Man kann Donald Trump vieles vorwerfen – aber nicht, dass seine Präsidentschaft langweilig ist. In einem Moment, in dem das Weiße Haus und mit den geplanten Strafzöllen für Stahl und Aluminium beschäftigt ist, gibt es neuen Wirbel. Die Porno-Darstellerin Stormy Daniels behauptet, Trump habe im Jahr 2006 ein Verhältnis mit ihr gehabt und ihr vor der Wahl vor zwei Jahren ein hohes Schweigegeld zahlen lassen, um die Affäre vor der Präsidentschaftswahl unter den Teppich zu kehren. Trump lässt die Vorwürfe dementieren, doch Daniels legt jetzt mit einer Klage gegen den Präsidenten nach. Der Rechtsstreit könnte für Trump unangenehm werden – privat wie politisch.

Derzeit weiß niemand, wie glaubwürdig Stormy Daniels ist. Die Details des Falles werfen allerdings einige Fragen an den heute 71-jährigen Staatschef und dessen Anwälte auf. Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen will der 38-jährigen Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, vor zwei Jahren 130 000 Dollar aus eigener Tasche gezahlt haben. Laut Trump hat es nie eine Affäre mit Daniels gegeben. Zudem habe die Zahlung an die Porno-Schauspielerin nichts mit Trumps Wahkampf zu tun gehabt – eine Aussage, die angesichts der Zahlung zwölf Tage vor der Präsidentschaftswahl von 2016 recht merkwürdig klingt.

Laut Medienberichten sagt Daniels, ihre sexuelle Beziehung mit Trump habe im Sommer 2006 – wenige Monate, nachdem Trumps Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt brachte – begonnen und bis ins Jahr 2007 hinein gedauert. Der Anwalt Michael Avenatti, der Daniels vertritt, sagte dem Fernsehsender NBC, seine Mandantin sei mit der Geldzahlung im Jahr 2016 zum Schweigen verpflichtet worden. In jüngster Zeit hatte Daniels einige Interviews zu dem Fall gegeben, ohne jedoch von einer Affäre zu sprechen. Als Reaktion soll Trump-Anwalt Cohen vorige Woche versucht haben, Daniels mit einer einstweiligen Verfügung erneut zum Schweigen zu verdonnern. Nun geht Daniels juristisch gegen Cohens Abmachung vor. Sie hat bei einem Gericht in Los Angeles beantragt, den Vertrag aus dem Jahr 2016 für null und nichtig zu erklären. Unter anderem verweist sie darauf, dass Trump den Vertrag nie unterschrieben habe.

Trumps Unterschrift fehlt im Vertrag

In dem Dokument, das inzwischen von US-Medien verbreitet wurde, taucht Daniels unter dem Namen „Peggy Peterson“ auf – Trump wird laut ihrem Anwalt in dem Vertrag „David Dennison“ genannt. Die Stelle, an der „Dennison“ unterschreiben sollte, ist leer. Sollte das Gericht in Los Angeles dem Antrag von Daniels folgen, könnten weitere Enthüllungen folgen. Avenatti schloss nicht aus, dass Daniels über Fotos oder andere Beweise für ein Verhältnis mit Trump verfügt.

Präsidentengattin Melania Trump hat öffentlich bisher nicht auf den Wirbel reagiert. In Washington machten in den vergangenen Monaten Spekulationen die Runde, wonach sich die First Lady aus Protest gegen das Verhalten ihres Mannes mehrmals demonstrativ in einem eigenen Wagen zu wichtigen Terminen fahren ließ, statt ihn wie sonst üblich zu begleiten.

Die Bestätigung einer außerehelichen Affäre Trumps zu einer Zeit, in der sich seine Frau um seinen neugeborenen Sohn kümmerte, könnte viele konservative und christlich-fundamentalistische Wähler abstoßen, die zu Donald Trumps Kernanhängerschaft gehören. Bisher halten diese Kreise trotz aller Skandale zum Präsidenten. Fragt sich noch wie lange.

US-Präsidenten und ihre Affären

Bill Clinton: Die zweite Amtszeit des 42. US-Präsidenten blieb vielen vor allem wegen seiner Affäre mit der damals 25-jährigen Praktikantin Monica Lewinsky im Gedächtnis. Als das Verhältnis im Januar 1998 ans Licht kam, wurde gegen Clinton ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet – das jedoch scheiterte und ihn nicht zum Stürzen brachte. Der Presse gegenüber dementierte Bill Clinton die Affäre vehement. Durch starken Druck der Öffentlichkeit rang er sich schließlich doch ein Teilgeständnis ab und gab zumindest zu, mit Lewinsky Oralsex gehabt zu haben.

John F. Kennedy: Mit seinem ausgeprägten Charisma kam der 35. Präsident der USA gerade bei Frauen sehr gut an. Die New York Times schrieb damals über Kennedy: "Die Wirkung, die er auf weibliche Wähler hat, ist geradezu unanständig." Kennedy wurden gleich mehrere Affären nachgesagt. Seine Affäre mit Schauspielerin ist Marilyn Monroe ist kein Geheimnis. Die Liaison zu dem Hollywood-Star galt als besonders heikel, da Monroe unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Bis heute gibt es Spekulationen darüber, ob der US-Geheimdienst darin verstrickt war. (dba)