Eine Portion Beeren ist mehr als ein Snack für zwischendurch oder ein farbenfroher Dessert-Bestandteil. Ob Himbeeren, schwarze Johannisbeeren oder Stachelbeeren – die kugelrunden Früchtchen haben viele positive Eigenschaften.

„Beeren enthalten je nach Sorte in unterschiedlichen Mengen Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Spurenelemente“, sagt Prof. Johannes Georg Wechsler. Der Münchner Facharzt für Innere Medizin ist Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM).

Klein und sehr gesund: Rote Johannisbeeren enthalten unter anderem Vitamin C und E, Magnesium und Kalzium.
Klein und sehr gesund: Rote Johannisbeeren enthalten unter anderem Vitamin C und E, Magnesium und Kalzium. | Bild: Andrea Warnecke (dpa)

Johannisbeeren – Vitamine ohne Ende

Zudem sind Beeren reich an Ballaststoffen. Sie machen also schnell und anhaltend satt. Echte Vitaminbomben sind etwa Johannisbeeren, vor allem die schwarzen. „Vitamin C ist in ihnen reichlich enthalten“, erklärt Wechsler. Aber auch in der roten Variante punkten Johannisbeeren mit Vitamin C und E sowie mit Magnesium, Kalzium und Kalium.

Himbeeren enthalten ebenfalls reichlich Mineralstoffe – „und außerdem unter anderem B-Vitamine und Vitamin C“, sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). In Brombeeren steckt unter anderem viel Vitamin A – gut für die Augen und die Haut.

Die nicht ganz so gesunde Beere: Schwarzer Holunder muss vor dem Verzehr erst verarbeitet werden – in rohem Zustand ist er giftig.
Die nicht ganz so gesunde Beere: Schwarzer Holunder muss vor dem Verzehr erst verarbeitet werden – in rohem Zustand ist er giftig. | Bild: Mascha Brichta (dpa)

Ständig neue Sorten

Heidelbeeren, Sanddorn und Holunder, solche Beeren kennt noch jeder. Aber es gibt viel mehr Sorten – und: „Es kommen permanent neue hinzu“, so Morlo. Als Beispiel nennt sie die Jostabeeren. Das ist eine Kreuzung von schwarzen Johannisbeeren und Stachelbeeren, reich an Mineralstoffen und Vitamin C, wenn auch nicht ganz so viel wie in schwarzen Johannisbeeren.

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Eine exotische Variante sind die Goji-Beeren. Dabei handelt es sich um kleine rote Früchtchen, die in China und der Mongolei beheimatet sind. In Goji-Beeren stecken die Vitamine A, B, C und E, dazu viel Magnesium, Kupfer und Eisen. Ebenfalls bekannt sind die Acai-Beeren. Das sind Früchte von Palmen, die in Brasilien wachsen. Sie enthalten Vitamine, Mineralstoffe und essenzielle Fettsäuren.

Superfrüchte aus der Heimat und der Ferne: Blaubeeren (oben) und Cranberrys (r) sind echte Vitaminbomben, genau wie die exotischeren ...
Superfrüchte aus der Heimat und der Ferne: Blaubeeren (oben) und Cranberrys (r) sind echte Vitaminbomben, genau wie die exotischeren Früchte Goji (l) und Aronia (unten). | Bild: Christin Klose (dpa)

Beeren als Schlankmacher

Beide Exoten-Beeren sind sogenannte Superfoods, denen zahlreiche positive Eigenschaften nachgesagt werden. Bei Acai-Beeren heißt es etwa, dass sie aufgrund ihres hohen Gehalts an Antioxidantien auch Schlankmacher seien und sogar den Alterungsprozess aufhalten können. „Hierfür gibt es allerdings keine fundierten wissenschaftlichen Belege“, sagt Wechsler. Er rät, frische Beeren vorwiegend nicht aus fernen Ländern, sondern aus dem heimischen regionalen Anbau zu essen – und dann so abwechslungsreich wie möglich.

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Beeren sollten dann auf dem Esstisch stehen, wenn sie Saison haben, sagt auch Morlo. Also Erdbeeren ab etwa Mai bis in den Sommer hinein, Johannisbeeren und Brombeeren dann etwa ab Juni. Im Winter ist die Vitamin-Ausbeute eher mager, wenn die Himbeeren oder Heidelbeeren im Supermarkt zum Beispiel aus Peru stammen.

„Der Vitamingehalt ist aufgrund der langen Transportwege bei einer bestimmten Temperatur und Luftfeuchtigkeit oft verringert“, so Morlo. Hinzu kommt, dass die Früchte für ein makelloses Aussehen nicht selten mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden und davon noch Rückstände aufweisen können.

Süß und gesund: Ihr Geschmack macht Heidelbeeren und Co. zur idealen Dessertbegleitung – ganz ohne schlechtes Gewissen.
Süß und gesund: Ihr Geschmack macht Heidelbeeren und Co. zur idealen Dessertbegleitung – ganz ohne schlechtes Gewissen. | Bild: Ralf Hirschberger (dpa)

Tiefkühlware ist genauso gesund

Dennoch muss niemand in der kalten Jahreszeit auf Beeren verzichten – es gibt ja tiefgekühlte Früchte. „Idealerweise haben Verbraucher in der jeweiligen Saison die frischen Beeren gewaschen und eingefroren“, erklärt Wechsler. Die Früchte sind nach dem Auftauen ebenso gesund wie Frischware. „Auch getrocknete Beeren können ein vitaminreicher Snack für zwischendurch sein“, betont Morlo. Trockenbeeren wie Maulbeeren, Datteln oder Feigen eignen sich etwa auch als gesunde Beigabe zu einem Müsli.

Goji, Aronia, Blaubeere und mehr: In Kombination mit Nüssen und Samen sind Beeren ein ideales Frühstück.
Goji, Aronia, Blaubeere und mehr: In Kombination mit Nüssen und Samen sind Beeren ein ideales Frühstück. | Bild: Christin Klose (dpa)

Beeren-Klassiker wie Him- und Brombeeren sind derweil idealer Kuchenbelag oder leckerer Dessert-Bestandteil, zu Eis und Quark etwa. Kreative Köche können die kleinen Vitaminbomben aber auch noch ganz anders einsetzen, sagt Küchenmeister Siegfried Wintgen aus Österreich. „Erdbeeren etwa harmonieren auch perfekt mit Spargel, Rhabarber, grünem Pfeffer, Waldmeister und Ingwer.“ (dpa)