Die von Daniel Kaiser-Küblböck besuchte Schauspielschule sieht sich Anfeindungen im Internet ausgesetzt. „Leider sehen wir uns gezwungen, unsere Facebook-Präsenz vorübergehend einzustellen“, teilte die ETI Schauspielschule Berlin am Mittwoch mit.

„Ein durch unbelegte, im Netz kursierende Mobbing-Behauptungen ausgelöster Shitstorm ist über uns hereingebrochen, der sowohl Daniel gegenüber unwürdig ist, als auch dem Ansehen unserer SchülerInnen, AbsolventInnen und DozentInnen schadet.“ Im Internet kursiert ein angeblich von Küblböck verfasster Eintrag, in dem von monatelangem Mobben an der Schule die Rede ist.

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Außerdem sagte die Schule ab Donnerstag geplante Aufführungen der Abschlussinszenierung des Schauspieljahrgangs ab, in dem auch Kaiser-Küblböck war: „Aufgrund der tragischen Ereignisse um Daniel Kaiser-Küblböck haben das Ensemble und die Schulleitung des ETI beschlossen, die Vorstellungen von "Niemandsland" vom 13.–16.09. abzusagen.“

Während einer Kreuzfahrt über Bord gegangen

Kaiser-Küblböck war am Sonntag nach Angaben des Anbieters Aida Cruises während einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York bei Neufundland über Bord gegangen. Suizidabsicht gilt als wahrscheinlich. Am Montag stellte die kanadische Küstenwache die Suche nach dem Vermissten ein. Am Dienstag bedankte sich der Vater auf der Website des Künstlers „für die unglaubliche Anteilnahme“: „Die netten Worte vieler Wegbegleiter rühren uns sehr.“

Der 33-Jährige war einst als Daniel Küblböck durch „Deutschland sucht den Superstar“, das Dschungelcamp und andere TV-Formate bekanntgeworden.

Anmerkung der Redaktion: In der Regel berichten wir nicht über Suizid oder möglichen Suizid - in diesem Fall haben wir uns dennoch dazu entschieden, weil es sich um eine Person des öffentlichen Lebens handelt.

Unter den kostenfreien Telefonnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 der Telefonseelsorge finden Betroffene und Angehörige in schwierigen Lebenslagen anonyme und kompetente Hilfe rund um die Uhr.

Auf den Seiten der "Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention" finden sich weitere Hilfsangebote.

(dpa)