kein Streit mehr mit dem Beifahrer, der die Straßenkarte nicht lesen kann, Staus können leichter umfahren werden und sogar die exakte Ankunftszeit kann man vorab bestimmen: Navis sind sehr praktisch. Doch sie sind nicht perfekt. Blindes Vertrauen in die GPS-Helfer kann schnell zu kleinen und größeren Katastrophen führen, wie diese Beispiele zeigen.

Moor voraus: Ein Paketzusteller hat im Schwarzwald seinem Navi zu sehr vertraut. Deswegen ist ein 20-Jähriger in Hinterzarten über einen Steg im Wald zu seiner nächsten Kundenadresse gefahren – ganz so, wie es das Navi ihm vorgeschlagen hat. Allerdings war der Steg, der über ein Moor führte, kaum breiter als der Transporter. Ende des etwa 300 Meter langen Steges setzte der Wagen schließlich auf den Moor auf und konnt nicht mehr bewegt werden. Letztenendes musste das Fahrzeug aus dem Wasserschutzgebiet geborgen werden.

Plötzlich Geisterfahrer: Hier bitte nicht dem Navi folgen! Das gilt an einer neu gestalteten Autobahnauffahrt in Oberfranken. Weil das blinde Vertrauen auf das Navigationasgerät nahe Ebersdorf im Kreis Coburg schon zu Geisterfahrten auf der Autobahn 73 und zu Unfällen geführt hat, entschlossen sich Polizei und Bauamt zu einem ungewöhnlichen Schritt. Sie bauten eine Warntafel auf – mit der Botschaft: Nicht nach Navi fahren! Früher musste man von der Bundesstraße 303 aus links abbiegen, um auf die A73 Richtung Coburg zu gelangen. Ende 2017 wurde die Verkehrsführung jedoch geändert: Wer auf die Autobahn will, muss jetzt nach rechts abbiegen. Wer dennoch nach links abbiegt, fährt schlimmstenfalls in die falsche Richtung auf die Autobahn.

Ebersdorf bei Coburg: Ein Schild mit der Aufschrift "Nicht nach Navi fahren!" warnt die Verkehrsteilnehmer. Weil das blinde Vertrauen auf das Navigationsgerät nahe Ebersdorf im Landkreis Coburg schon zu Geisterfahrten auf der Autobahn A73 und zu Unfällen geführt hat, haben sich Polizei und Bauamt zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden und haben ein Warnschild aufgestellt.
Ebersdorf bei Coburg: Ein Schild mit der Aufschrift "Nicht nach Navi fahren!" warnt die Verkehrsteilnehmer. Weil das blinde Vertrauen auf das Navigationsgerät nahe Ebersdorf im Landkreis Coburg schon zu Geisterfahrten auf der Autobahn A73 und zu Unfällen geführt hat, haben sich Polizei und Bauamt zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden und haben ein Warnschild aufgestellt. | Bild: Nicolas Armer (dpa)

Fähre nicht da: Weil er seinem Navigationsgerät vertraut hat, ist ein Autofahrer mit seinem Wagen in der Elbe gelandet. Denn der Mann wollte am Fähranleger Bleckede (Kreis Lüneburg) auf die Elbfähre fahren. Dabei habe er sich auf sein Navi verlassen Die Fähre sei zu diesem Zeitpunkt aber leider gerade am anderen Elbufer gewesen, hieß es von der Feuerwehr. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) konnte das versunkene Fahrzeug nach eigenen Angaben noch am Vormittag orten und mit einem Greifbagger bergen.

Weil er seinem Navigationsgerät vertraut hat, ist der Fahrer mit seinem Wagen bei Bleckede in der Elbe gelandet.
Weil er seinem Navigationsgerät vertraut hat, ist der Fahrer mit seinem Wagen bei Bleckede in der Elbe gelandet. | Bild: Jörn Wernecke (dpa)