Googles Pixel-Smartphones sind aktuell der Goldstandard für Android-Smartphones. Immer das aktuellste Betriebssystem, viele innovative Softwarefunktionen an Bord und das gewisse Plus an Google. Doch sie sind – zumindest im offiziellen Google Store – ein ziemlich teures Vergnügen. Bis jetzt. Denn mit dem auf der Entwicklerkonferenz I/O vorgestellten Pixel 3a und 3a XL gibt es das Google-Smartphone nun schon ab 400 und 479 Euro.

Preisregionen, in denen es mittlerweile einen Haufen guter Smartphones vieler Hersteller gibt. Aber auch Preisregionen, in denen sich die mittlerweile eingestellte Nexus-Reihe bewegte. Sie stand für moderne Smartphones zu ganz erträglichen Preisen. Nicht Spitze, aber immer mehr als gut genug.

Plastikhülle statt Glashülle

Deswegen wäre es auch unfair, das Pixel 3a ein Billigmodell zu nennen. Auch wenn es das – im positiven Sinne – faktisch ist. Annähernd gleiche Funktionalität in etwas weniger edler Aufmachung. Rein äußerlich unterscheidet es sich vom teuren Spitzenmodell durch Plastikhülle statt Glasplatten um Metallrahmen. Außerdem fehlen die nach vorne gerichteten Lautsprecher.

Straßenschilder und Gebäude helfen im AR-Navigationsmodus bei der Wegfindung.
Straßenschilder und Gebäude helfen im AR-Navigationsmodus bei der Wegfindung. | Bild: Robert Günther

Während das Pixel 3a mit 5,6 Zoll großem Display ausgeliefert wird, steckt im größeren XL ein 6 Zoll großer Schirm. Vom Trend zum randlosen Display lässt sich Google nicht beeindrucken. Abgesehen von den abgerundeten Ecken wirkt das Pixel-Design beim Kunststoffmodell klassisch und etwas langweilig. Erstaunlich, wie viel Wertigkeit allein durch die Materialwahl erreicht wird.

Kaum merkliche Unterschiede zum Pixel 3

Im Innern gibt es weitere Unterschiede. Wer allerdings nicht nach ihnen sucht, wird sie kaum bemerken. Kleine Abstriche gibt es beim Display. Hier kommt ein etwas günstigeres OLED zum Einsatz. Als Prozessor ist ein Snapdragon 670 statt dem großen 845 verbaut. Drahtloses Laden per Induktion gibt es nicht. Beide Modelle werden mit 64 Gigabyte und ohne Speicherkartensteckplatz ausgeliefert. Dafür gibt es massig Speicherplatz in Googles Cloud. Soweit die Unterschiede. Denn wer sich von den Äußerlichkeiten nicht beeindrucken lässt, bekommt beim Pixel 3a in Sachen Funktionalität die gleiche Palette geboten wie beim Pixel 3. Das fängt an bei der Software. Hier gibt es neuestes Android 9 und auch das nächste Android Q. Sicherheitsupdates erhalten Pixelnutzer als Erste.

Einzellinse statt Kamerabatterie: Google setzt beim Pixel 3a und 3a XL auf eine einzelne Kamera und ordentlich Software.
Einzellinse statt Kamerabatterie: Google setzt beim Pixel 3a und 3a XL auf eine einzelne Kamera und ordentlich Software. | Bild: dpa

Auch die Kamera des Pixel 3a muss sich hinter der des Pixel 3 nicht verstecken. Eine Linse und ein riesiger Unterbau von Software lassen hier viele Konkurrenten mit zwei und mehr Kameras alt aussehen.

Selfie-Modus startet automatisch bei erkanntem Lächeln

Der Nachtmodus sorgt für schöne Aufnahmen bei sehr wenig Licht, der Fotoboxmodus löst bei erkanntem Lächeln oder Duckface-Pose aus, Fotokugeln und Zeitraffer gibt es auch. Die beliebten Porträts mit verschwommenem Hintergrund macht das Pixel 3a mit einer einzelnen Kamera. Muss es auch. Die Doppelselfiekamera des Pixel 3 bleibt ihm vorbehalten.

Die Navigationshilfe mit Augmented Reality orientiert das Telefon mit Hilfe von Bilderkennung.
Die Navigationshilfe mit Augmented Reality orientiert das Telefon mit Hilfe von Bilderkennung. | Bild: dpa

Im Alltag zeigt sich das Pixel 3a als ausdauernder Begleiter. Dass es sich nicht um „das echte“ Pixel 3 handelt, merkt man nach einiger Zeit auch nicht mehr. Ebenso wenig den vermeintlich schwächeren Prozessor. Apps starten flott, die Kamera ist in Sekundenbruchteilen bereit. Bleibt die Frage: Wer soll das kaufen? Die Antwort ist simpel. Wer Android in seiner puren Form mag und immer am schnellsten die neuesten Androidfunktionen und -updates haben will – und nicht 529 Euro zur Hand hat.

Es gibt zahlreiche Alternativen

Wer auf das Extra an Google verzichten kann, findet bei den Mitbewerbern in der 400-500-Euro-Preisklasse reichlich Alternativen. Die muss sich nicht verstecken und wartet häufig mit interessanten Extrafunktionen auf. Etwa Samsungs Galaxy A50 mit Dreifachkamera, Honors View 20 mit Lochkamera im Display oder Xiaomis Mi 9. Was also tun? Wer sich nicht sicher ist, kann einfach ein wenig warten. Die Erfahrung mit Googles Smartphones zeigt: Auch das Pixel 3a wird vermutlich schon bald im Preis fallen.

Navigation durch die Kamera

Die intelligente Kamera Google Lens tritt erstmalig auf dem Pixel auf. Die Kamera beherrscht Bild-, Text- und Objekterkennung

  • AugmentedReality: Mit dem Pixel 3a kommt neu die Navigation über Augmented Reality in den Alltag. Viele kennen das: Man sucht eine Adresse, plant die Route und dann ist nicht klar, ob es nach rechts oder links los geht?
  • AR-Navigation: Die AR-Navigation benutzt die Bilderkennung der Kamera und orientiert das Telefon sofort im Raum, bevor sich das GPS-Signal eingependelt hat. In der Realität sieht das so aus, dass man das Telefon auf eine Straßenecke oder einige Gebäude richtet, und schon weist ein Pfeil den Weg zum nächsten Wegpunkt. Endlich mal ein sinnvoller Einsatz dieser Technik.