Die Sondierstangen der Alpinen Rettung klacken auf dem Asphalt unter dem Schnee. Die Männer nicken sich zu, dann gehen sie gemeinsam einen Schritt weiter, um die langen Stangen an der nächsten Stelle in den Schnee hinabzuführen. Geben sie einen Abschnitt frei, spuckt der Schneefräser den Schnee in Brocken aus.

"Wir wurden von den Schneemassen überrascht"

Über 180 Einsatzkräfte brachten am Freitag auf der Schwägalp Ordnung in das Chaos, das die Lawine am Donnerstagnachmittag angerichtet hatte. Auf einer Breite von 300 Metern donnerte sie vom Säntis herab, zerstörte Teile des Hotel Säntis und verschüttete über ein Dutzend Autos. Drei Personen wurden leicht verletzt. Sie wurden ambulant behandelt und haben die Klinik wieder verlassen.

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"Wir wurden von den Schneemassen überrascht", sagte Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG, bei einer Pressekonferenz. Und weiter, sichtlich bewegt: "Wir sind dankbar, dass der Lawinengang keine schlimmeren Auswirkungen hat."

Vattioni kämpfte mit den Tränen, als er den Einsatzkräften dankte. Vermisstenmeldungen gebe es bisher keine. "Wir wissen aber erst zu 100 Prozent, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind, wenn die Schneemassen weg geräumt sind." 80 Personen seien am Donnerstagabend mit einem Shuttle ins Tal gebracht worden, 40 hätten die Nacht auf Freitag auf eigenen Wunsch im Hotel verbracht. "Die Sicherheit war gewährt", so Vattioni.

Meterhoch türmt sich der Schnee

"Derzeit sind nur noch Mitarbeitende vor Ort, die auch auf der Schwägalp wohnen und bei den Räumungsarbeiten helfen", sagte Vattioni. Der Schwebebahnbetrieb und Hotel- sowie Restaurantbetrieb bleiben bis auf weiteres geschlossen.

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In Teilen des Restaurants sah es am Freitag immer noch so aus, als würden die akkurat angeordneten Tische mit dem Blumenschmuck nur darauf warten, dass sich gleich ein Gast setzt. Doch bereits einige Meter weiter waren Tische und Stühle unter dem Schnee verschwunden. Meterhoch türmte er sich im Raum.

Unermüdlich schaufelten die Einsatzkräfte den Schnee aus den zerborstenen Fenstern hinaus ins Freie. Heute gehen die Aufräumarbeiten weiter. Zur Schadenshöhe könne er derzeit noch nichts sagen, so Vattioni. "Das hat jetzt auch absolut keine Priorität."

Am Samstag gehen die Aufräumarbeiten weiter. Ein Auto – komplett zerbeult, mit abgefallenen Teilen, zerstörten Scheiben und mit Schnee gefüllt – wurde am Freitag bereits abtransportiert. Am Hoteleingang steht ein lädiertes Postauto, das von der Lawine gegen das Gebäude gedrückt wurde. Ein Wildhüter transportierte den Kadaver einer Gams ab, die unter der Lawine begraben worden war. Die Zufahrt zur Talstation der Säntisbahn bleibt weiterhin gesperrt, die Schwägalpstraße ist für den Verkehr seit Freitagmorgen wieder offen.