Superman ist ihm 2018 zuvorgekommen: Nach ihm feiert Batman seinen 80. Geburtstag. Der Fledermaus-Held ist längst zur Comic-Legende geworden. „Long Live the Bat“ lautet das Motto zur Feier. Ein bunter Superman in blauen Spandexhosen mit rotem Cape war 1938 der große Hit. Das spornte die Comicwelt an. Ein neuer Superheld sollte auf Supermans Erfolgswelle mitfliegen – die Idee für Batman war geboren. Am Samstag (30. März) feiert der „Dunkle Ritter“ sein 80-jähriges Jubiläum. In dem Heftchen „Detective Comics #27“ hatte der düstere Held am 30. März 1939 seinen ersten Auftritt.

Der Cartoon-Zeichner Bob Kane (1915-1998) hatte den Fledermaus-Mann im Auftrag von National Comics, später DC Comics, gemeinsam mit dem Autor Bill Finger geschaffen. Kane siedelte Batman (von engl. „bat“, Fledermaus) in der düsteren Metropole Gotham City an. Hinter der schwarzen Maske verbirgt sich der Multimillionär Bruce Wayne, der als Kind die Ermordung seiner Eltern mit ansehen musste und sein Leben deswegen der Bekämpfung des Verbrechens widmete.

Ein als Batman verkleideter Mann hält ein Foto des Cartoon-Zeichners Bob Kane (1915-1998), der den Fledermaus-Mann Batman gemeinsam mit dem Autor Bill Finger geschaffen hat, während der Verleihung eines Sterns postum an Kane auf dem Hollywood Walk of Fame.
Ein als Batman verkleideter Mann hält ein Foto des Cartoon-Zeichners Bob Kane (1915-1998), der den Fledermaus-Mann Batman gemeinsam mit dem Autor Bill Finger geschaffen hat, während der Verleihung eines Sterns postum an Kane auf dem Hollywood Walk of Fame. | Bild: Paul Buck

Der geflügelte Rächer

Batman sollte Angst machen: Sein Kostüm war schwarz-grau, dazu ein Waffengürtel, Handschuhe und gezackte Flügel. Nach Kanes eigenen Angaben inspirierte ihn unter anderem die Zeichnung eines Flugapparats von Leonardo da Vinci, Elemente aus Filmen und Groschenromanen wie Zorro und Phantom flossen ein. Das Fledermaus-Symbol auf Batmans Brust war anfangs nur schwarz, erst 1964 kam der gelbe Hintergrund für das heute typische ovale Logo dazu.

Im Laufe der Jahre bekam Batman Verstärkung, mit dem jungen Begleiter Robin, Batgirl und technisch modernsten Batmobilen. Natürlich wuchs auch die Zahl der Super-Schurken. Bruce Wayne musste sich mit Figuren wie dem Joker, Pinguin, Catwoman oder dem Riddler herumschlagen.

Als Kane im Jahr 2015 posthum mit einem Stern auf Hollywoods „Walk of Fame“ geehrt wurde, war Regisseur Zack Snyder („Batman v Superman: Dawn of Justice“) unter den Gästen. Er habe der Welt ein „unglaubliches Geschenk“ hinterlassen, sagte Snyder. Mit Batman habe Kane ein Figur geschaffen, die viele Menschen in aller Welt berühre. Der Cartoon-Held sei ein normaler Mensch, ohne besondere Kräfte. Das mache ihn so beliebt.

Batman ist kein Superheld im engeren Sinne, wie etwa Superman, da er über keinerlei Superkräfte verfügt. Seine Überlegenheit basiert auf Intelligenz, Willenskraft, hartem Training, seinen technischen Hilfsmitteln und seinem enormen Familienvermögen, um all das zu finanzieren.
Batman ist kein Superheld im engeren Sinne, wie etwa Superman, da er über keinerlei Superkräfte verfügt. Seine Überlegenheit basiert auf Intelligenz, Willenskraft, hartem Training, seinen technischen Hilfsmitteln und seinem enormen Familienvermögen, um all das zu finanzieren. | Bild: Geoff Caddick (epa)

Comics, Spielfilme und Videospiele

Comics, TV-Serien, Filme, Spielzeuge und Computer-Spiele machten die Figur weltbekannt. Das Guinness Buch der Rekorde würdigte Batman als Comicbuch-Helden mit den meisten Spielfilmauftritten. Zwischen 1966 und 2012 wurde Batman in acht Live-Action-Verfilmungen von Schauspielern dargestellt. Stars wie Adam West, Michael Keaton, George Clooney und Ben Affleck trugen das schwarze Cape.

In Christopher Nolans Batman-Trilogie glänzte Christian Bale als Protagonist, in „The Dark Knight“ lieferte Heath Ledger mit gruseliger Clown-Grimasse als Joker eine legendäre Performance ab. Unter Tim Burtons Regie mit Keaton als „Batman“ war Jack Nicholson der teuflisch grinsende Bösewicht.

Nicht jede Darstellung glückte. Nie mehr einen Gummianzug mit falschen Brustwarzen tragen, das schwor sich George Clooney 1997 nach „Batman & Robin“ unter der Regie von Joel Schumacher.

Batman (Christian Bale) und Joker (Heath Ledger) in einer Szene des Films "The Dark Knight".
Batman (Christian Bale) und Joker (Heath Ledger) in einer Szene des Films "The Dark Knight". | Bild: Warner (warner)

Pläne zum Jubiläum

80 Jahre Batman sollen in den nächsten Monaten gebührend gefeiert werden. Zum Jubiläum bringt der Verlag DC Comics mit „Detective Comics #1000“ und „Detective Comics: 80 Years of Batman“ zwei Sonderausgaben heraus. Bis zum „Batman Day“ am 21. September sind unter dem Motto „Long Live the Bat“ (Lang lebe die Fledermaus) weltweit Veranstaltungen geplant. An dem Batman-Tag im Herbst soll unter anderem das leuchtende Bat-Signal in Form des Fledermaus-Symbols in vielen Städten erstrahlen.

Auch Nolans Trilogie kommt wieder zum Zug: Das Studio Warner Bros. bringt alle drei Film in fünf US-Städten erneut auf die Leinwand. Zum Auftakt am 30. März ist der britische Regisseur in Los Angeles dabei.

Virtuelles Gotham: Die Fledermaus in dem Videospiel  "Batman: Arkham Knight".
Virtuelles Gotham: Die Fledermaus in dem Videospiel  "Batman: Arkham Knight". | Bild: Warner Interactive

Erstausgabe ein Vermögen wert

Wer das erste Batman-Heftchen 1939 am Kiosk für 10 Cent kaufte, könnte damit heute ein Vermögen machen. Ein gut erhaltener Comic aus der Serie „Detective #27“ wurde 2010 in den USA für mehr als eine Million Dollar versteigert.

Fans können sich auch schon auf den Sommer 2021 freuen. Dann soll der nächste „Batman“-Film unter der Regie von Matt Reeves („Planet der Affen“) in die Kinos kommen. Zeitweise war Ben Affleck für die Hauptrolle vorgesehen, doch Reeves sei nun auf der Suche nach einem neuen, jüngeren Darsteller, wie das Kinoportal „Deadline.com“ im Januar berichtete. Auch mit achtzig Jahren bleibt der Superheld Batman ewig jung. (dpa)