den Ara, der eigentlich ein Männchen ist und Douglas heißt, persönlich nach Karlsruhe – gemeinsam mit dem Weibchen Gojan, einem Gelbbrust-Ara. „Der beste Platz für den Papagei ist Karlsruhe. Hier sind sehr nette Menschen“, sagte Madsen, der den Karlsruher Zoo bereits im Herbst 2015 besuchte. Damals hatte Karlsruhe ihm ein Stumpfkrokodil für seinen Park abgegeben.

„Douglas ist sehr intelligent und wird trotz seines hohen Alters schnell Deutsch lernen“, ist Madsen überzeugt. Rund 50 Wörter spricht Douglas auf schwedisch, etwa „Hej“ (Hallo) und „Hej då“ (Tschüss). Dies stellt er auch gleich unter Beweis: Als er vom Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) mit einem „Herzlich willkommen“ begrüßt wird, antwortet der Ara mit einem gekrächzten „Hej“.

Zum ersten Frühstück in seiner neuen Residenz verspeiste Douglas eine Banane. Er und seine Partnerin Gojan seien sehr ruhige Vögel, sagte Tierpflegerin Maria Rüssel, die für die Promi-Betreuung zuständig ist: „Man merkt, dass sie Trubel gewohnt sind.“ Der hellrote Ara gilt als sehr lebhaft, laut und neugierig. Hellrote Aras, deren Gefieder in leuchtendem Rot erstrahlt, gelten als stark gefährdet. Ihre ursprüngliche Heimat ist in Südamerikas Regenwäldern, offenen Wäldern sowie von Savannengebieten mit Baumbestand. In der freien Natur ernährt sich der hellrote Ara von Früchten, Blüten, Samen, Nüssen, Beeren und gemüseähnlichen Pflanzen.

Bekannt wurde Papagei Douglas durch den Film Pippi in Taka-Tuka-Land (1970), der nach einem Buch der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren gedreht wurde. In dem Film wird Pippis Vater Efraim Langstrumpf von Piraten in einem Turmverlies eingesperrt. Der sprechende Papagei soll für die Piraten ausspionieren, wo Pippis Vater einen Schatz versteckt hat. Aber nicht nur Papageien können im Zoo bewundert werden. Denn auch Kollegen von Pippis Äffchen turnen hier herum – auch wenn unter den Totenkopfäffchen nicht der echte Herr Nielson lebt.
 

Lassie, Cheetah und Co.

  • Lassie: Die Colliedame Lassie, die 1943 zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen war, war eigentlich ein Rüde namens Pal.
  • Schweinchen Babe: Dem rosa Tierhelden wurde vertraglich zugesichtert, dass es nach den Dreharbeiten nicht zum Schlachter kommt.
  • Cheetah: Der Schimpanse an der Seite von Tarzan. Den Großteil seines Lebens verbrachte der Affe aber nicht im Filmstudio, sondern in einem Tierheim für Menschenaffen in Florida.

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