Frau Hofmann, wie geht es Ihnen in diesen wilden Zeiten? Sie waren ja vor Kurzem an Corona erkrankt …

Es geht mir wieder gut. Da wir alle auf einem Grundstück leben, hat es uns alle, bis auf meinen Papa, erwischt. Aber keiner von uns hat zum Glück irgendwelche Folgen davon getragen.

Trotz der Umstände im schwierigen Jahr 2020 haben Sie mit Ihrer Schwester das Album „Wilde Zeiten 2.0“ gemacht.

Nachdem unsere Konzerte alle ausgefallen sind, war das der einzige Weg, unseren Fans nahe zu sein. Wir haben auch eine Fan-Box dazu erstellt, da haben wir zwölf Zentimeter große Holz-Herzen reingepackt, beflammt und signiert. Das kommt super an bei den Fans.

Im Song „Sünden der Nacht“ geht um ein Abenteuer mit einem Fremden. Sind Sie der Typ für One-Night-Stands?

Nein, ich bin seit 28 Jahren mit meinem Mann Dietmar zusammen – und nach wie vor sehr glücklich. Aber auch davor war das nie mein Ding. Ich bin keine Frau für eine Nacht! (lacht) Erotik ohne Liebe funktioniert bei mir nicht. Aber es hat mir trotzdem irrsinnig viel Spaß gemacht, dieses Lied zusammen mit dem Liedtexter Tobias Reitz zu schreiben. Wir haben die ganze Nacht getextet und unserer Fantasie freien Lauf gelassen …

In der Corona-Krise haben die Schwestern das Album „Wilde Zeiten 2.0“ veröffentlicht.
In der Corona-Krise haben die Schwestern das Album „Wilde Zeiten 2.0“ veröffentlicht. | Bild: Da Records/Da Music

Kribbeln, Erotik, Kopfkino – das funktioniert auch noch nach 28 Jahren Liebe?

Natürlich! Ich hoffe zumindest sehr, dass es bei meinem Mann noch immer kribbelt, wenn er mich sieht. Ich würde zu Hause vor ihm auch niemals in einer Jogginghose herumlaufen, niemals! Ich mache mich noch immer hübsch für ihn, das ist mir total wichtig, dass er mich attraktiv und sexy findet. Sich in einer Beziehung gehen zu lassen, nur weil man schon lange zusammen ist, finde ich nicht gut.

Tragen Sie gar keine Jogginghosen?

Nein, ich habe allerdings eine schicke Leggins, die ist aber absolut salonfähig! Schön kombiniert kann man die auch zu einem Termin tragen.

Ihre Söhne sind schulpflichtig. Wie hat der Unterricht zu Hause geklappt?

Mit beiden Kindern zu Hause war ich am Rande der Verzweiflung. Die ersten 14 Tage habe ich davon geträumt, nach Tibet auszuwandern – oder mich in ein Kloster zurückzuziehen. (lacht) Ich hatte ja nicht nur die Kinder zu Hause, die unterrichtet und bespaßt werden mussten, sondern unsere Tour musste abgesagt werden, es gab unfassbar viel Organisatorisches zu tun. Die Jungs durften ihre Großeltern nicht sehen. Zwei Teenies, die nicht wissen wohin mit ihrer Energie, das war ein echter Kraftakt. Wir haben einen Vertrag aufgesetzt, damit wir das in den Griff bekommen.

Einen Vertrag?

Wir haben Zeiten für alles festgelegt. Frühstück zur gleichen Zeit, Lernen zu bestimmten Zeiten, danach spielen. Es musste eine Struktur geschaffen werden. Die Kinder dachten, wenn sie zu Hause sind, ist das wie Ferien. Wir haben den Vertrag aber bestimmt zwei, drei Mal abgeändert, bis er funktioniert hat. Aber dann hat es geklappt. (lacht)

Ein Herz und eine Seele: Anita (links) und Alexandra Hofmann.
Ein Herz und eine Seele: Anita (links) und Alexandra Hofmann. | Bild: Marina Sturm

Was schätzen Sie an Ihrem Mann?

Ich habe den besten Mann der Welt. Dietmar und ich sind seit 28 Jahren ein Paar und fast 20 Jahre verheiratet. Er hilft mir, wo er kann. Er macht mir nie Druck mit irgendetwas. Ich kann ihn auch nachts noch wecken, wenn ich von Auftritten nach Hause komme. Ich empfinde tiefe Dankbarkeit für unsere Ehe. Ich finde, man muss auch nicht immer teure Geschenke machen, um seine Liebe zu beweisen. Mein Mann zeigt mir im Alltag, wie sehr er mich liebt, indem er mich in allem unterstützt.

Was planen Sie zum 20. Hochzeitstag?

Mein Mann darf mich zum 20. Hochzeitstag gerne noch mal über die Schwelle tragen. Ich würde dann auch noch mal mein weißes Brautkleid anziehen. (lacht) Ich denke, wir werden spontan etwas Verrücktes machen!