Kurz vor dem Finale der ProSieben-Show „The Masked Singer“ (am 28. April 2020 um 20.15 Uhr) darf wohl folgendes Motto ausgerufen werden: Alles ist möglich, wirklich alles. Wie sollte es auch anders sein nach dem, was dort in den vergangenen Wochen passiert ist?

Eine Top-Sängerin (Stefanie Heinzmann) muss als Erste gehen, ein international tätiges Model (Franziska Knuppe) und eine renommierte Schauspielerin (Rebecca Immanuel) wagen sich mit mehr oder weniger Talent aus ihrer beruflichen Komfortzone, eine längst nicht allen Zuschauern bekannte Moderatorin (Caroline Beil) wird aufgrund ihres Gesangstalents für aus.

Fast vier Millionen Zuschauer sehen das Halbfinale, in dem sich am Ende der 84 Jahre alte Komiker Dieter Hallervorden seiner glitzernden Chamäleon-Maske entledigt. Da fehlen sogar der sonst so gesprächigen Jury kurzzeitig die Worte. Zwar hatte alles für Hallervorden gesprochen und praktisch jeder hatte auf ihn getippt – so richtig vorstellen konnte es sich trotzdem niemand.

Dieter Hallervorden musste im Halbfinale von „The Masked Singer“ die Chamäleon-Maske abnehmen.
Dieter Hallervorden musste im Halbfinale von „The Masked Singer“ die Chamäleon-Maske abnehmen. | Bild: ProSieben / Willi Weber

Vielleicht wird sich das heute Abend wiederholen. Dann müsste sich das Faultier aber tatsächlich als Entertainer Stefan Raab entpuppen – der Mann, der sich (eigentlich) komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Vieles spricht dafür, und wie Hallervorden gezeigt hat, muss das Offensichtliche nicht falsch sein.

Aber es könnten auch falsche Fährten gelegt worden sein. Und auch wenn theoretisch jeder in dem Kostüm stecken könnte – jeder andere als Stefan Raab wäre eine große Enttäuschung. Man kann sie schon wieder hören, die Stimmen in den sozialen Medien, die sich beschweren, weil in der Sendung die „echten“ Stars fehlen würden – so wie im vergangenen Jahr.

Stefan Raab hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Würde er im Kostüm des Faultiers stecken – es wäre eine Sensation.
Stefan Raab hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Würde er im Kostüm des Faultiers stecken – es wäre eine Sensation. | Bild: Matthias Balk / dpa

Neben dem Faultier sind noch der Drache und der Wuschel im Rennen sowie, als einzige Frau, der Hase. Ob tatsächlich Raab, Max Giesinger, Mike Singer und Martina Hill in den Kostümen stecken – sie sind unter den ProSieben-Zuschauern die aktuell ganz heiß gehandelten Namen – wird sich nun zeigen.

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Warum die Show trotz berechtigter Kritik so erfolgreich ist – die Quoten liegen noch höher als im vergangenen Jahr – ist schnell erklärt. Die Deutschen sind ein Volk von Ratefüchsen, der Erfolg jeglicher Quiz-Shows zeigt es. Und dass sie Spannung mögen, weiß man, seit im Fernsehen außer Krimis kaum noch etwas läuft. Beste Voraussetzungen dafür, dass das kollektive Kopfzerbrechen einen Quoten-Rekord einfährt.

Alle anderen inzwischen himmelhohen Erwartungen überhaupt noch erfüllen zu können, wird schwer. Ob eine vergleichbare Überraschung dabei ist wie in der US-Ausgabe der Sendung? Dort schälte sich unlängst die umstrittene republikanische Politikerin Sarah Palin aus dem Kostüm als rappender rosa Bär. Denn wie gesagt: Alles ist möglich, wirklich alles.