Der Münchner Amokläufer hatte nach Einschätzung der Ermittler eine rechtsextreme Gesinnung, mordete aber aus persönlichem Hass. Der 18-Jährige sei politisch interessiert gewesen und habe sich mehrfach fremdenfeindlich und rassistisch geäußert, berichtete der Inspekteur der Bayerischen Polizei, Thomas Hampel, am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags. Der psychisch kranke Jugendliche zeichnete demnach bei einem Klinikaufenthalt Hakenkreuze und zeigte auch einmal den Hitlergruß. Sein Vorbild sei unter anderem der rechtsextreme norwegische Massenmörder Anders Breivik gewesen.

Über die Jahre habe David S. Hass und Rachegefühle gegenüber Menschen mit ausländischen Wurzeln entwickelt, „insbesondere gegenüber türkisch-, albanisch- und balkanstämmigen Jugendlichen, die er für das erlittene Mobbing verantwortlich machte“, sagte Hampel.

David S. hatte am 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen. Die meisten seiner Todesopfer waren Jugendliche mit Migrationshintergrund. Dennoch bleiben die Ermittler bei dem Schluss, dass das Motiv für den Amoklauf persönliche Kränkung durch Mobbing war.
Das sorgte bei der Grünen-Landtagsfraktion für Irritation. Aus dem Ermittlungsbericht könne man schließen, dass die Tat auch politisch motiviert gewesen sei, sagte Fraktionschefin Katharina Schulze. Die CSU sah das anders.
Nach Gesinnungsfragen zu urteilen, wäre laut Manfred Ländner (CSU) „fehl am Platz“.

Einig waren sich alle Abgeordneten darüber, dass die Polizei gute Arbeit geleistet habe. Für Eva Gottstein von den Freien Wählern versagte allerdings die Institution Schule. „Jede Schule hat einen Beratungslehrer, für jede Schule ist ein Schulpsychologe zuständig. Wann sind hier Schritte unternommen worden?“, fragte sie mit Blick auf das jahrelange Mobbing, unter dem David S. gelitten hatte. Sie forderte eine Nachbereitung durch das Kultusministerium.