• Quer durch den Kontinent: Auf ihrem Weg vom Schwarzwald ins Schwarze Meer durchfließt die Donau zehn Länder – so viele wie kein anderer Fluss: Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine. Die Donauquelle liegt bei Donaueschingen. Nach 193 Kilometern verlässt der Fluss bei Ulm Baden-Württemberg und fließt durch Bayern in Richtung Österreich. 2850 Kilometer lang ist die Donau und damit nach der Wolga der zweitlängste Fluss Europas.
Die Donau in Ulm.
Die Donau in Ulm. | Bild: Felix Kästle/dpa
  • Handelsweg: Ab Ulm ist die Donau schiffbar. Frachtschiffe, zum Beispiel für Kies, nutzen die Donau. Der Rhein-Main-Donau-Kanal, 1992 eröffnet, schuf mit 16 Schleusen erstmals eine Verbindung von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer; eine Gesamthöhe von 243 Metern wird überwunden. 4,7 Milliarden D-Mark (2,4 Milliarden Euro) kostete der Bau des rund 170 Kilometer langen Kanals. Binnenschiffe werden auf bis zu 406 Meter über Meereshöhe hochgeschleust; dies ist der höchste Punkt des europäischen Wasserstraßennetzes.
Die Donau spielt für den Schiffsverkehr eine wichtige Rolle. Hier ein Schiff in eienr Schleuse im Main-Donau-Kanal.
Die Donau spielt für den Schiffsverkehr eine wichtige Rolle. Hier ein Schiff in eienr Schleuse im Main-Donau-Kanal. | Bild: Karl Schnörrer/dpa
  • Hochwasser: Immer wieder bringt die Donau fürchterliche Mengen Wasser. Fluten zerstören Häuser und damit auch Leben. Zum Beispiel 2013 ein Jahrhunderthochwasser: In Passau betrug der Donau-Wasserstand auf dem Höhepunkt der Katastrophe 12,50 Meter – 30 Zentimeter mehr als beim Jahrhunderthochwasser von 1954. Normal für die Jahreszeit sind bis zu 4,50 Meter. Besonders betroffen war damals der Landkreis Deggendorf (Bild). Vor nicht einmal zwei Wochen im Mai brachte die Donau nach heftigen Regenfällen erneut Überschwemmungen.
Der bayerische Ort Deggendorf wurde bei der großen Donau-Flut 2013 heftig überflutet. Hier der Ortsteil Fischerdorf.
Der bayerische Ort Deggendorf wurde bei der großen Donau-Flut 2013 heftig überflutet. Hier der Ortsteil Fischerdorf. | Bild: Armin Weigel/dpa
  • Touristenziel: Für Kreuzfahrten und kürzere Ausflüge sind auch Touristenschiffe auf der Donau sehr beliebt. Das wiederum gefällt nicht allen Menschen in den Zielstädten. Immer wieder klagen manche Anwohner über Touristenmassen – gerade in der Hochsaison. Aber Donaufans zieht es in die Landschaften und Nationalparks am Fluss, etwa den Naturpark Obere Donau in Deutschland, in die österreichische Wachau oder ans Eiserne Tor zwischen Serbien und Rumänien. Das Donaudelta am Schwarzen Meer ist bei Vogelkundlern beliebt.
Die Donau nahe Pondorf/Bayern.
Die Donau nahe Pondorf/Bayern. | Bild: Armin Weigel/dpa
  • Ein Fluss, große Unterschiede: Der Eiserne Vorhang trennte die Länder an der Donau für lange Zeit. Inzwischen wollen sie verstärkt zusammenarbeiten – bei Energie, Verkehr oder Forschung. Eine EU-Strategie für den Donauraum soll seit 2011 dabei helfen. Aber noch immer sind die Lebensbedingungen sehr unterschiedlich. Der Regisseur Emir Kusturica hat im Film „Schwarze Katze, weißer Kater“ der Donau und der Minderheit der Roma an ihren Ufern im Balkan ein schräges Denkmal gesetzt.
Die Donau fließt auch durch die ungarische Hauptstadt Budapest.
Die Donau fließt auch durch die ungarische Hauptstadt Budapest. | Bild: Andrea Warnecke/dpa
  • Energiequelle: Auch mit zahlreichen Staustufen und Kraftwerken schafft die Donau großen Wert. Denn ihr Wasser liefert nicht nur vielen Menschen etwa in Baden-Württemberg Trinkwasser. Donau-Anrainer können aus den Wasserkraftwerken auch große Mengen Energie ziehen. Allein in Österreich beträgt der Höhenunterschied des Flusses zwischen der Grenze zu Deutschland und der Slowakei 150 Meter. Zehn Wasserkraftwerke nutzen allein in Österreich die Energie des großen Stroms.
Das Kraftwerk Kachlet bei Passau.
Das Kraftwerk Kachlet bei Passau. | Bild: animaflora picsstock/stock.adobe.com
  • Weinbaugebiet: Winzig klein ist das bayerische Weinbaugebiet an den Donauhängen bei Regensburg. Nur auf sechs Hektar werden dort Rebstöcke gehegt. Der Rest des Weinanbaus in Bayern verteilt sich auf Franken (mehr als 6200 Hektar) und auf Gebiete bei Lindau am Bodensee (58 Hektar). Aber auch in Ungarn oder Österreich, an sonnigen Hanglagen im Donauabschnitt Wachau, wird Wein angebaut. Typisch für die Wachau sind Terrassenweingärten, beliebte Rebsorten sind Riesling und Grüner Veltliner. Auch im Kremstal wird Wein angebaut.
Die Wachau ist einer der schönsten Flussabschnitte der Donau. Hier wird traditionell Wein angebaut. Auch die feinen Aprikosen sind berühmt.
Die Wachau ist einer der schönsten Flussabschnitte der Donau. Hier wird traditionell Wein angebaut. Auch die feinen Aprikosen sind berühmt. | Bild: Daniela David/dpa
  • Lebensraum: Das Isarmündungsgebiet gilt als besonders artenreicher Höhepunkt in Deutschland. Aber auch an anderen Stellen ist die Arten- und Lebensraumvielfalt beeindruckend. Die Flussufer sind oft naturnah und reich an Vögeln. Doch die dafür wichtige Dynamik des Flusses wurde in den letzten 200 Jahren gezähmt, wie der Bund Naturschutz beklagt. Der Flusslauf werde reguliert, Deiche würden auf- und die Schifffahrt ausgebaut. Die Donau müsse wieder ein „blau-grünes Band“ werden, fordern Naturschützer.
Die „Alte Donau“ bei Wien.
Die „Alte Donau“ bei Wien. | Bild: Anniev Kosta/dpa