Es gibt die Klassiker, die wohl im Wohnzimmerschrank der meisten Familien liegen. Spiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“, oder „Die Siedler von Catan“, samt zahlreicher Varianten, oder Monopoly. Auch Kartenspiele wie Skat, Doppelkopf, Romee oder Canasta sind sehr geläufig. Um diese geht es hier nicht. Die Spiele, die hier vorgestellt werden, und die gar keine Neuerscheinungen sein müssen, sorgen durchaus für geselligen Zeitvertreib in der Familie.

Wie Katz und Maus

Bild: Roland Wallisch

Mäusetrio ist ein Spiel für Käseliebhaber. Na ja, essen kann man den Käse zwar nicht, aber echten Käse kann man ja nach dem Spiel verzehren. Reihum legen die Spieler jeweils eine Spielkarte in die Käseecke. Sie haben, wie das bei Schweizer Käse eben ist, immer wieder Löcher. Und es erscheinen immer wieder Mäuse- und Katzenbilder. So kann es kommen, dass drei Mäuse auf einmal zu sehen sind. Das ist gut für den Spieler, denn dann darf er gleich nochmal eine Karte ablegen.

Allerdings gibt‘s ja auch die Katzen. Das ist übel, denn sobald drei Katzen zu sehen sind, muss der Spieler dem dieses Unglück beim Legen passiert, den ganzen Stapel nehmen. Gewonnen hat, wer als erster seine Karten losbekommen hat. Man kann das in mehreren Runden spielen. Pro gewonnene Runde gibt‘s einen Gewinnchip. Der Chip sieht natürlich auch aus, wie ein Stück Käse (ab 5, 2 bis 6 Spieler, im Handel erhältlich).

Streng logisch

Bild: Roland Wallisch

Superhirn oder Mastermind ist ein Spiel für zwei Personen, das absolut logisches Denken erfordert. Spieler A steckt versteckt fünf verschiedenfarbige Steine in einer bestimmten Reihenfolge. Der Gegner Spieler B muss die Farben und deren Reihenfolge herauskriegen. Dafür steckt er selbst sichtbar fünf Steine. Für jede richtig erratene Farbe steckt ihm Spieler A neben die Vorschlagsreihe von Spieler B einen weißen Stift, für jede richtig erratene Farbe, die auch an der richtigen Stelle sitzt, einen schwarzen Stift. So muss sich Spieler B vorantasten, bis er schließlich fünf schwarze Stifte hat.

Ein streng logischer Aufbau von Reihe zu Reihe. Übrigens kann man es für Kinder vereinfachen: Nur vier Steine setzen, oder nur drei. Das Spiel ist da sehr variabel (für 2 Spieler, in verschiedenen Ausführungen auch gebraucht erhältlich).

Genau gucken

Bild: Roland Wallisch

Set heißt ein Kartenspiel, das genaue Beobachtung erfordert. Die 81 Karten zeigen im Prinzip neun mal neun Kombinationsmöglichkeiten. Die Karten werden gemischt, dann 12 Karten offen auf den Tisch gelegt. Es gilt, drei logisch zusammenpassende Karten möglichst schnell zu finden. Am einfachsten wäre zum Beispiel die Kombination aus drei Karten mit einem voll violetten Oval, einem voll grünen Oval und einem voll roten Oval. Wenn wir bei den Ovalen bleiben, gibt‘s aber noch andere Möglichkeiten.

Die Ovale können halb voll sein, oder auch nur als leeres Oval gezeigt werden. Ein voll violettes Oval, ein halb rot schraffiertes Oval und ein voll grünes Oval wäre keine passende Kombination. Aber zum Beispiel ein voll violettes Oval, ein halb rot schraffiertes Oval und ein leeres grünes Oval. Auf dem Bild gibt‘s nur ein Set, nämlich das leere violette Oval, das volle violette Oval und das halb schraffierte violette Oval (ab 10, 2 bis 8 Spieler, im Handel erhältlich).

Schlaue Baumeister

Bild: Roland Wallisch

Jubako heißt ein ganz neues Legespiel, das erst jetzt auf den Markt gekommen ist. Es gilt, Legesteine mit jeweils zwei Bildern drauf auf dem vorgegebenen Spielplan zu platzieren. Zum Bild mit einer Gurke und einer Tomate legt man beispielsweise einen Stein, der ähnlich wie bei Domino eine Tomate zeigt und Reis. Das geht aber nicht nur auf der Ebene des Spielplans wie bei Domino, sondern auch darüber: Die Legesteine stapeln sich also. Aber aufgepasst: Alle Steine müssen eben liegen. Genau dabei wird es knifflig. Es gilt, schlau zu bauen um Gräben zwischen den Steinen zu vermeiden, denn sonst wird es mit dem Aufbau schwierig (ab 8, 2 bis 4 Spieler, im Handel erhältlich).

Viele Irrwege

Bild: Roland Wallisch

Das verrückte Labyrinth gibt es mittlerweile schon in verschiedenen Ausprägungen. Sogar auch als Kartenspiel. Aber schon die Urversion ist höchst amüsant und erfordert etwas vorausschauendes Denken. Um sich den Weg durchs Labyrinth zu bahnen, um an verborgene Schätze zu kommen, können die Spieler gleichsam die Mauern des Labyrinths verschieben, um entsprechende Abzweigungen, die sie hoffentlich zum Ziel bringen, zu schaffen.

Der Haken dabei ist nur, dass die Mitspieler, wenn sie jeweils dran sind, ebenso die Mauern verschieben können, sodass ein Plan, zum Ziel zu kommen, schon wieder zunichte gemacht wird. Das jeweilige Ziel wird bestimmt durch die Geheimniskarten, die jeder auf der Hand hält. Der Reihenfolge seiner Geheimniskarten nach muss er jeweils das entsprechende Geheimnissymbol im Labyrinth erreichen. Gewonnen hat, wer zuerst alle seine Geheimnisse im Labyrinth erreicht hat und wieder zurück zu seinem Ausgangspunkt gekommen ist (ab 8, bis 4 Spieler, im Handel erhältlich).

Viel Karottenpower

Bild: Roland Wallisch

Hase und Igel ist, man kann es sich denken, ein Wettlauf. Aber der ist nicht einfach ein bloßes Gerenne, sondern der Lauf ist voller taktischer Tücken. Um genügend Energie für den Lauf zu haben, braucht es Karotten. Wieviele Karotten ein Hase braucht, um weiterzukommen, das steht auf seiner Rennkarte. Wer nur ein Feld vorrückt, braucht nur eine Karotte. Aber bei zwei Feldern sind es schon drei Karotten, bei 10 zum Beispiel 55. Da heißt es also gut hauszuhalten mit den Karotten. Man kann die Karotten aber auch wieder bekommen. Zum Beispiel, wenn man rückwärts zieht und auf ein Igelfeld kommt. Wer zwei Felder zurück muss, um ein Igelfeld zu erreichen, erhält 20 Karotten, bei drei Feldern wären es schon 50.

Das Dumme ist nur, wer am Schluss zuviele Karotten übrig hat, darf auch nicht ins Ziel rennen. Dann gibt es da noch Salatfelder, die dazu dienen, Salat zu fressen, klar. Denn jeder Spieler hat auch Salatkarten, die er loskriegen muss. Dann gibt es noch Hasenkarten. Davon muss ein Spieler eine ziehen, wenn er auf einem Hasenfeld landet. Das kann eine gute Nachricht sein, zum Beispiel: „Ziehe gleich nochmal“. Oder weniger gute: „Du musst einmal aussetzen“. Ein nicht ganz einfaches, aber sehr witziges Spiel (ab 8, 2 bis 6 Spieler, im Handel erhältlich).

Jagd durch den Urwald

Bild: Roland Wallisch

Bananas schmecken nicht nur den meisten Kindern (und auch Erwachsenen). Sie schmecken auch den Affen. Drei Schimpansen haben es abgesehen auf das Bananenlager von Georg Gorilla. Das lässt der sich nicht bieten und verjagd die drei immer wieder und schickt sie auf die Bäume. Die drei Schimpansen helfen sich gegenseitig, erst wenn ein zweiter Schimpanse kommt, kann ein Schimpanse auf dem Baum befreit werden.

Aber Schimpansen sind ganz schön frech, das weiß man ja. Wenn ein Schimpanse auf ein Feld kommt, wo gerade der große Georg Gorilla steht, dann verpasst er ihm einen Affenschmatz. Das haut den Gorilla um, und er muss sich erst wieder aufrichten, was ihm einen Spielzug kostet. Gewonnen haben entweder die drei Schimpansen oder der Gorilla, je nachdem, wer im Laufe des Spieles mehr Bananen geschnappt hat. (Ab 7, 2 bis 4 Spieler, gebraucht übers Internet zu beziehen).

Von Rittern, Bauern und Wegelagerern

Bild: Roland Wallisch

Carcassonne ist eine wunderbare mittelalterliche Stadt in Südfrankreich. Hier aber ist sie der Name eines taktischen Legespiels, bei dem es natürlich mittelalterlich zugeht: Es gibt mehr oder weniger rechtlose Bauern, es gibt Wegelagerer, Ritter und auch Mönche. Im Spielverlauf entsteht eine Landkarte mit Straßen, Wiesen, Städten und auch Klöstern. Es gilt das Prinzip: Haben, haben, haben. Städte wollen in Besitz genommen, Felder abgegrenzt, Klöster mit ausreichend Land umgeben, Straßen fertiggebaut werden.

Abgerechnet wird ganz zum Schluss. Taktisch ist das Spiel, weil jedem Spieler nur acht Gefolgsmänner zur Verfügung stehen. Er kann also nicht bei jedem Zug gleich mit einem Mann das Territorium in Anspruch nehmen. Man kann sich beim Erstellen der Landschaft mit den Städten und Wegen auch nicht aussuchen, welche Karte man nehmen will. Die Kartenstapel liegen verdeckt, jeder Spieler kann immer nur die oberste nehmen und muss hoffen, dass sie zu seinen Eroberungsplänen passt (ab 8, für 2 bis 5 Spieler, im Handel erhältlich).

Es zählt die Balance

Bild: Roland Wallisch

Bamboleo ist ein Spiel, das hohe Vorsicht verlangt. Ein rundes Holzbrett liegt auf einer Korkkugel, die wiederum auf einem schmalen Holzständer liegt. Auf dem runden Brett liegen lauter Holzsteine, verschieden groß. Es geht darum, die Holzsteine nach und nach von dem Brett zu nehmen. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Wie schwer schätzt der Spieler, der an der Reihe ist, einen Holzstein ein? Kann das Entfernen dieses Steines an dieser Stelle dazu führen, dass das ganze Holzbrett kippt? Das ist die Frage, die sich die Spieler bei jedem Zug stellen müssen. Dabei wird es von Zug zu Zug schwerer. Denn je leichter das Holzbrett belastet ist, desto waghalsiger kann das entfernen eines Steines werden. Was also zählt, ist wie so oft im Leben, die Balance (Ab 6, 2 bis 7 Spieler, in verschiedenen Ausführungen auch gebraucht erhältlich).

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