In jeder Staffel der Vox-Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert„ gibt es jemanden, dem das Format echten Auftrieb gibt. Musiker, die aus der Versenkung auftauchen oder erst durch den TV-Auftritt richtig bekannt werden, so wie einst Gregor Meyle. Oder solche, die nach der Sendung mal was ganz Neues probieren, so wie Sarah Connor, die seither am liebsten auf Deutsch singt.

„Was bei ‚Sing meinen Song‘ passiert, ist wirklich die absolute und pure Magie“, schwärmt auch MoTrip, Deutschlands momentan vielleicht gefühlvollster Hip-Hop-Künstler. „Für Musiker ist das die beste Sendung, die es überhaupt gibt im Fernsehen, und natürlich habe ich sofort zugesagt, als ich das Angebot bekam, mit dabei zu sein.“

Was den 32-jährigen Rapper so begeistert? „Du bietest dein Intimstes an, nämlich deine Songs, und hörst gebannt zu, was die Kolleginnen und Kollegen daraus machen. Nichts passiert nach Drehbuch, keiner sagt: ‚Jetzt seid mal emotional.‘ Alles ist echt und einzigartig.“

„Sing meinen Song“ ist für MoTrip eine entscheidende Chance. Er hat bisher zwei Alben veröffentlicht, 2012 „Embryo“ und 2015 „Mama“, die beide die Top Ten erreichten. Sein bisher größter Single-Hit heißt „So wie du bist“ und ist ebenfalls schon fünf Jahre alt. „Aber einem breiten Publikum“, so MoTrip ehrlich, „war ich bisher nicht bekannt.“ Das hat sich geändert.

So viel wurde in der Vox-Show selten geweint – und meist war MoTrip (Mitte) oder zumindest einer seiner Songs daran beteiligt. Um ihn herum sitzen gerührt (von links) Max Giesinger, Lea, Nico Santos, Ilse DeLange und Jan Plewka.
So viel wurde in der Vox-Show selten geweint – und meist war MoTrip (Mitte) oder zumindest einer seiner Songs daran beteiligt. Um ihn herum sitzen gerührt (von links) Max Giesinger, Lea, Nico Santos, Ilse DeLange und Jan Plewka. | Bild: TVNOW / Markus Hertrich

Der Aachener, der als kleines Kind mit seinen Eltern aus dem Libanon nach Deutschland kam, hat sich einen hervorragenden Namen gemacht, seine gefühlvolle und witzige Art kommt an. „Ich bin mit beiden Blickwinkeln aufgewachsen“, sagt Mohamed El Moussaoui, wie MoTrip bürgerlich heißt, „dem libanesischen und dem deutschen. Ich bin stolz auf meinen deutschen Pass, und ich bin auch dankbar, nie meine Wurzeln vernachlässigt oder vergessen zu haben.“

Nach dem Fachabitur und Jobs als Lagerarbeiter oder Pizzabäcker konzentriert er sich schließlich ganz auf die Musik. Er nennt sich MoTrip, und in einer Zeit, in der im deutschen Hip-Hop viele laut und aggressiv waren, überrascht er mit dem sensiblen Debüt-Album „Embryo“.

„Viele haben den Rap für sich entdeckt, um reich und berühmt zu werden. Das war nie mein Antrieb. Ich wollte von Anfang an ehrliche Geschichten erzählen, mir treu bleiben und mich jederzeit im Spiegel anschauen können, ohne mich zu schämen.“

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So rappt er darüber, wie seine Freundin, beide waren damals noch eher Jugendliche als Erwachsene, das gemeinsame Kind abtrieb. Es mache ihn „glücklich, den einen oder anderen Menschen mit meinen Tränen und meiner Offenheit für das Thema so zu sensibilisieren, den Schwangerschaftsabbruch vielleicht doch nicht zu unternehmen“.

Larissa, seine damalige Freundin, ist heute seine Verlobte, im Sommer will das Paar, das mit dem vierjährigen Sohn und der knapp einjährigen Tochter in Aachen im Häuschen mit Garten lebt, heiraten. MoTrips wichtigste Muse ist Larissa außerdem.

Die wechselvolle Liebe zieht sich durch so manchen Song auf „Elemente“, MoTrips – wie er selbst es nennt – „Zwischenalbum“ mit alten Hits und neuen Songs. „Das Album ist so etwas wie meine Visitenkarte für die Leute, die mich jetzt neu entdecken.“ Und das dürften so einige sein.

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