Wild herumspringende Hunde auf Gehwegen nerven, ohne Frage. Genau so nerven falsch parkende Autos auf dem Bürgersteig. Beim ersten Beispiel hat der Hunde-Halter keinen Führerschein, der Auto-Halter beim zweiten schon – und macht es trotzdem. Die Frage, ob Führerscheine falsches Verhalten verhindern können, ist damit schnell beantwortet: Sie können es absolut nicht.

Somit ist der Hundeführerschein nur eine weitere Idee, ein Verhalten wegzuregulieren, das einem irgendwie nicht passt. Ein Versuch, die Freiheit anderer allein deswegen einzuschränken, weil man sich von ihrem Tun gestört fühlt.

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Dabei sprechen wir bei Weitem nicht von Straftaten, maximal von Ordnungswidrigkeiten. Ein frei herumlaufender Pudel, ein streunender Dackel ist nicht einmal das. Und hier wollen wir den Besitzern gleich die Daumenschrauben anlegen?

Freche Unterstellung

Der Führerschein-Vorschlag unterstellt außerdem allen Hundebesitzern, ihre Tiere nicht unter Kontrolle zu haben. Dass man ihnen erst beibringen müsste, wie sie liebevoll mit ihnen umgehen und sie richtig erziehen.

Diese Unterstellung ist frech. Zwar gibt es Hundebesitzer, bei denen das der Fall ist, Tierquäler – sie sollte man ans zuständige Veterinäramt melden. Doch die allermeisten Hundehalter lieben ihre Tiere, pflegen sie und bringen ihnen das richtige Verhalten bei.

Und wenn sie den Hund doch mal dort laufen lassen, wo sie es nicht sollten – mein Gott, dann ist es halt so. Wir haben andere Probleme.