Der 22-jährige Deutsche war in der Nacht zum Sonntag in Köthen gestorben. Zwei 18 und 20 Jahre alte Afghanen wurden vorläufig festgenommen. Zwei Afghanen wurden vorläufig festgenommen. Am Abend folgten nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen einem Aufruf rechter Gruppen zu einem sogenannten Trauermarsch durch Köthen, es gab auch eine Gegenkundgebung.

Verdacht der gefährlichen Körperverletzung

Gegen den 18-Jährigen werde wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt, gegen den 20-jährigen Tatverdächtigen wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung mit Todesfolge, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Staatsanwaltschaft kündigte entsprechende Haftanträge am zuständigen Amtsgericht in Dessau-Roßlau an. Über die Umstände des Todesfalls gaben die Ermittlungsbehörden zunächst weiter keine Auskunft.

Es werde „in alle Richtungen“ ermittelt, hieß es lediglich. Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) kündigten für Montag eine Pressekonferenz an. Nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ soll dem Tod des Mannes eine Auseinandersetzung zwischen den Afghanen und zwei Deutschen vorausgegangen sein. In deren Folge sei einer der beiden beteiligten Deutschen gestorben.

Mahnung zur Besonnenheit

Während rechte Gruppen zu Kundgebungen und antirassistische Initiativen zu Gegenprotesten aufriefen, mahnten Politiker und Kirchenvertreter zur Besonnenheit. Justizministerin Stahlknecht erklärte, er bedauere den Todesfall zutiefst und habe „vollstes Verständnis für die Betroffenheit unserer Bürgerinnen und Bürger“. „Dennoch bitte ich um Besonnenheit“, erklärte Stahlknecht und kündigte an, man werde „alle Mittel des Staates konsequent einsetzen“.

Der Köthener Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD) hatte den Bürgern der Stadt auf Facebook von einer Teilnahme am dem sogenannten Trauermarsch abgeraten, da auch gewaltbereite Gruppen von außerhalb der Stadt „in großer Zahl anreisen“ wollten. Auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, mahnte zur Besonnenheit. „Jede politische Instrumentalisierung ist abzulehnen und würde zu einer Eskalation führen, die schreckliche Folgen haben könnte“, erklärte Liebig auch mit Blick auf die Vorfälle in Chemnitz in den vergangenen Tagen.

An dem von der Partei „Die Rechte“ angemeldeten „Trauermarsch“ am Sonntagabend beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen. Dagegen protestierten demnach rund 200 Teilnehmer einer von der Linkenabgeordneten Henriette Quade angemeldeten Kundgebung, zu der auch Initiativen wie Dessau nazifrei aufgerufen hatten.

Nach den Ereignissen in Chemnitz dürfe es nun in Köthen nicht wieder zum gewalttätigen Aufmärschen rechter Gruppierungen kommen, hieß es. Bis zum Abend blieb die Lage nach Polizeiangaben friedlich. Im sächsischen Chemnitz war es nach dem Tötungsdelikt an einem 35-Jährigen, das zwei jungen Männern aus Syrien und dem Irak angelastet wird, zu Demonstrationen unter anderem von rechten Gruppierungen gekommen, die teilweise auch in Gewalttätigkeiten mündeten. 

(AFP)