Die kanadische Küstenwache hat die Suche nach dem in der Labrador See vermissten deutschen Sänger Daniel Kaiser-Küblböck eingestellt. Das teilte der Sprecher der Küstenwache im kanadischen Halifax, Mark Cough, am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hätten zusammen 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. „Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden“, sagte Cough. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen.

Video-Botschaft von Dieter Bohlen sorgt für Aufregung

Im Lauf des Tages gab es bereits viel Ärger um ein Netz-Video von Pop-Titan Dieter Bohlen. In einem bei Instagram geposteten Video, das am Montag Zehntausende Mal aufgerufen wurde, äußerte sich der Musikproduzent nach eigenen Worten „total geschockt“.

Über Küblböck sagte der 64-jährige Bohlen: „Er war auf der einen Seite ein unheimlich lustiges Kerlchen, was man so im Fernsehen gesehen hat, aber wenn er bei mir zu Hause war, gab es eben auch das totale krasse Gegenteil: Er konnte unheimlich traurig und unheimlich depressiv sein. Und ich habe mich dann damals gewundert, wie unheimlich schnell das so hin und herging bei ihm.“

Viel Kritik bekam Bohlen für den Kapuzen-Pullover, den er bei dem mit verspiegelter Sonnenbrille vorgetragenen Statement trug: „Be one with the Ocean“ (Sei eins mit dem Ozean) stand darauf. Küblböck war am Sonntag während einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York bei Neufundland über Bord gegangen und wird seitdem vermisst. Es gebe Grund zur Annahme, dass Daniel Kaiser-Küblböck gesprungen sei, erklärte der Kreuzfahrt-Veranstalter.

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Schauspielschule wehrt sich gegen Mobbing-Spekulationen

Derweil wies die Schauspielschule, an der der zuletzt unter dem Künstlernamen Kaiser-Küblböck arbeitende Sänger studierte, Spekulationen über Mobbing gegen diesen zurück. „Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück“, heißt es in einer Erklärung auf der Facebook-Seite der Schule.

In einem angeblich von Küblböck stammenden Eintrag soll dieser darüber geklagt haben. Die Schule zeigte sich „zutiefst bestürzt und geschockt“ über das Verschwinden. Küblböck war nach Angaben der Reederei am frühen Sonntagmorgen von Bord des Schiffs gesprungen. Die Reederei erklärte, in dieser „schwierigen Zeit“ sei sie mit ihren Gedanken bei der Familie des Vermissten.

Der aus dem niederbayerischen Eggenfelden stammende Küblböck war Anfang der 2000er Jahre zu Prominenz gekommen. Als schriller Kandidat der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ und danach als Kandidat des RTL-Dschungelcamps gehörte er vorübergehend zu den bekanntesten Fernsehstars. In den danach folgenden Jahren unternahm er verschiedene Aktivitäten als Künstler und Geschäftsmann, zuletzt machte er eine Schauspielausbildung. (dpa / AFP)

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