Wie die Marine am Samstag mitteilte, hatte die erste Gruppe am Freitagabend einen Notruf abgesetzt, weil ihr Boot Luft verlor. Die Insassen wurden von einem Patrouillenboot gerettet. In der Nacht musste das Schiff auf dem Weg in den Hafen von Valletta aber umkehren, weil noch ein zweiter Notruf einging.

Nach Angaben der Marine waren unter den Geretteten auch schwangere Frauen und unbegleitete Minderjährige. Das Marineschiff mit den Flüchtlingen an Bord sollte nun am Samstagvormittag in Valletta eintreffen. Der kleine Inselstaat südlich von Sizilien hatte es in den vergangenen Jahren weitgehend Italien überlassen, die Flüchtlinge, die das Mittelmeer von Libyen aus zu überqueren versuchen, zu retten und aufzunehmen.

Weil vor der libyschen Küste aber kaum noch Rettungsschiffe unterwegs sind und die populistische Regierung in Rom die Aufnahme von Flüchtlingen vehement ablehnt, hat Malta zuletzt mehr Rettungsaktionen gestartet. Seit Januar kamen mehr als 500 Flüchtlinge auf Malta und mehr als 1400 Flüchtlinge in Italien an.