Kürzlich war es so weit. Ich lag im Garten auf der Liege, lag und las, und plötzlich flog über mir ein unbekanntes Objekt. Männer, ebenfalls unbekannte Wesen, können so ein Flugobjekt natürlich leicht identifizieren. Es war eine Drohne. Drohnen, das waren früher diese fleißigen männlichen Honigbienen. Heute sind es ferngesteuerte Fluggeräte, die nicht selten eine Kamera in sich versteckt halten. Eine Kamera, die in den Garten glotzt – darf die das? Ist das gesetzlich erlaubt?

Wer will, kann sich über die Vorschriften informieren. Es gibt Drohnen-Verordnungen. Für Drohnen ab 250 Gramm gilt sogar Kennzeichnungspflicht, um den Besitzer ermitteln zu können. Dafür müsste ich allerdings zuerst die Drohne abschießen, wiegen und der Polizei ausliefern.

Das alles ist nicht einfach, wenn man kein Schießeisen hat. Und hat man ein Gewehr, will die Polizei garantiert wissen woher, und die Drohne, oder ihr Besitzer, lacht sich eins ins Fäustchen. Oder beide.

Zu jedem neuen Produkt gibt es neue Auflagen, Anweisungen oder Verordnungen. Anscheinend gibt es keine Dinge mehr, die so einfach und sicher zu handhaben sind wie zum Beispiel Ferngläser. Das ist der Fluch der Konsumgesellschaft. Je mehr, desto doller, desto abartiger im Gebrauch. Vater Staat kommt gar nicht mehr nach mit der vielen Gesetzgeberei zum Schutze seiner Insassen.

Erst recht aufgeschmissen ist der Bürger mit seinen vielen neuen Rechten, die er nicht durchsetzen kann. Wenn es so weitergeht, werde ich im Garten immerzu Vorschriften lesen. Gesetzliche Vorgaben, die man so gut wie nie einklagt. Weil es sich um Kleinigkeiten handelt. Um viele Kleinigkeiten, die einen in der Summe entmutigen. Ich gebe auf. Nur Normalopathen oder Rechthaber jagen eine kleine Drohne. Ich nicht. Vor allem dann nicht, wenn sie mich filmt und womöglich ins Internet stellt. Leider ist die Drohne nicht allein. Tausend Augen schauen dir zu.

Kameras sind überall

Auf den Straßen, besonders in Innenstädten, wächst unaufhaltsam die Zahl der Kameras. Ebenso an Privathäusern. Kein großer Platz oder Bahnhof, kein Flughafen mehr ohne Kamera. Auch mein Schwimmbad wird neuerdings per Video überwacht. Auch die Umkleidekabine?

Immer mehr Autofahrer haben Minikameras am Armaturenbrett, das auf Englisch dashboard heißt. Die Dashcams speichern ununterbrochen das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, um im Fall des Unfalls deren Schuld zu dokumentieren. Ganze Serien auf Privatsendern leben davon, solche Unfallaufzeichnungen, meist aus Russland, abzududeln.

Sogar deine eigene Webcam kann dich heimlich fotografieren. Es ist für andere kinderleicht, dein Handy oder Laptop zu hacken und sich ohne dein Wissen Zugriff auf die Kamera zu verschaffen. Und deine Fotos abzuzapfen.

Von Facebook ausspioniert

Die Firma Facebook hat vor wenigen Wochen ein Patent angemeldet, das ermöglicht, die Handymikrofone der Nutzer zu aktivieren und Umgebungsgeräusche aufzuzeichnen.

Der Internet-Gigant Google speichert die Bewegungsdaten der Nutzer auch dann, wenn sie diese Funktion am Handy ausgeschaltet haben. Das sogenannte „versteckte Tracking“ kann man deaktivieren. Aber wie? Genau; kompliziert das alles. Ich kapituliere.