Das war aber seltsam: Da saß auf einem Stein mitten auf dem Wanderweg in Korsika eine Gottesanbeterin, eine braune. Kalles Kuh dachte zunächst, es sei eine der vielen Eidechsen gewesen, die sie dort gesehen hat. Das Tier huschte nämlich ziemlich rasch zur Seite, so wie es Eidechsen machen, wenn man sich ihnen nähert. Aber dann blieb dieses Tier ganz ruhig.

Sie ist kaum zu sehen, diese braune Gottesanbeterin. Aber wenn ihr genau hinschaut, dann seht ihr das Tier.
Sie ist kaum zu sehen, diese braune Gottesanbeterin. Aber wenn ihr genau hinschaut, dann seht ihr das Tier. | Bild: Wallisch, Roland

Kalles Kuh schaute genauer hin: Es war tatsächlich eine Gottesanbeterin. Oder ein Gottesanbeter, also ein Männchen. Das sagt man zwar nicht, aber logisch wäre es.

Gottesanbeterinnen kennen wir auch als grüne Tiere.

Bei diesem Bild, das in einem Zoo in London entstanden ist, könnt ihr sehen, dass Gottesanbeterinnen ganz schön große Tiere sind. Bild: ...
Bei diesem Bild, das in einem Zoo in London entstanden ist, könnt ihr sehen, dass Gottesanbeterinnen ganz schön große Tiere sind. Bild: Jonathan Brady/Press Association/dpa | Bild: Jonathan Brady

Aber dieses Tier war braun.

Hier hebt sich die dunkelbraune Gottesanbeterin etwas besser von ihrem Hintergrund ab.
Hier hebt sich die dunkelbraune Gottesanbeterin etwas besser von ihrem Hintergrund ab. | Bild: Wallisch, Roland

Es wackelte eigenartig, als ob es ein Blatt im Wind wäre. Und das ist genau der Trick: Das Tier tarnt sich und tut so, als ob es ein Zweiglein, ein Blättchen im Wind wäre. Es fällt überhaupt nicht auf. Dann plötzlich, wenn Beute in der Nähe ist – zum Beispiel irgendein anderes Insekt -, dann schnellt es blitzartig nach vorne und schnappt sich die Beute.

Video: Wallisch, Roland

Gottesanbeterinnen gehören zu den Fangschrecken. Sie fangen eben andere Tiere. Sie heißen so, weil sie oft so dasitzen, als ob ihre Arme zum Gebet gefaltet wären.

Aber besonders fromm sind sie gar nicht. Wenn sich das Weibchen mit dem Männchen paart, dann kann es vorkommen, dass das Weibchen das Männchen einfach in der Mitte durchbeißt und dann verspeist. Ein seltsamer Liebesdienst ist das, denkt sich Kalles Kuh. Aber so ist die Natur eben. Einen Grund hat aber die Liebesspeise: Weibchen, die ihr Männchen verspeisen, legen mehr Eier als andere Weibchen.

Kalles Kuh hat das Tier eine ganze Weile beobachtet. Es war einfach verblüffend, wie die Gottesanbeterin zitterte. Ganz plötzlich machte sie dann einen Schritt nach vorne. Kalles Kuh hat das gefilmt. (wal)