Ex-Radprofi Jan Ullrich ist nach seiner vorläufigen Festnahme wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf eine Escort-Dame wieder auf freiem Fuß. Das bestätigte die Polizei in Frankfurt am Main der Deutschen Presse-Agentur. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten zuvor mitgeteilt, dass keine Voraussetzungen für eine Inhaftierung vorlägen.

Ullrich soll in einem Frankfurter Luxus-Hotel die Frau nach einem Streit angegriffen und verletzt haben. Es wird gegen den 44-Jährigen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Laut Polizei ermittelt die Mordkommission. 

Ex-Radprofi Jan Ullrich war am Freitag gegen 6 Uhr in einem Frankfurter Luxus-Hotel vorläufig festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Polizei - „nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung“. Der Hotelgast sei „mit einer bei ihm weilenden Escort-Dame in Streit geraten“, hieß es in der Mitteilung. Er soll die Frau „körperlich attackiert und verletzt haben“. Das Opfer sei verletzt worden und habe medizinisch versorgt werden müssen. Laut Staatsanwaltschaft soll er die Frau so gewürgt haben, dass ihr schwarz vor Augen wurde.

Ullrich unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Dass es sich bei dem 44 Jahre alten Hotelgast um Jan Ullrich handelt, sagten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Polizei explizit. Das Personal habe auf Bitten der Geschädigten die Polizei alarmiert, berichtete die Polizeisprecherin weiter. Zunächst sei das Opfer vernommen worden.

„Er stand unter Alkohol und Drogeneinfluss“, sagten Sprecherinnen der Polizei und der Staatsanwaltschaft übereinstimmend. 

Private Probleme

Ullrich (44) hatte vor wenigen Tagen öffentlich private Probleme eingeräumt: „Die Trennung von Sara und die Ferne zu meinen Kindern, die ich seit Ostern nicht gesehen und kaum gesprochen habe, haben mich sehr mitgenommen. Dadurch habe ich Sachen gemacht und genommen, die ich sehr bereue“, hatte der Tour-de-France-Sieger von 1997 der „Bild“-Zeitung vom Montag gesagt.

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Ullrich hatte zudem angekündigt, aus Liebe zu seinen Kindern eine Therapie machen zu wollen. Um welche Art von Therapie es sich handelt, sagte der frühere Rennradfahrer nicht. Der Zeitung erzählte er wenige Tage später dann auch, inzwischen mit seinen Kindern telefoniert zu haben. Anwalt Hoppe hatte dem Blatt gesagt, er habe bereits vor einiger Zeit einen Platz in einer Klinik in Deutschland für den Ex-Radprofi reserviert.

In der vergangenen Woche war es auf dem Grundstück von Ullrichs Nachbar Til Schweiger (54) auf Mallorca zu einem Zwischenfall gekommen. Ullrich soll laut „Bild“ auf das Grundstück des Film- und Fernsehstars Schweiger („Honig im Kopf“, „Tatort“) gelangt sein - obwohl dieser das nach eigenen Angaben verhindern wollte.

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Über den Verlauf des Streits machten beide gegenüber „Bild“ und „Bild am Sonntag“ unterschiedliche Angaben. Ullrich kam auf Mallorca vorübergehend in Polizeigewahrsam und wurde nach rund 24 Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt. (dpa)