Die vier befreundeten Skifahrer aus dem Raum Biberach waren am Samstag den Angaben zufolge in Lech im österreichischen Vorarlberg  auf einer gesperrten Skiroute unterwegs. Am Abend wurden sie als vermisst gemeldet. Laut Polizei fanden die Retter die Leichen von drei Männern im Alter von 32, 36 und 57 Jahren gegen 23 Uhr. Ein 28-Jähriger wird noch vermisst. Die Männer dürften in die gesperrte Skiroute "Langer Zug" am Rüfikopf eingefahren sein. Sie gilt als eine der steilsten Abfahrten der Welt. 

Auf dieser Skiroute, dem "Langen Zug" in Lech am Arlbeg sollen die vier Skifahrer aus Oberschwaben unterwegs gewesen sein. Sie gilt als eine der steilsten Abfahrten der Welt.
Auf dieser Skiroute, dem "Langen Zug" in Lech am Arlbeg sollen die vier Skifahrer aus dem Raum Biberach unterwegs gewesen sein. Sie gilt als eine der steilsten Abfahrten der Welt und ist derzeit gesperrt. | Bild: Frederick Sams

Gruppe konnte per Handy-Ortung lokalisiert werden

Als am Samstagabend die Frau eines Skifahrers Vermisstenanzeige stellte, gelang es den Helfern schnell, die Gruppe mittels Handy-Ortung zu lokalisieren. Eine Rettungsmannschaft stieg sofort auf. Die Wintersportler hatten die gesamte Notfallausrüstung dabei. Trotz ausgelösten Airbags wurden sie verschüttet.

Die Suche nach dem vierten Verschütteten musste wegen großer Lawinengefahr abgebrochen werden. Ob sie am Sonntag wieder aufgenommen wird, entscheidet eine Lawinenkommission, wie ein Polizeisprecher sagte. “Es ist zu fragen, ob die Suche wegen der großen Lawinengefahr zu verantworten ist”, so der Sprecher.

Am Samstag herrschte in Lech oberhalb von 2000 Metern Lawinenwarnstufe 3. Wegen weiterer Schneefälle dürfte die Lawinengefahr nicht nur in der Region Arlberg weiter zunehmen. Verbreitet wird bis zum Dienstag in Hochlagen mit rund einem Meter Neuschnee und mehr gerechnet.

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Große Betroffenheit vor Ort

Große Betroffenheit hat am Sonntag nach einem Lawinenabgang in Lech in Vorarlberg geherrscht. Wie Bürgermeister Ludwig Muxel der österreichischen Preeseagentur APA sagte, sei der Schock nach der Tragödie groß. Derzeit könne wegen der starken Schneefälle die Suche nach dem vierten Skifahrer nicht fortgesetzt werden.

“Das ist für die Einsatzkräfte aktuell einfach viel zu gefährlich”, erklärte der Ortschef. Auch für die kommenden Stunden sei nicht mit einer Wetterbesserung zu rechnen. Laut den Prognosen des Vorarlberger Lawinenwarndienstes sorgten Neuschnee, Regen und Wind am Sonntag abermals für einen deutlichen Anstieg der Lawinengefahr im Tagesverlauf. Zudem werde mit dem aufkommenden Sturm umfangreich Schnee verfrachtet und Triebschnee gebildet, hieß es.

Auf dem offiziellen Twitter-Kanal der Landeswarnzentrale Vorarlberg wird aktuell auf starken Schneefall aufmerksam gemacht:

Auf gesicherten Pisten bleiben

Bei den drei Toten soll es sich laut Muxel nach derzeitigem Stand um Variantenfahrer gehandelt haben, die abseits der gesicherten Pisten im freien Skiraum unterwegs waren. Der Bürgermeister richtete daher den Appell an alle Wintersportler, auf den gesicherten Pisten zu bleiben: “Derzeit ist die Lawinengefahr abseits einfach zu groß.”

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Damit die Suche nach dem vierten Vermissten fortgesetzt werden könne, müssten sich die Verhältnisse “deutlich” bessern. Der Sucheinsatz am Abend tags zuvor sei für die Einsatzkräfte sehr gefährlich und sehr belastend gewesen. Die drei Männer konnten gegen 23 Uhr nur noch tot geborgen werden. Die Suche nach dem vierten musste dann wegen der großen Lawinengefahr abgebrochen werden.