Januar

Alle Jahre wieder. Bei der 13. Auflage des RTL-Dschungelcamps liefern sich Größen der Unterhaltungsbranche wie Bastian Yotta (Protz-Millionär, bekannt aus der Nacktdatingshow "Adam sucht Eva") und Busenwunder Leila Lowfire (Sex-Expertin) philosophische Wortgefechte rund um das Thema Existenzialismus ("Einmal Doppel-D beim Mang, das is quasi das coitus ergo sum der Neuzeit, verstehste?") Dschungelkönig wird überraschend Nachrückkandidat Boris Becker, der zufällig beim Tennisturnier "Australian Open", also quasi um die Ecke, als Kommentator am Start ist und sich in Down Under vor den Londoner Gerichtsvollziehern verschanzt.    

Februar

Nach dem Achtungserfolg des sympathischen Lockenkopfs Michael Schulte beim ESC vergangenes Jahr in Lissabon, der mit seiner Schmonzette "You let me walk alone" den vierten Platz belegte, war das Erfolgsfieber bei den gefühlt Hunderttausenden deutschen Singern und Songwritern ausgebrochen. Am Ende bleiben für den Vorentscheid gut ein halbes Dutzend erfolgsversprechende Musiker übrig, von welchen uns einer beim ESC im Mai in Israel vertreten soll. Aufgrund einer technischen Panne beim Televoting erhalten jedoch alle Teilnehmer exakt die gleiche Stimmenzahl. Die Moderatorinnen Barbara Schöneberger und Linda Zervakis lassen sich nicht lumpen und meistern die peinliche Situation bravourös, indem sie sich bereiterklären, als Duett beim Finale in Israel anzutreten. ESC-Altmeister und TV-Rentner Stefan Raab (Wadde hadde du de da?) kann als Songwriter gewonnen werden.      

März

Pünktlich zum 29. März tritt Großbritannien, knapp drei Jahre nach dem Austrittsvotum, aus der EU aus. Ohne Brexit-Deal. Sämtliche Verhandlungen und Kompromisse für einen geordneten Brexit sind für die Katz. Premierministerin May ist nun reif für die Insel (wo sie auch bleibt) und schmeißt entnervt hin. Es droht der wirtschaftliche und gesellschaftliche Niedergang im stolzen Königreich. Ausgerechnet zwei Krauts, Jürgen Klopp und Campino von den Toten Hosen (Der eine Trainer, der andere Fan vom FC Liverpool) wollen den Status Quo nicht hinnehmen und gründen eine Bewegung der Rotwesten, genannt "The Reds", die für einen Exit vom Brexit werben. Die Politik kann diese Macht schon bald nicht mehr ignorieren und verspricht eine neue Volksabstimmung, wenn Liverpool die Champions League dieses Jahr holt (Womit nun auch bereits geklärt wäre, wie das Achtelfinale gegen den FC Bayern im Februar und März ausgeht).

April

Es ist vollbracht. Die intern betitelte Mission: "Die AG schlägt zurück" ist erfolgreich. Borussia Dortmund wird am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga vorzeitig deutscher Meister vor dem FC Bayern München, der mit 13 Punkten Rückstand den BVB nicht mehr einholen kann. Im Schwarzwald-Stadion in Freiburg bezwingen die Borussen den SC mit 6:5 nach einem Doppel-Hattrick von Neuzugang und Tormaschine Paco Alcacer. Unverhoffte Glückwünsche trudeln sogar aus Japan ein, Kaiser Akihito zieht seine für den 30. April geplante Abdankung um zehn Tage vor und schreibt in einer kryptischen Grußbotschaft: "Ich liebe Uli Hoeneß".

Mai

Bei den Europawahlen holt Fiedrich Merz mit seiner neugegründeten Merz-Partei, die auf großflächige Steuersenkungen für Mitglieder der gehobenen Mittelschicht setzt, in Deutschland die meisten Stimmen (Bei einer Wahlbeteiligung von lausigen 25 Prozent). Sein Traum, als Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nachzufolgen, scheitert am Widerstand von Kanzlerin Merkel. Doch Merz gibt sich nicht geschlagen, im September kann der gedemütigte Sauerländer endlich punkten (siehe unten).

Beim ESC in Israel landet das deutsche Duo Zervakis /Schöneberger mit 0 Punkten auf dem letzten Platz und wiederholt damit die Schmach aus den Jahren 1964, 1965 und 2015. In den US-amerikanischen Billboard-Charts verharrt ihr Song "Wadde hadde du de da, Teil 2" hingegen wochenlang auf Platz eins, nachdem Donald Trump den Song per Tweet verreißt ("It's a disgrace, so sad!").

Juni

In Washington geht ein heißer Sommertag zu Ende. Wenige Stunden nach drei kalorienreichen Big Mac Menüs (Super Size) mit 1,5 Litern Diät Cola und Curly Fries verkündigt Donald Trump um 5.20 Uhr
Ortszeit per Twitter die sofortige Entlassung seiner gesamten Ministerriege garniert mit einigen persönlichen Beleidigungen. Um 5.50 Uhr folgt die Ernennung von Gattin Melania und Tochter Ivanka zur Superministerin beziehungsweise Stabschefin im Weißen Haus ("Trust me, they can do it!"). Fox News lobt per Eilmeldung die weise Entscheidung des Präsidenten. 

Juli

Paukenschlag im deutschen Fußball: Nach dem desaströsen 0:5 im EM-Qualifikationsspiel im Juni gegen Estland schmeißt Bundestrainer Jogi Löw entnervt hin. Er könne nicht verstehen, warum seine Aufstellung mit Khedira, Özil, Müller, Mario Götze und dem wiederberufenen Sandro Wagner an entscheidenden Positionen nicht mehr zünde. Interimstrainer wird überraschend der Freiburger Coach Christian Streich ("Des isch Wahnsinn!"), bevor Jürgen Klopp, "The Normal One", im Januar 2020 übernimmt . 

August

Seit Anfang des Jahres gilt in Stuttgart ein Fahrverbot für alle Diesel im gesamten Stadtgebiet, die nicht mindestens die Euro-5-Norm erfüllen. Die baden-württembergische Landeshauptstadt ist damit bundesweit Vorreiter, allerdings mussten die Schwaben per Gericht dazu gezwungen werden. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 80 Euro. Der grüne Landesvater Winfried Kretschmann, der sich auch gerne mal zum Wandern per Hubschrauber in die Natur fliegen lässt, will hier Vorbild sein und lässt sich im Kessel von Stuttgart nur noch mit einem brandneuen Wasserstoff-Daimler (Gewicht: 2,2 Tonnen) umherkutschieren. Dumm nur, dass die Kontrolettis der Stadtverwaltung den geparkten Dienstwagen aufgrund fehlender Kennzeichnung fälschlicherweise als üble Diesel-Schleuder einstufen und der Staatskanzlei Bußgelder in Höhe von 15.000 Euro zukommen lassen. Da Kretschmann sich zunächst weigert, zu bezahlen, droht ihm zeitweilig sogar Erzwingungshaft. Aufgrund des Vorfalls einigt man sich im Bund, trotz heftigster Gegenwehr von Verkehrsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (Andreas Scheuer schmiss zwischenzeitlich den Job und wurde DJ in Berlin ("Partiiiiiiiieee") auf die Einführung einer blauen Plakette für saubere Fahrzeuge.

September

Die Großkoalitionäre in Berlin hatten sich nach Kräften bemüht, das Thema runterzukochen und zu beschwichtigen. Es klang wie das berühmte Pfeifen im Walde. Wir werden mit der AfD keine Koalition eingehen, bekräftigten die Parteispitzen von CDU und SPD, wie auch alle anderen im Parlament vertretenen Parteien in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg und Sachsen. Kanzlerin Merkel gab die Losung aus: "Wir lassen das!". Nun tritt ein, was viele voraussahen, die AfD holt mit knapp 30 Prozent jeweils die meisten Stimmen in den beiden Volksvertretungen. Für eine klassische GroKo reichen die Prozente nicht aus. Nur Viererbündnisse könnten mit einer Mehrheit regieren. In einem mitgeschnittenen, vertraulichen Telefongespräch mit Bild-Chefredakteur Julian Reichelt rutscht CDU-Chefin AKK zu allem Übel auch noch die böse Sentenz "Hätten wir die Mauer doch einfach stehen lassen" raus. 

Das kann sich nichtmal eine Saarländerin erlauben, AKK muss zurücktreten, die Partei führt interimsweise Friedrich Merz, der im Osten zwei schwarz-gelb-grün-rot-rote (Jamaika-R2G im Fachjargon) Koalitionen zusammenzimmert.   

Oktober

Bei den Parlamentswahlen in der Schweiz setzt sich wie von Beobachtern erwartet die in Teilen rechtspopulistische Schweizer Volkspartei (SVP) erneut als stärkste Kraft durch. Die Sozialdemokraten hatten mit ihrem Spitzenkandidaten Rene Peter Baumann alias DJ Bobo und dem Kampagnenmotto "There is a Party" eine Bruchlandung erlitten. Sie verlieren knapp zehn Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2015 und müssen sich mit dem dritten Platz hinter den Freidemokraten begnügen.

Auch in Thüringen erringen die Rechtspopulisten von der AfD mit ihrem Spitzenkanidaten Bernd Höcke bei den Landtagswahlen den ersten Platz. Dieser warb im Wahlkampf für eine sicherheitspolitische Wende um 360 Grad. Knapp dahinter landen die Linken mit ebenfalls 30 Prozent der Stimmen. Für Verhandlungen über eine mögliche blau(braun)-dunkelrote GroKo ließ sich die neutrale Instanz Baumann aus der Schweiz verpflichten.

November

Totgesagte leben länger. Am 16. November 2018 verkündete der WDR nach gut 34 Jahren das Ende seiner Erfolgsserie "Lindenstraße". Nicht wenige langjährige Fans erlitten durch diese Hiobsbotschaft ein Trauma, schließlich war vor einigen Jahren bereits ihr geliebter "Marienhof" eingestellt worden. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF waren zum Handeln gezwungen, um die erhitzten Gemüter zu besänftigen. Monatelang wurde ein Konzept erarbeitet, schließlich kann mit Freude verkündet werden: Ab Januar 2020 startet die wöchentliche Telenovela Lindenhof (Arbeitstitel: Marienstraße) im Ersten mit den Darstellern der beiden eingestellten Formate. Als Showrunner kann Roland Emmerich ("Independence Day") gewonnen werden, der mit viel Spezialeffekten und Sprengstoff sowie Til Schweiger als Gaststar arbeiten will. 

Dezember

Vor einem Jahr, kurz vor Heiligabend, durchbrach eine Schockwelle die weihnachtliche Stimmung der Volksmusikgemeinde: Helene und ihr Flori haben sich getrennt. "Sie hat schon einen Neuen",
wusste die Bild-Zeitung. "Was geschieht jetzt mit Flori Silbereisens großformatigen Helene-Tattoo auf seinem Oberarm?", fragten andere Promiportale. Helenes große Weihnachtsshow erreichte daraufhin Top-Quoten, immerhin soll ihr Neuer ein Tänzer ihres Ensembles sein. Ein Jahr später, im Dezember 2019, wieder kurz vor Weihnachten, bringt die "Gala" ein großes Doppelinterview mit Helene Fischer und Florian Silbereisen. Überschrift: "Wir lieben uns immer noch", in dem beide gestehen, alles sei nur ein riesiger PR-Gag gewesen. Bei Flori herrschte Ebbe in der Kasse, Helene wollte ihrem Liebsten mit der Aktion helfen. Und was ist mit dem Tattoo? "Das ist sowieso abwaschbar, ich bin doch nicht blöd", so Silbereisen.