Düster ist der Schauplatz, düster ist auch die Geschichte: Ähnlich wie beim „Tatort“ vom Bodensee präsentiert der SWR seinen neuen Handlungsort nicht als Ferienparadies, sondern als Gegend, in der das Grauen lauert. Deshalb sind die Winterbilder zum Auftakt von „Goldbach“ alles andere als heimelig.

Dann fällt ein Schuss, und der Krimi beginnt: Drei Kinder haben draußen gespielt, nur eins ist heimgekommen. Die anderen wollten in den Wald, er wollte nach Hause, sagt Paul. Frieda wird mit einer tödlichen Schussverletzung gefunden, Linus ist verschwunden. Franziska Tobler und Friedemann Berg (Eva Löbau, Hans-Jochen Wagner) von der Kripo Freiburg stehen vor einem Rätsel. Womöglich wird „Goldbach“ einige Zuschauer enttäuschen: Das neue „Tatort“-Team startet nicht mit einem Knalleffekt, sondern unspektakulär. Der Film ist ein stiller, aber sorgfältig und realitätsnah erzählter Krimi, der der Trauer von Friedas Eltern ebenso viel Zeit einräumt wie der Suche nach einer Erklärung für die Tat. Auch die Besetzung passt in dieses Gesamtbild. Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner mögen nicht die ganz große Popularität genießen, sind aber ausgezeichnete Schauspieler.

Im Unterschied zu vielen sonstigen „Tatort“-Kommissaren, die gern mal die eine oder andere Macke haben, sind Tobler und Berg zudem erfrischend normal. Der im Hochschwarzwald entstandene Film wirkt ohnehin sehr homogen und in sich stimmig. Dazu passt auch die von einer guten Thriller-Musik unterstützte bedrohliche Atmosphäre; auf diese Weise ist „Goldbach“ der denkbar größte Kontrast zu den sonnigen Reisereportagen im SWR Fernsehen.