Mit gerade mal 17 Jahren soll er sich in seiner Heimat den radikalislamischen Taliban angeschlossen haben – vom 22. Januar an steht ein geflüchteter Afghane in Stuttgart vor Gericht. Der heute mutmaßlich 22-Jährige soll nach Angaben des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart 2013 für sechs Monate Wachen für die Terrorvereinigung geschoben, schwer bewaffnet Fahrzeuge kontrolliert und zahlreiche Personen festgenommen haben. Mehrere seien für Spione gehalten und deswegen ausgepeitscht worden, teilte das OLG mit.

Ein Schild weist auf das Oberlandesgericht Stuttgart hin. Dort beginnt der Prozess gegen einen Afghanen wegen Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung und dem Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. | Bild: Marijan Mura/dpa

Als der Mann für eine Ausbildung zum Selbstmordattentäter ausgesucht und dafür in ein Lager in Pakistan gebracht worden sei, habe er beschlossen zu fliehen. Über den Iran kam er den Angaben zufolge 2015 nach Deutschland. Seit Ende September sitzt er in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet auf Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Für den Prozess sind fünf weitere Verhandlungstage bis 7. Februar vorgesehen.