Wo soll diese Verbieteritis hinführen? Eine Zigarette in der Kneipe anzünden: verboten. Mit einem alten Diesel durch Städte fahren: verboten. Abseits der Piste Ski fahren: verboten?

Das könnte Sie auch interessieren

Zum Glück darf man sich in der Natur frei bewegen: „Jeder darf die freie Landschaft zum Zweck der Erholung betreten. Zum Betreten gehören auch sportliche Betätigungen“, heißt es im Landesnaturschutzgesetz. Gerade abseits der Pisten, wo man nicht auf betrunkene Partyfahrer oder nervige Anfänger trifft, ist der Erholungsfaktor groß.

Das muss auch so bleiben. Viele, die jetzt Gesetze fordern und damit um wilden Aktionismus betteln, sollten sich mit den sogenannten Freeridern gründlich befassen. Die meisten haben nämlich viel Erfahrung und kennen sich mit widrigen Wetterbedingungen aus. Mithilfe von modernster Ausrüstung können sie Schneeprofile anlegen und vor Ort untersuchen, ob der Hang sicher ist.

Gute Vorbereitung ist alles

Das bestätigen auch Lawinenexperten wie Rudi Mair. Er verteufelt die Freerider nicht, sondern rät ihnen lediglich, sich gut vorzubereiten. Wer das gewissenhaft tut, kann das Lawinen-Risiko deutlich minimieren.

Verbote sollten immer das letzte Mittel sein. Es wäre viel sinnvoller, kostenlose Lawinenkurse anzubieten, um auf Gefahren aufmerksam zu machen, anstatt Verbote einzuführen, die sowieso ignoriert werden. Wenn wir anfangen, das Skifahren auf freiem Gelände zu verbieten, dann können wir beim Wandern gleich weitermachen. Auch dort kann man jederzeit einen Steinschlag auslösen und andere verletzen.