Die gemäßigten Kräfte der französischen Politik haben sich nach dem ersten Wahlgang gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen gestellt. Doch nicht alle rufen klar zur Wahl ihres sozialliberalen Kontrahenten Emmanuel Macron auf - denn auch gegen dessen Politik gibt es Vorbehalte.

Für Macron: Der amtierende Präsident François Hollande und Premierminister Bernard Cazeneuve haben sich eindeutig positioniert. Ihre Sozialistische Partei, deren Kandidat Benoît Hamon mit nur sechs Prozent ausgeschieden war, ließ sogar Flugblätter für Macron drucken.
Noch ist Francois Hollande, hier vor dem Elysee-Palast in Paris, Präsident des Landes. Er will bei der Wahl Emmanuel Macron unterstützen.
Noch ist Francois Hollande, hier vor dem Elysee-Palast in Paris, Präsident des Landes. Er will bei der Wahl Emmanuel Macron unterstützen. | Bild: Christophe Petit Tesson


Auch der gescheiterte Konservative François Fillon, Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und Ex-Premier Alain Juppé kündigten an, für Macron zu stimmen. Ihre Republikaner-Partei verständigte sich auf einen Kompromiss, wonach sie zur Abstimmung gegen Le Pen aufrief, aber nicht explizit für Macron warb. Ähnlich positionierte sich die große Gewerkschaft CGT, die Macrons Positionen für zu wirtschaftsfreundlich halt. Zudem konnten die großen Gewerkschaften sich nicht zu einer einheitlichen Position durchringen.

Unklar: Der Linkskandidat Jean-Luc Mélenchon drückt sich bislang vor einer klaren Aussage. Sein Sprecher betonte aber, es sei Priorität von Mélenchons Formation, Le Pens Sieg zu verhindern.

Jean-Luc Melenchon hat sich noch nicht eindeutig zu seinem Favoriten geäußert.
Jean-Luc Melenchon hat sich noch nicht eindeutig zu seinem Favoriten geäußert. | Bild: Francois Mori (AP)


Für Le Pen: Die Christdemokratin Christine Boutin, einst Ministerin unter Nicolas Sarkozy, hat angekündigt, für Le Pen zu stimmen, um Macron zu schwächen. Die Gruppe „La Manif Pour Tous“, die im Kampf gegen die Gleichstellung der Ehe für homosexuelle Paare enstand, positionierte sich gegen Macron.