Die Tage der klassischen Telefonie sind gezählt. Bis Ende des Jahres will die Telekom alle analogen und ISDN-Anschlüsse auf IP-Telefonie (Internet-Protokoll) umstellen. Wer nicht auf IP-Telefonie umstellen will, erhält eine Kündigung von der Telekom. Aber keine Angst, so weit muss es nicht kommen. Wir erklären, was Kunden jetzt wissen müssen:

  1. .Wird auch in sehr ländlichen Gebieten auf IP-Telefonie umgestellt? Ja. Deshalb baut die Telekom kontinuierlich ihre Netze aus, um auch im ländlichen Raum die erforderlichen Mindestbandbreiten anbieten zu können. Die Bandbreite für IP-Telefonie ist relativ niedrig. Natürlich gibt es auch Orte in Deutschland, wo das aktuell nicht möglich ist, sagt eine Telekom-Sprecherin: „Bei Übertragungsraten unterhalb dieser Grenze bieten wir keine Internetanschlüsse auf Basis der Magenta-Zuhause-Tarife an.” Eine Lösung für diese Kunden gibt es trotzdem. Sie können einen speziellen Funk-Router nutzen. Dadurch kann der Kunde über den Router weiter das Festnetz benutzen, während das Surfen über den Mobilfunk realisiert wird.
  2. .Ich habe nur einen Vertrag für das Telefon. Was muss ich bei der Umstellung auf IP-Telefonie beachten? Die gute Nachricht: nichts! Es muss nichts umgesteckt werden, kein neues Telefon gekauft oder ein Router installiert werden. Die Umschaltung erfolgt in der Vermittlungsstelle der Telekom.
  3. .Was ist mit Kunden, die einen ISDN-Anschluss haben? Wer einen ISDN-Anschluss hat, muss aktiv werden. Der Kunde muss einen neuen Vertrag mit der Telekom abschließen.
  4. .Was muss man genau machen? Zunächst muss man alle Geräte und Kabel aus der Telefonbuchse, dem Router und (wenn vorhanden) dem DSL-Splitter entfernen. Danach verbindet man den Router mit einem DSL-Kabel. Man erkennt das Kabel daran, dass es an einem Ende einen Buchsen-Stecker hat. Dieses Ende wird in den mittleren Steckplatz der Buchse gesteckt. Am anderen Ende des Kabels befindet sich ein Klickstecker, der in den Router in die Buchse „DSL/Tel” gesteckt wird. Nun wird das Telefon mit dem Router verbunden. Analoge Telefone werden mit der Telefonbuchse verbunden, die Basis von schnurlosen Telefonen mit Klickstecker direkt mit dem Router.
  5. .Muss ich einen Router von der Telekom verwenden? Nein, das muss man nicht. Genauso gut klappt die IP-Telefonie zum Beispiel mit einer Fritzbox. Allerdings nur bei neueren Modellen.
  6. .Wie melde ich meine Telefone im Router an? Nach dem Umstecken muss der Router konfiguriert werden. Dazu muss man sich in das Gerät einwählen. Hierfür brauchen Nutzer die Kundendaten. Bei Telekom-Geräten wurden diese Daten mit dem Router ausgeliefert. Hat man diese zur Hand, loggt man sich unter www.telekom.de/einrichten ein. Nun beginnt die automatische Einrichtung – diesen Vorgang nicht unterbrechen und darauf warten, bis das Lämpchen „Online“ am Router durchgängig leuchtet. Damit der Anschluss gleich komplett aktiv wird, sollte man die Rufnummer 0800/5510033 anrufen. Eine Sprachansage informiert, bis wann die Umstellung erfolgt – das dauert nach dem Anruf meist nur 15 Minuten.
  7. .Wie funktioniert das bei Fritzboxen? Nutzer müssen die Fritzbox umstellen. Dazu loggt man sich in die Benutzeroberfläche (in den Browser http://fritz.box eingeben) mit dem persönlichen Passwort ein. Hier ruft man nun das Menü „Telefonie/Eigene Rufnummer” auf. Dort klickt man auf „Neue Rufnummer” und aktiviert die Option „Wechsel von Festnetzanschluss auf IP-basierten Anschluss”. Dann erscheinen die Rufnummern. Diese sollte man überprüfen und die Vorwahl eintragen. Nun startet die Prüfung der Internettelefonie. Danach sollte das Telefon funktionieren. Ist dies nicht der Fall, müssen die Telefone im Router aktiviert werden. Dies erfolgt unter dem Punkt „Dect Telefon”.