Wer wird denn gleich in die Luft gehen? So wie ein bekanntes Werbemännchen früher mit den Tücken des Alltags kämpfen musste, mag sich mancher Autofahrer von Zeit zu Zeit auch mal fühlen: zugeparkt, Nummernschilder geklaut, die Ampel wird nicht grün, und dann macht auch noch ein Blitzer ein Foto, obwohl man nicht zu schnell ist. Wir haben sechs der größten Probleme im Alltag eines Autofahrers aufgelistet und geben hilfreiche Tipps, wie man in solchen Situationen richtig reagiert.

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Nummernschilder geklaut: 

Ein stillgelegtes Auto ohne Nummernschild steht am 10.09.2016 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) (Illustration zum Thema). Am 12.09.2016 wird in Düsseldorf vor dem Verwaltungsgericht ein Fall über die Stilllegung eines Autos nach einem Tempoverstoß verhandelt. Foto: Martin Gerten/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Ärgerlich, wenn das Kennzeichen einfach gestohlen wird. Besitzer müssen ihr Auto in so einem Fall stehen lassen. | Bild: Martin Gerten (dpa)

Jetzt muss die Polizei gerufen werden, die den Diebstahl aufnimmt, erklärt Rechtsanwalt Tobias Goldkamp aus Neuss. Mit dem Auto fahren dürfe man jetzt nicht mehr. "Das wäre eine Ordnungswidrigkeit, die eine Geldbuße von 50 Euro nach sich ziehen würde." Anschließend müssen sich die Besitzer neue Kennzeichen beim Straßenverkehrsamt besorgen. Erst dann dürfen sie den Wagen wieder bewegen.

Auto nach dem Urlaub abgeschleppt: 

Zum Themendienst-Bericht von Thomas Mendle vom 10. Juni 2014: Zu spät: Sobald der Abschleppdienst mit der Arbeit begonnen hat, werden die vollen Kosten fällig. 
(Archivbild vom 01.04.2011/Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text. Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: Roland Holschneider | Verwendung weltweit
Wer in den Urlaub fährt, sollte sein Auto auf einem privaten Parkplatz abstellen - oder Bekannte sollten den Wagen im Blick behalten. | Bild: Roland Holschneider (dpa)

Bei der Rückkehr aus dem Urlaub findet sich das Auto nicht mehr an der Straße, sondern wurde abgeschleppt. "Das kann der Fall sein, wenn dort eine Baustelle eingerichtet wurde und es entsprechende Halteverbotsschilder gibt", sagt Anja Smetanin vom Auto Club Europa (ACE). Das Bundesverwaltungsgericht habe hierzu geurteilt, dass der Urlauber die Abschleppkosten tragen muss, wenn die Schilder mit einer Vorlaufzeit von drei Tagen aufgestellt wurden. Bei längerer Abwesenheit ratsam: den Wagen auf einem privaten Parkplatz abstellen oder einen Bekannten bitten, das Auto im Auge zu behalten, rät Smetanin.

Eigene Parkbucht belegt: 

ARCHIV - 15.06.2012, Hamburg: Parkende Autos stehen in einer Hamburger Wohnstraße. (Zu dpa "Knallheiße Autos schon nach einer Stunde Hitzefalle") Foto: Markus Scholz/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Privatparkplatz belegt? Ganz schön ärgerlich! | Bild: Markus Scholz (dpa)

Gerade in Innenstädten sind Parkplätze Mangelware. Wer sich eine Parkbucht anmietet, scheint auf der sicheren Seite. Was aber tun, wenn die plötzlich von einem fremden Fahrzeug belegt wird - trotz klarer Beschilderung? "Die falsche Lösung wäre, den eigenen Wagen vor das falsch geparkte Fahrzeug zu stellen, denn dann droht eine Anzeige wegen Nötigung“, sagt Holger Küster vom ACV Automobil-Club Verkehr.

Er rät dazu, die Situation genau zu dokumentieren und den Falschparker damit zu konfrontieren. Zwar sei es auch möglich, einen Abschleppdienst anzurufen, die Kosten jedoch müssten zunächst selbst getragen werden und könnten erst später beim Falschparker geltend gemacht werden - notfalls gerichtlich.

Auto ist zugeparkt:

Zum Themendienst-Bericht von Claudius Lüder vom 20. Januar 2017: Nicht auf die Pelle rücken: Autofahrer sollten dem Vorder- und Hintermann genügend Spielraum zum Rangieren lassen. (Archivbild vom 12.01.2017/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Florian Schuh/dpa-tmn | Verwendung weltweit
Wer einen Parkplatz gefunden hat sollte aufpassen, andere Fahrzeuge nicht zuzuparken. | Bild: Florian Schuh (dpa-tmn)

Nach einem langen Tag im Büro ist das Auto zugeparkt. "Zunächst sollte man versuchen, den Halter des störenden Fahrzeugs ausfindig zu machen", empfiehlt Smetanin. Gelingt dies nicht, sollte die Polizei gerufen werden. Die könne den Wagen dann auch abschleppen lassen. Übrigens: Zuparken ist auch dann verboten, wenn der andere Wagen falsch geparkt wurde. "Es ist eine Besitzstörung und verbotene Eigenmacht, ein anderes Fahrzeug zuzuparken", erklärt Goldkamp.

Ampel bleibt ewig rot:

Trotz Roter Ampel fährt ein Fahrzeug am Montag (25.10.2010) am Brandenburger Tor in Berlin rechts ab. In jeder zweiten bis vierten Ampelphase drückt ein Fahrer lieber noch schnell aufs Gas anstatt zu bremsen, obwohl längst Rot ist. Knapp 38 000 Rotlichtsünder wurden 2009 in der Bundeshauptstadt von den Kameras geblitzt. Foto: Rainer Jensen dpa/lbn (zu dpa KORR: "Vollgas auch bei Rot - Disziplin der Autofahrer sinkt" vom 25.10.2010)  +++(c) dpa - Bildfunk+++ |
Wenn die Ampel einfach nicht auf Grün umspringen will, muss im Zweifel die Polizei gerufen werden. | Bild: Rainer Jensen (dpa)

"Ist man mit Beifahrer unterwegs, sollte der zunächst die Fußgängerampel bedienen, denn oftmals ist die mit der Autoampel vernetzt“, rät Küster. Wenn das nicht zum Erfolg führt, dürfe der Autofahrer nach einer angemessenen Wartedauer auch vorsichtig losfahren. Allerdings, so Küster, sei nicht verbindlich geregelt, wie lange tatsächlich gewartet werden müsse. Im Zweifelsfall könne auch die Polizei gerufen werden.

Falsch geblitzt: 

ARCHIV - Ein Pkw fährt an einer mobilen Radaranlage der Polizei zur Geschwindigkeitskontrolle vorbei (Archivfoto vom 18.04.2005). Verkehrsrowdys sollen künftig stärker zur Kasse gebeten werden. «Wer als Rowdy vorsätzlich rast oder drängelt, soll künftig bis zu 2000 Euro zahlen», sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee der «Bild»-Zeitung (16.05.2006). Foto: Felix Heyder +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Der tägliche Stadtverkehr kann schnell zum Ärgernis werden. Nicht nur mobile Radarkontrollen lauern auf die Autofahrer. | Bild: Felix Heyder (dpa)

Besonders ärgerlich ist es, in einem 50er-Bereich trotz Tempo 48 km/h geblitzt zu werden. Handelt es sich um einen fest installierten Blitzer, rät Rechtsanwalt Goldkamp dazu, den Standort des Starenkastens und die davor liegende Strecke mit Verkehrsschildern gut zu dokumentieren. "Kommt ein Bußgeldbescheid, sollte man Einspruch einlegen." Erfolgte die Messung mit einem mobilen Blitzer, sollten Betroffene die Messbeamten ruhig vor Ort ansprechen und auf die offensichtliche Falschmessung hinweisen. (dpa/tmn)