Sein Rolls Royce wird noch vor der Paris Bar in Berlin gesichtet, ansonsten aber ist es ruhig geworden um Rolf Eden. Der als Deutschlands erster Playboy international bekannt gewordene Eden wird bei aller Vorliebe für junge Frauen nicht vom Altern verschont, vor kurzem wurde er 90 Jahre alt.

Ein Bundespräsident, ein Playboy

Eden steht für einen Typ Mann, den es so wohl nicht wieder geben wird. An zur Schau getragenem Selbstbewusstsein mangelte es ihm nie. „Es gibt einen Bundespräsidenten in Deutschland und einen Playboy – und das bin ich, es ist ein Titel“, sagte er vor zehn Jahren der „Süddeutschen Zeitung“. Den damals noch lebenden Gunther Sachs zählte Eden nicht mehr als Playboy mit – Sachs hatte geheiratet. „Ein Playboy kann nicht verheiratet sein.“

Familie entkam dem Holocaust

Eden kam als Rolf Sigmund Sostheim am 6. Februar 1930 in Berlin zur Welt, den Namen Eden gab er sich mit 17 Jahren. Seine Eltern waren Juden, sie verließen Deutschland schon im Jahr der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933. Alle Mitglieder seiner Familie gingen frühzeitig, weshalb die Familie vollständig dem Holocaust entkam. Gut zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Eden nach Berlin zurück. Manche seiner zum großen Teil in Israel lebenden Familienmitglieder nahmen ihm das übel, er selbst sah kein Problem. Er habe ausschließlich gute Erfahrungen in Deutschland gemacht – „besonders in meinen Klubs“.

Vor elf Jahren zeigte sich Rolf Eden mit Freundin Brigitte auf dem Berliner Presseball in Berlin noch in bester Verfassung.
Vor elf Jahren zeigte sich Rolf Eden mit Freundin Brigitte auf dem Berliner Presseball in Berlin noch in bester Verfassung. | Bild: Gero Breloer

Die Klubs waren das, was Eden zur Marke machte. Der Eden Playboy Club oder das Big Eden wurden Tempel für die in der Wirtschaftswunderzeit nach Unterhaltung und Leichtigkeit gierenden Berliner. Eden gilt als Erfinder der Diskotheken in Westdeutschland, betrieb auch Nachtklubs und machte den Westberliner Kudamm zum Boulevard der Vergnügungslust. Mittendrin war Eden selbst: Immer umringt von schönen Tänzerinnen und jungen Frauen, die seine Klubs besuchten.

Je mehr Frauen, desto besser

Die Damen hätten ihm in den 50er-Jahren den Titel Playboy gegeben, das habe sich dann bis zur Presse rumgesprochen. Und so machte das PR-Genie aus seiner Leidenschaft gleich noch ein Geschäftsmodell: Je mehr Frauengeschichten es waren, umso besser, um im Gespräch zu bleiben. Außerdem spielte er in etwa 30 Filmen und blieb auch so ein bekanntes Gesicht. Schon vor Jahren bezifferte Eden die Zahl seiner Geliebten auf mehr als tausend. Fast keine sei älter als 30 Jahre gewesen.

Das Alter ist nicht spurlos an Eden vorüber gegangen: Mit seinem Sohn Alexander und seiner Schwiegertochter Anja kam er 2017 zu einer Preisverleihung.
Das Alter ist nicht spurlos an Eden vorüber gegangen: Mit seinem Sohn Alexander und seiner Schwiegertochter Anja kam er 2017 zu einer Preisverleihung. | Bild: Jörg Carstensen

Fast stolz wirkte er, wenn er seine monatlichen Unterhaltszahlungen nannte – 30 000 Euro für sieben Kinder von sieben Frauen. Geld spielte auch im höheren Alter bei Eden und seinen Gefährtinnen eine große Rolle: Mal eine Wohnung hier, mal Schmuck oder Geld da, der Playboy war stets großzügig – allerdings erst nach erfolgreicher Jagd, wie er einmal sagte.

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Zu seinem Vermögen kam Eden als findiger Geschäftsmann. Seine Klubs verkaufte er schon vor Jahren für viel Geld, Eden investierte außerdem viel in Immobilien. Über seine Geschäfte spricht er dabei so offen wie über das Komplimentemachen als sein wichtigstes Talent zum Verführen. „Es ist ein uralter Trick: Man macht die Menschen zufrieden, und schon kann man bei ihnen viel mehr erreichen“, sagte Eden der Berliner „tageszeitung“.

„Auch wenn eine Frau nicht so hübsch ist, muss man ihr immer wieder sagen, dass sie so gut aussieht, dass man gleich ohnmächtig wird.“ Es also mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, um ans Ziel zu kommen – das ist Edens Credo. Dementsprechend nannte er der „Welt“ mal seine Wunschvorstellung für seinen Grabstein: „Hier liegt der größte Filou aller Zeiten begraben: Rolf Eden.“