Die schönsten Schlachten sind Rabattschlachten. Preise fallen, Kunden gewinnen. So zumindest die Theorie. Wenn in der kommenden Woche vor allem im Internethandel zahlreiche Rabattaktionen starten, ist der Kunde aber nicht immer König. Bei den Aktionen, die am Montag beginnen und auf den „Black Friday“ am 23. November zulaufen, gibt es einige Fallen. Wer diese umgeht, kann aber als großer Triumphator vom Shopping-Schlachtfeld gehen. Darauf sollte man achten:

  • Vorbereitung ist alles: Wer wirkliche Schnäppchen finden will, der sollte sich schon jetzt auf die kommende Woche vorbereiten. „Gut ist, wenn man weiß, was man benötigt und sich vor der Schnäppchen-Woche die aktuellen Preise anschaut“, erklärt Oliver Buttler, Online-Shopping-Experte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wer einfach losziehe, verliere leicht den Überblick zwischen echtem Schnäppchen und Lockvogel-Angebot.
    Oliver Buttler, Online-Shopping-Experte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. | Bild: Verbraucherzentrale
  • Nicht unter Druck setzen lassen: Einläuten wird die Konsum-Woche Amazon mit seinem „Cyber Monday“, der anders als der Name vermuten lässt allerdings eine ganze Woche lang geht. Hier werden immer wieder für begrenzte Zeiträume begrenzte Mengen bestimmter Waren im Preis reduziert. Und damit wird auch gleich ein Trick des Online-Handels klar: „Man sollte sich von begrenzter Verfügbarkeit nicht nervös machen lassen“, erklärt Buttler, „und schon gar nicht von blinkenden, bunten Flächen, die Rabatte anpreisen“. Lieber noch einmal in aller Ruhe den Preis mit dem auf anderen Seiten vergleichen. „Manche Seiten zeigen auch an, dass der Server für dieses Produkt überlastet ist, aber sie ein anderes anbieten“, warnt Buttler, „das ist technisch aber Unsinn und einfach nur ein Trick, um dem Kunden etwas aufzudrängen.“
  • Schauen, worauf sich der Rabatt bezieht: Ein Rabatt von 60, 70, 80 Prozent? Da werden die meisten sofort schwach. Buttler verrät, welcher Trick sich dahinter verbirgt: „Meistens bezieht sich der Rabatt auf die unverbindliche Verkaufsempfehlung der Hersteller.“ Und diese werden schon beim regulären Verkauf außerhalb der Angebotszeiträume fast nie erreicht. Die angebliche Rabatt-Prozentzahl sollte man gleich vergessen, den Preis unabhängig davon bewerten und, so man ihn weiß, mit dem sonstigen Handelspreis vergleichen.
  • Vorsicht bei Elektronik: Handys, Tablets, Laptops und andere Elektronik-Artikel machen einen großen Anteil an der Angebotswoche aus. Doch Buttler macht gleich deutlich: „Warum sollte der Handel ohnehin stark nachgefragte aktuelle Topmodelle von Samsung und Apple reduzieren? Meist handelt es sich bei den Angeboten um ältere Versionen.“ Ein stark vergünstigstes Vorjahresmodell kann natürlich dennoch ein Super-Schnäppchen sein – aber umso mehr muss man hier darauf achten, ob sich die Rabatt-Prozentangabe auf die bei Elektronik extrem schnell unterbotene Preisempfehlung bei Verkaufsstart oder den aktuellen Handelswert bezieht.
    Das könnte Sie auch interessieren
  • Bei Zusatzartikeln kritisch bleiben: Wer ein gutes Geschäft gemacht hat, will gleich das nächste nachlegen. Das wissen die Händler. „Sie bieten über Felder wie „Andere Kunden kaufen auch“ gleich weitere Artikel an“, sagt Buttler, „nur sind das oft gar keine Angebote mehr, sondern ganz reguläre oder überteuerte Preise.“ Wer sich darauf einlasse, hat am Ende viel zu viel bezahlt – für Waren, die er gar nicht braucht.
  • Sich seiner Rechte bewusst sein: Manch ein Online-Händler versieht seine Schnäppchen gleich mit dem Hinweis, dass eine Rückgabe der Angebots­ware nicht möglich sei. „Das ist nicht rechtmäßig“, warnt Buttler. Alle Waren, die im Netz erworben werden, dürfen innerhalb von 14 Tagen zurückgeschickt werden. Ausgenommen davon sind nur wenige Artikel, etwa Hygiene-Produkte, individualisierte Waren, oder versiegelte Waren wie CDs, Computerspiele und manche Kleidung. Wenn der Online-Händler nicht ausreichend über das Widerrufsrecht informiert, verlängert sich die Rückgabe-Frist sogar auf 1 Jahr und 14 Tage, erklärt Buttler. Aber: Ein Recht darauf, dass die Rücksendung gratis ist, gibt es nicht. Prinzipiell hat beim Widerruf der Verkäufer die Hinsendekosten, der Käufer die Rücksendekosten zu tragen – aber nur, wenn er darauf hingewiesen wurde. Hier deswegen schon vor dem Kauf schauen, wie der jeweilige Shop das regelt.
  • Achtung, Fake-Shops! Gefälschte Shops gibt es das ganze Jahr über. Wenn aber ohnehin überall mit Mega-Rabatten geworben wird, haben Betrüger leichteres Spiel. Buttler erklärt, wie man diese falschen Shops enttarnen kann: „Oft ist das Impressum der Seite nicht vollständig, es ist nur Bezahlung im Vorraus möglich und es wird kaum eine Möglichkeit gezeigt, wie man die Betreiber kontaktieren kann.“ Da die Betrüger teilweise Online-Shops und deren Internetadresse täuschend echt nachbauen, sollte man lieber einmal zu viel nachsehen, ob der Shop echt ist.