In Berlin haben am Samstag tausende Menschen gegen Rassismus und Ausgrenzung protestiert. An die Auftaktkundgebung schloss sich eine Demonstration an, die über die Leipziger Straße, den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor und dann zur Siegessäule führen sollte. Für den Ausklang waren Auftritte prominenter Musiker wie Herbert Grönemeyer geplant. Die Veranstaltung ist mit 40 000 Teilnehmern angemeldet.

Unter dem Motto „Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung“ hatte das Bündnis „Unteilbar“ zu dem Protest aufgerufen. Er richtet sich gegen rechte Hetze, Diskriminierung, das Flüchtlingssterben auf dem Mittelmeer und Kürzungen im Sozialsystem.

Teilnehmer der Kundgebung «Unteilbar» gegen Rassismus ziehen am Roten Rathaus vorbei.
Teilnehmer der Kundgebung «Unteilbar» gegen Rassismus ziehen am Roten Rathaus vorbei. | Bild: Paul Zinken

Viel Teilnehmer hatten Transparente, Plakate und Luftballons dabei. Unter anderem war zu lesen „Nein zur Hetze gegen Muslime“ und „Rassismus ist keine Alternative“. Ein riesiges Transparent trug die Aufschrift „Solidarität mit den Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“. Etliche Organisationen und Parteien waren mit eigenen Wasgen vertreten, so das gesellschaftliche Bündnis Attac, die Grünen und die Linke.

Zahlreiche Organisationen, Verbände und Parteien unterstützen den Aufruf. Darunter sind Prominente wie der Schauspieler Benno Fürmann, der Fernsehmoderator Jan Böhmermann und die Band Die Ärzte. Aufseiten der Linken nahmen unter anderem die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher teil.

Bild: JOHN MACDOUGALL

Außenminister Heiko Maas nannte es ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen. „Wir lassen uns nicht spalten – von rechten Populisten schon gar nicht“, sagte Maas den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). Dagegen unterstützte die Berliner CDU die Demonstration ausdrücklich nicht. Zur Begründung wies ihr Generalsekretär Stefan Evers darauf hin, dass der Anmelder ein Anwalt der „Roten Hilfe“ sei, einer Organisation, die „linksextremistische Verbrecher“ unterstütze. Zudem werde die Aktion „von vielen anderen dubiosen Organisationen“ mitgetragen.