Herr Cantz, Sie haben Ihren Abschied von „Verstehen Sie Spaß?“ angekündigt, haben aber noch vier Sendungen vor sich. Wie fühlt sich diese Situation an?

Das fühlt sich sehr gut an. Wir haben meinen zum Jahresende geplanten Weggang frühzeitig angekündigt. Jetzt weiß jeder Bescheid, wir können offen darüber reden. Ich werde noch das ganze Jahr als Lockvogel unterwegs sein und Deutschland mit der versteckten Kamera ein wenig unsicher machen. Auf die Show an diesem Samstag freue ich mich besonders.

Aus welchen Gründen?

Es sind drei Prominente zu Gast, die ich sehr schätze und die ich immer schon mal reinlegen wollte. Laura Wontorra, die bereits einmal Lockvogel für uns war, um ihren Vater hereinzulegen. Dieses Mal hat es sie selbst erwischt. Auch Johannes B. Kerner und Oliver Pocher standen auf meiner Liste. Für Pocher haben wir zwei Jahre lang geplant. Und wir haben wegen Corona zwei Ideen, die schon sehr weit organisiert waren, wieder verwerfen müssen, weil sie nicht durchführbar waren. Umso schöner ist, dass nun ein toller Film herausgekommen ist. Auch mit Kerner, ein absoluter Fernsehprofi, den wir in einer Sendung von ihm reingelegt haben.

Sie haben beschlossen, nach zwölf Jahren aufzuhören. Warum?

Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Sendung so lange moderieren werde und dass wir so einen Erfolg haben. Aber gerade weil es gut läuft, glaube ich, dass es jetzt die richtige Zeit ist, um aufzuhören. Ich werde im August 50. Und ich hatte im Corona-Lockdown viel Zeit, in mich zu gehen, auch weil meine vielen Karnevalsauftritte und meine Tour ausgefallen sind. Und ich habe gespürt: Ich möchte noch einmal etwas Neues wagen im Leben.

Was wollen Sie künftig machen?

Ich überlege noch, wo die Reise beruflich hingeht. Es ist nicht die Zeit für Hektik und vorschnelle Entscheidungen. Ich mache mir da auch keine Sorgen. Es ist ja nicht so, dass ich meinen Abschied vom Fernsehen bekannt gegeben habe. Ich gehe davon aus, auch weil viele Kollegen der Fernsehmoderation schon älter sind, dass ich noch was zu tun habe die nächsten Jahre.

Nach seiner letzten Sendung 2009 stellte Frank Elstner (rechts) seinen Nachfolger als Moderator bei „Verstehen Sie Spaß?“ vor: Guido Cantz.
Nach seiner letzten Sendung 2009 stellte Frank Elstner (rechts) seinen Nachfolger als Moderator bei „Verstehen Sie Spaß?“ vor: Guido Cantz. | Bild: Rolf Haid/dpa

Was wünschen Sie sich für Ihre letzten Sendungen, welche prominenten Opfer könnten Sie sich noch vorstellen?

Wenn, dann würde ich natürlich gerne ins oberste Regal greifen. Je prominenter, desto besser. Und mein Ehrgeiz ist jetzt geweckt, da noch mal ein kleines Ausrufezeichen zu setzen bei den nächsten Sendungen. Mein Ziel war immer, Jogi Löw und Angela Merkel reinzulegen. Das wird schwierig. Aber wir haben nun die Gemeinsamkeit, dass wir alle drei dieses Jahr aufhören.

Ist „Verstehen Sie Spaß?“ ab dem kommenden Jahr für Sie abgehakt?

Der Sendung bleibe ich als Zuschauer treu. Ich habe sie als Kind geguckt und ich werde sie auch noch gucken, wenn ich sie nicht mehr moderiere. Das ist eine tolle Form der Familienunterhaltung und ich glaube, die Sendung wird noch viele Jahre erfolgreich sein.

In Ihrem Heimat-Bundesland Nordrhein-Westfalen sind bereits Schulferien. Was haben Sie im Urlaub gemacht?

Es ging dieses Mal über die Alpen, zu Fuß von Oberstdorf im Allgäu nach Meran. Mein elf Jahre alter Sohn, meine Frau und ich haben dieses Experiment gewagt und waren neun Tage lang zur Alpenüberquerung auf dem Fernwanderweg E 5 unterwegs. Geübt haben wir hierfür bei uns im Siebengebirge, im Sauerland und Bergischen Land, wo wir jedes Wochenende wandern waren. Aber die Alpenüberquerung ist noch einmal eine andere Dimension – und ein Erlebnis. Und darum ging es auch: ein Urlaub, den man nicht oft macht, sondern einfach mal etwas anderes.

Der Komiker Guido Cantz und seine Frau Kerstin sind seit 2009 verheiratet.
Der Komiker Guido Cantz und seine Frau Kerstin sind seit 2009 verheiratet. | Bild: Henning Kaiser/dpa

2017 haben Sie am, auf und im Bodensee gedreht. Was verbindet Sie damit?

Ich habe den Bodensee erstmals als 15-Jähriger kennengelernt, weil mein Vater damals beruflich dort zu tun hatte und meine Eltern mich dann mitgenommen haben. Ich fand das schon damals toll. Mich fasziniert am Bodensee die Größe. Man verliert ja das Gefühl, an einem See zu sein, sondern fühlt sich fast wie am Meer. Hinzu kommt die Konstellation Deutschland-Schweiz-Österreich. Das ist ja auch kulinarisch sehr unterschiedlich und vielseitig. Und die Leute sind unglaublich nett.

Erinnern Sie sich gerne an den Dreh?

Das Schöne ist, dass jedes Spezial eine Möglichkeit ist, eine neue Region kennenzulernen. Bei den meisten habe ich meiner Frau gesagt: Da müssen wir mal hinfahren. Urlaub am Bodensee reizt uns. Das haben wir noch nicht gemacht. Das kommt aber irgendwann.