In den vergangenen zwei Jahren war es die Angst vor Terrorismus, die sich in den Köpfen der Deutschen festgesetzt hatte. Nun treibt die Deutschen etwas ganz anderes um – sie fürchten sich vor allem vor der „America-First“-Politik des US-Präsidenten.

„Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben große Angst davor, dass die Politik von Donald Trump die Welt gefährlicher macht“, sagte Brigitte Röm­stedt von der R+V-Versicherung bei der Vorstellung der Studie „Die Ängste der Deutschen“. Mit 69 Prozent erreicht diese Sorge einen der höchsten Werte, die jemals in der Ängste-Studie gemessen wurde. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit jeweils 63 Prozent die Befürchtung vor einer Überforderung durch Flüchtlinge und vor Spannungen durch Ausländer. „Das Fazit: 2018 ist ein Jahr der politischen Ängste“, resümierte Manfred Schmidt, Politologe an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Dass sich das Thema Außenpolitik auf Platz eins befindet, ist für Schmidt ein „epochaler Bruch. So etwas hatten wir noch nicht.“

Doch die weiteren Platzierungen zeigen, wie die innenpolitische Lage die Menschen aufwühlt. Viele Deutsche empfinden die große Zahl an Flüchtlingen als überfordernd. Außerdem fürchten sie, dass es durch den weiteren Zuzug zu Spannungen zwischen Deutschen und Ausländern kommen könnte. Auf Platz vier folgt die Sorge um überforderte Politiker (61 Prozent). Danach kommt erst die Angst vor Terrorismus: Sie sinkt mit zwölf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr am stärksten, bleibt dennoch mit 59 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Platz sechs belegt die Furcht vor hohen Kosten für Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise. Die Angst vor Extremismus – im Vorjahr noch auf Platz zwei im Ranking – ist 2018 auf Platz sieben. Wie sich die im Juni und Juli Befragten nach den Ausschreitungen in Chemnitz entschieden hätten, bleibt unklar. Zum ersten Mal fiel die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten (49 Prozent) aus den Top-Ten.

Auf Rekordtief befindet sich mit 25 Prozent derweil die Sorge um die eigene Arbeitslosigkeit. In der Summe bleibt die Angst aber überdurchschnittlich hoch.